Sachsen

RECHENBERG-BIENENMÜHLE

Erzgebirge

Die Gemeinde Rechenberg-Bienenmühle liegt im Osterzgebirge im Südosten des Landkreises Mittelsachsen. Durch den Ort fließt der Oberlauf der Freiberger Mulde. Die Berge um das Tal erreichen Höhen bis 800 m. Die Gemeinde Rechenberg-Bienenmühle besteht aus den seit 1925 zusammengeschlossenen Orten Rechenberg und Bienenmühle sowie den 1994 eingemeindeten Ortsteilen Clausnitz und Holzhau.

Bei Neurehefeld gibt es einen Straßengrenzübergang nach Moldava. Diese Straße von Freiberg kommend ist die ehemalige alte Freiberg-Teplitzer Poststraße. Ein weiterer Straßengrenzübergang befindet sich bei Deutschgeorgental-Český Jiřetín (Georgendorf) seit 2008. Vorbei an der Talsperre Flaje gelangt man ins Tal nach Litvinov.

Der historische Ortskern von Rechenberg mit dem ehemaligen Herrenhaus, der Burgruine, der ehemaligen Dorfschule und der Brauerei ist fast vollständig erhalten. Der Privatbrauerei ist es gelungen, die über 450-jährige Geschichte und den Prozeß der Bierherstellung im Sächsischen Brauereimuseum darzustellen.

Ideal zum Wandern ist der Trostgrund mit seinen 3 km langen Naturlehrpfad. Im Sommer ist das im tal gelegene Öjko-Bad ein Anziehungspunkt dür Besucher und Einwohner.

Holzhau liegt im Tal der Freiberger Mulde dicht an der Grenze zu Tschechien. Seit 1438 war das Flößen des Holzes auf der Freiberger Mulde bekannt. Neben dem Grubenholz für Freiberg und dem Brennholz wurde hier Holzkohle erzeugt, die auch an die Muldenhütte und die Saigerhütte geliefert wurde. Die Wälder um Holzhau kaufte 1534 der Herzog Georg der Bärtige dem Herrn auf Purschenstein ab.

Rechenberg

Rathaus von Rechenberg

Freiberger Mulde

Clausnitz liegt im Tal der Rachel, einem Nebenfluss der Freiberger Mulde. Es war ein typisches Waldhufendorf. Die Siedlung erfolgte durch fränkische Siedler von Osek aus. Die erste urkundliche Erwähnung war 1398 in der Schreibweise Clussenicz. Zur Landwirtschaft kam im 15. und 16. Jh. der Bergbau auf Silber- und Kupfererze als Erwerb hinzu. In der Blütezeit erfolgte in den Gruben St. Michaelis, St. Wolfgang, König Salomo und König David die Förderung an Kupfererze. Zwei Pochwerke und eine Schmelzhütte bestanden. Das Erz wurde auch an die Saigerhütte in Olbernhau geliefert. Nachdem 1622 bei einem Unwetter die Gruben absoffen, kam es zur Einstellung des Bergbaus. Nach mehreren erfolglosen Versuchen gelang es von 1860 bis 1866 den St. Michaelis Stollen wieder aufzufahren. Der Versuch wurde jedoch 1877 wieder einstellt. Im Osten von Clausnitz entstand ab 1875 die Siedlung Neuclausnitz.

Der Erzgebirgskammweg und die Ski-Kammloipe sind heute beliebte Ziele der Touristen. Zwei Skilifte entstanden, so dass in Holzhau auf einem Nordhang Abfahrtslauf trainiert werden kann.

Skihang Holzhau im Winter

Skihang Holzhau im Winter

Holzhau im Winter

Holzhau im Winter

Regionale Informationen

Tourismusbüro
An der Schanze 1
09623 Rechenberg-Bienenmühle


Wanderkarte Osterzgebirge
Osterzgebirge

Aus der Geschichte

Die Ortsgeschichte reicht bis zum Jahre 1200 zurück. Auf dem Felsen im Ortszentrum, wo heute das Rathaus steht, stand die Holzburg Rechenberg. Sie gehörte dem böhmischen Herren von Hrabischitz auf der Riesenburg (bei Osek). Das Waldhufendorf Clausnitz entstand nach Rodungen im 12. Jahrhundert von Osek aus. Die Burg lag am Ossegger Steig über das Gebirge und schützte diesen. Der Markgraf Wilhelm I. kaufte 1398 die Riesenburg mit 49 Dörfer, riesige Wald- und Landflächen einschließlich aller Gehöfte und Mühlen für 40.000 Silbertaler.

Aus dem Jahre 1438 ist die Holzflößerei auf der Freiberger Mulde verbürgt und die Kurfürsten ließen 1480 ein Amtsfischerhaus errichten, um das Fischen der Edelfische für die Hofhaltung zu kontrollieren. 1486 vernichtete ein Großbrand die Burg und die Wirtschaftsgebäude. Die Burg verblieb als Ruine.
Schon im Jahr 1558 wurde die Rechenberger Brauerei gegründet und die Kirche in Rechenberg 1615 errichtet. Im Jahr 1624 begann der Ausbau eines Flößergrabensystems. Von 1501 an gehörte die Herrschaft der Familie von Schönberg bis sie 1647 vom Kurfürst Johann Georg I. erworben wurde.

In den Jahren 1632, 1633 und 1639 litt das Dorf unter den Durchzügen der Kriegsscharen. Das kurfürstliche Kammergut erstreckte sich über die Fluren bis zur Gimmlitz bei Hermsdorf, bis Niederchlausnitz und bis Moldau (Moldava). Bestanden haben damals schon die Obere Mühle in Holzhau, die Untere Mühle sowie eine Brettmühle. Rechenberg erhielt 1656 das Jahrmarktsprivileg. Während der Napoleonischen Kriegen zogen 1809 und 1813 Truppen durch den Ort und requirierten Lebensmittel und Viehfutter.

Die Verkehrsverbindung verbesserte sich als man ab 1855 die Neue Poststraße (heute die B171) ausgebaut hatte. Die Bahnstrecke von Nossen-Freiberg-Mulda erreichte 1875 Bienenmühle. Das brachte einen Wirtschaftsaufschwung. Die Weiterführung über Hermsdorf / Rehefeld nach Moldau erfolgte 1885. Nachdem ein Eisenbahnviadukt 1945 gesprengt wurde, folgte die Einstellung des Verkehrs nach Tschechien und bis 1972 der Rückbau bis Holzhau. Der Güterverkehr verringerte sich immer mehr. Bis 2000 wurde nur noch Personenverkehr durch die Deutsche Bahn realisiert. Heute wird der Fahrbetrieb von der Regio Infra Service Sachsen GmbH und der Freiberger Eisenbahngesellschaft bis Holzhau durchgeführt.


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