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Sonneberg ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im Süden vom Freistaat Thüringen. Gemeinsam mit der Nachbarstadt Coburg und dem oberfränkischen Landkreis Coburg bildet der Landkreis Sonneberg eine touristische Gemeinschaft.
Geografisch grenzt Sonneberg im Norden und Osten an das Thüringer Schiefergebirge und im Südosten an den Frankenwald. Im Süden erstreckt sich das Obermainische Hügelland.
Zwischen Sonneberg und Coburg verlief über vier Jahrzehnte die innerdeutsche Grenze – heute das Naturschutzprojekt „Grünes Band Deutschland“.

Sehenswertes in Sonneberg

  • Deutsche Spielzeugmuseum und Deutsche Teddybären-Museum

  • Astronomie-Museum Sonneberg in der Sternwarte

  • Neoklassizistische Neue Rathaus mit einem 45 m hohen Mittelturm

  • AOK-Haus von 1927

Die Stadt hat zwei Zentren:

  • Altstadt (Obere Stadt) unterhalb vom Schlossberg mit dem Alten Rathaus
  • Innenstadt (Unteren Stadt) planmäßig nach dem Stadtbrand von 1840 erbaut. Später kam nach 1920 der Bahnhofsplatz hinzu.
Neue Rathaus von Sonneberg
Neue Rathaus von Sonneberg
Spielzeugmuseum in Sonneberg
Ansicht vom Spielzeugmuseum, welches 1901 eröffnet wurde.

Um 1700 wurde die Firma Dressel der größte Spielwarenproduzent. Ab 1805 begann mit der Einführung der Papiermachés die Puppenherstellung.
Mit dem Bau der Industrieschule wurde in Sonneberg die künstlerische Porzellan-, Glas- und Spielzeug-gestaltung gelehrt und sie entwickelte sich vor dem ersten Weltkrieg zur „Weltspielwarenstadt“. In dieser Zeit entstanden rund 20 % der weltweit gehandelten Spielwaren in Handarbeit im Gebiet um Sonneberg. 1899 gab es ca. 2395 Kleinbetriebe, wo oft die ganze Familie samt Kindern mitarbeitete.

1929 war die Stadt Sonneberg infolge der Weltwirtschaftskrise zahlungsunfähig. Die Spielwarenindustrie ging stark zurück. Die Arbeitslosigkeit erreichte 50 %.
Nach dem 2. Weltkrieg entstand aus dem Werk „Sonni“ das Spielwarenkombinat. Bekannt war auch der Betrieb „Piko“, welcher die elektrische Eisenbahn herstellte.

Der Eisenbahnbau nach Coburg 1858, nach Lauscha 1886, nach Stockheim 1901 und 1910 nach Eisfeld förderte die Ansiedlung von Betrieben. Siemens-Schuckert eröffnete 1921 ein Werk in Sonneberg. In der Blütezeit der 1920-ziger Jahre bebaute man den Bahnhofsvorplatz. Das Haus der AOK, das Woolworth Kaufhaus und das Rathaus entstanden.

Im Jahr 1925 war die Gründung der Sternwarte Sonneberg im Ortsteil Neufang durch den Astronomen Cuno Hoffmeister. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sie sich zu einer der führenden Sternwarten.

Regionale Informationen

Stadtverwaltung Sonneberg
Bahnhofsplatz 1
96515 Sonneberg


Wanderkarte Sonneberg, Steinach, Neustadt bei Coburg vom Verlag Barthel
Ausflugsziele
Astronomie-Museum in der Sternwarte
Astronomie-Museum in der Sternwarte
Spielzeugmuseum in Sonneberg
Spielzeugmuseum in Sonneberg

Aus der Stadtgeschichte

Der Überlieferung nach soll der fränkische Stammesführer Sunno um 480 den Bau der Burg Sonneberg veranlasst haben. Der Name Sonneberg wurde 1207 erstmals urkundlich erwähnt.
Im 12. und 13. Jh. bis 1310 herrschten im Gebiet die Herren von Sonneberg. Auf sie geht auch die Gründung der Siedlung unterhalb der Burg zurück. Die Spornburg lag über dem Tal der Röthen und der heutigen Altstadt. Heute befindet sich auf dem Schlossberg ein im 19. Jh. erbautes Hotel.

  • Nach dem Aussterben der Sonneberger übernahmen die Grafen von Henneberg die Herrschaft.
  • Die Stadtgründung von 1349 wird der Gräfin Jutta von Henneberg zugesprochen.
  • 1353 fiel die Herrschaft mit Sonneberg und Coburg durch Heirat der Erbin an die Wettiner.
  • Mit der Leipziger Teilung war Sonneberg Teil des Gebietes der ernestinischen Linie der Wettiner, damit verbunden war eine wechselnde Zugehörigkeit zu den Fürstentümern Sachsen-Coburg, Sachsen-Eisenach, Sachsen Gotha, Sachsen Altenburg und Sachsen-Meiningen.
  • Die kirchliche Zuordnung war zum Bistum Würzburg, wo die Henneberger auch hohe Funktionen ausführten.
  • Im Jahr 1526 wurde die Reformation in Gebiet durchgeführt.

Ab 1961 gab es mit der verstärkten Grenzsicherung auch Auswirkungen auf die Wirtschaft. 381 Bürger wurden am 6. Juni 1952 aus Sonneberg und Umgebung aus dem Grenzgebiet ausgewiesen. Es war ursprünglich eine größere Zahl vorgesehen, aber etwa 500 Personen entzogen sich durch die Flucht nach Bayern der Umsiedlung. Im Oktober 1961 wurden erneut Einwohner aus dem DDR-Grenzgebiet deportiert.

Vor der deutschen Wiedervereinigung unterzeichneten an der Gebrannten Brücke die Innenminister Peter Michael Diestel und Wolfgang Schäuble am 1. Juli 1990 den Vertrag über die Abschaffung der Grenzkontrollen an der innerdeutschen Grenze.
Mit der politischen Wende 1990 kam es auch zu einem Exodus der Stadt, da ein Viertel der Einwohner wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage wegzogen.