Bergbau Altenberg

Bergbauregion Horní Blatná / Bergstadt Platten (3)

Nordböhmen

Zwischen 1529 und 1534 entstanden in den Kammlagen des Erzgebirges die Bergstadt Gottesgab (Boží Dar) und die Bergstadt Hengstererben (Hřebečná), nordöstlich gelegen. Gefunden wurden reichhaltiges Silber-, Zinn- und Eisenerz.
Horní Blatná und Boží Dar hingegen sind eines der anschaulichsten Beispiele für die im Renaissancestil planmäßig erbauten Bergstädte des Erzgebirges. Ähnlich wie Marienberg ist sie durch einen zentralen, fast quadratischen Marktplatz mit der dominanten Kirche St. Laurentius und einem System von zueinander senkrecht verlaufenden Straßen gekennzeichnet. Die Erzreviere Horní Blatná, Abertamy, Hřebečná, Háje (Potůčky) und Pernink und Bludná (Irrgang) zeugen von 400 Jahren Zinnerzabbau.
Die Bergbaulandschaft Horní Blatná / Platten gehört mit seinen Objekten zum UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge / Krušnohoří.

Bergbausiedlung Hengsterben (Hřebečná)

Bergbausiedlung Hengsterben (Hřebečná)

Bergbausiedlung Hengsterben (Hřebečná)

Bergbausiedlung Hengsterben (Hřebečná)

Hengsterben(Hebečná) war ein Zentrum der Zinnerzförderung. Davon ist heute nicht mehr viel zu sehen. Vom 16. bis 18. Jh. befanden sich zahlreiche Schächte im Berggebiet Vorderer Hengst und Hinterer Hengst. Hier wurde von 1545 bis 1944 Zinn in Form von Kassiterit gefördert. Man schätzt heute ein, dass im Ort der Gesamtertrag insgesamt 7-10.000 t Zinn war. In der Hochzeit gab es 13 Pochwerke, eine Arsenhütte und eine Bergschmiede.

Grube Mauritius in Hřebečná

.. liegt nördlich des Ortes Hengsterben an der Straße nach Ryžovna weiterführend nach Boží Dar. Hier wurde bis 1944 Zinnerz gefördert. Die Hauptgrube war die Mauritius mit einer Tiefe von ursprünglich 84 m und am Ende der Abbauzeit von 145m.
Im Zuge der Arbeiten zur Sicherung des Bergbau Erbes wurden alte Schächte wieder aufgewältigt und somit für Besucher zugänglich gemacht. Die Stadt Abertamy und der Verein der Freunde der Grube des Heiligen Mauritius betreiben ab 2015 das Schaubergwerk. Die Erschließung erfolgte mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union. Es entstand ein neues Huthaus und über dieses der Zugang zum Stolln Christoph.

Der Stollen Blasius ist ein Hauptentwässerungsstollen mit einer Länge von 1, 5 km, der aus dem Tal der Wistritz (880m ü.NN) nach der Grube Mauritius führt, wo er sie in einer Teufe von 84 m erreicht. Das System der Entwässerung und Aufschlagwasserführung war bis Boží Dar ausgebaut.

Plattenberg mit Eispinge und Wolfspinge

Eispinge ist eine Kluft, welche sehr eng und tief ist, so dass keine Luftströmung vorhanden ist. Kalte, schwere Luft sinkt im Winter nach unten ab und bleibt auch im Sommer unten. Dadurch entsteht "Höhleneis", welches auch im Sommer nicht schmilzt.
Wenn man vom Plattenberg hinunterschaut, kann man die Überreste des Bergbaus wie Schutthalde und Bodensenken von eingefallenen Schächten und Stollen erkennen.

Eispinge am Plattenberg
Eispinge am Plattenberg
Eispinge am Plattenberg

Wolfspinge sind die Reste des eingestürzten Bergwerkes "Wolfgang-Stollen" und etwa 120 Meter lang, 25 Meter tief und bis zu 14 Meter breit. Gut erkennen lassen sich in diesem Felsenkessel die ehemaligen Gänge und Schächte. Früher wurden die Stollen oft soweit nach oben ausgehauen, dass die dann nur noch dünnen Decken einstürzten. Im 18. Jh. wurde nochmals ein Erzgang, der etwa 60 Meter unter der Erdoberfläche liegt, bis in 80 Meter Tiefe unter der Erdoberfläche abgebaut.

Wolfspinge am Plattenberg
Wolfspinge am Plattenberg
Wolfspinge am Plattenberg

Weitere bemerkenswerten Sachzeugen im Bergbaugebiet:

  • die Pinge der Grube Susanna in Bludná und die mehr als 230m lange Pinge der Roten Grube in Hřebečná, die zu den größten ihrer Art auch im internationalen Maßstab zählt.
  • die Raithalden bei Boží Dar, die vom Ausmaß der Gewinnung von Zinnstein durch Seifenarbeit in den Hochlagen des Erzgebirges zeugen.
  • der angrenzende Plattner Kunstgraben kann als bedeutendste bergbauliche Wasserversorgungsanlage im tschechischen Teil des Erzgebirges bezeichnet werden.

Stadt Horní Blatná
Náměstí Sv. Vavřince 1
362 37 Horní Blatná

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