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Lutherstadt Wittenberg

Die Lutherstadt Wittenberg an der Elbe ist das Zentrum vom gleichnamigen Landkreis und sein Stadtzentrum und der größte Teil des Stadtgebietes befinden sich am Nordufer der Elbe.
Im Norden erstreckt sich der Höhenzug Fläming mit drei Naturparks, im Süden ist die Dübener Heide und im Osten das Elbe-Elster-Land. Die Stadt erreichte als zeitweilige Residenzstadt und als Ausgangsort der Reformation eine hohe historische Bedeutung im 16. Jahrhundert.

Sehenswertes

Seit 1490 wurde die Schlosskirche beim Schlossneubau errichtet. Die Weihe war 1503 und ab 1507 war sie auch Universitätskirche. Ab 1525 wurde der lutherische Gottesdienst abgehalten. Friedrich der Weise 1525 sowie Martin Luther 1546 und Philipp Melanchton 1560 erhielten hier ihre Gräber. Touristen besichtigen jedes Jahr die Tür, an der Martin Luther die 95 Thesen angeschlagen hat.

Die Schlosskirche wurde 1883 bis 1892 umgestaltet. Aus Anlass des 500. Jubiläums des Thesenanschlags ist die Kirche umfassend saniert worden.

Stadt- und Pfarrkirche St. Marien ist die Mutterkirche der Reformation. Hier wurde 1521 der erste evangelische Gottesdienst abgehalten. Seit der Reformation war sie Amtskirche der Generalsuperintendenten des sächsischen Kurkreises. Die Ausstattung umfasst unter anderem Werke von Lucas Cranach d. Ä. und Lucas Cranach d.J..

Treppe der Schlosskirche in Wittenberg mit Luthers Thesen
Wohnhaus von Martin Luther in Wittenberg

Der repräsentative Fassadenbau Augusteum ist ein Erweiterungsbau der Universität Wittenberg „Leucorea“ gewesen. In seinem Innenhof befindet sich das einstige Wohnhaus von Martin Luthers. Heute ist hier das reformationsgeschichtliche Museum.

Das Melanchthonhaus in der Collegienstraße ist eine architektonische Sehenswürdigkeit der Renaissance. Hier lebte und starb Philipp Melanchton. Seit 2013 befindet sich in den Gebäuden eine Ausstellung.

Die 1502 gegründete Universität Leucorea in der Collegienstraße ist auch heute noch eine Lehreinrichtung. In ihr wirkten berühmte Persönlichkeiten der Reformationszeit.

Das Bugenhagenhaus neben der Stadtkirche ist das älteste evangelische Pfarrhaus der Welt und gehört zu den bedeutsamsten Gedenkstätten der Reformation. Als erster Pfarrer lebte hier Johannes Bugenhagen. Bis 1997 war es Wohn- und Arbeitsstätte der Wittenberger Superintendente.

Martin Luther Denkmal in Wittenberg
Martin Luther
Markt mit Stadt- und Pfarrkirche St. Marien in Wittenberg
Markt mit Stadt- und Pfarrkirche St. Marien
Philipp Melanchton Denkmal in Wittenberg
Philipp Melanchton

Im Zentrum der Altstadt befindet sich der Marktplatz mit einem Ensemble von Bürgerhäusern. Es ist das Alte Rathaus, ein Renaissancebau, Bauzeit von 1521 bis 1541 zu sehen. Mittig auf dem Markt stehen die Denkmale von Martin Luther und Philipp Melanchton sowie der Marktbrunnen.

Stadtkirche St.Marien, Schlosskirche, Lutherhaus und  Melanchthonhaus gehören seit 1996 zum
UNESCO-Weltkulturerbe.

Das Gebäude am Markt 4 und die Apotheke mit Hof an der Schlossstraße 1 sind mit der Künstlerfamilie Lucas Cranach und ihren Nachkommen verbunden. Die Cranachhöfe belegen das Wirken von den Malern Lucas Cranach d. Ä und d. J. sowie Hans Cranach, Augustin Cranach und Lucas Cranach III. Die Druckerstube war im Cranachhof.

In dieser wurden unter anderem die 95 Thesen, der erste Teil der Lutherbibel, Luthers Tischreden und zahlreiche Holzschnitte gedruckt. Nach der Rekonstruktion der Cranachhöfe richtete man in der Schloßstrasse wieder eine historische Druckstube ein. In Schauvorführungen wird auf einer Gutenberg-Presse vorgeführt, wie im Mittelalter gedruckt wurde.

Druckerstube im Cranachhof in Wittenberge

Regionale Informationen

Touristinformation
Schlossplatz 2
06886 Lutherstadt Wittenberg
Wanderkarte Lutherstadt Wittenberg vom Verlag Barthel
Aus der Stadtgeschichte

Die wirtschaftliche Entwicklung wurde lange geprägt von der Lage an der Via Imperii, der Nord- Süd-Handelsstraße von Stettin über Cölln, Leipzig, Nürnberg und Augsburg nach Italien. Ausgrabungsfunde belegen schon eine Besiedlung der Landschaft in der Jungsteinzeit. Eine erstenUrkunde von 973/1004 belegt die Existenz der Ortsteile Pratau und Seegrehna. Der Name Wittenberg tritt erst um 1174 erstmalig auf.

Im Jahr 1180 erbte der Askanier-Herzog Albrecht I. die Gegend um Wittenberg. 1227 gründete die Herzogin das Franziskanerkloster. Der Sohn Albrecht II. erhielt vom König, seinem Schwiegervater, die Kurwürde. Durch ihn wurde Wittenberg zur Residenz von Sachsen-Wittenberg. Er verlieh 1293 der Stadt die Stadtrechte. Erstmals bildete sich 1317 ein Rat und die niedere Gerichtsbarkeit erhielt sie 1332. Das Marktrecht folgte 1354. Es begann die Bürgerschaft eine Stadtmauer zu errichten. So konnten die Hussiten bei ihrem Kriegszug 1429 zwar die Stadt belagern aber nicht erobern.

Mit dem Tod von Albrecht III. 1422 bei einem Brand in der Lochauer Heide (Annaburg) starb die Linie der Askanier in Sachsen Wittenberg aus. Die Wettiner in Meißen erhielten die Kurwürde.

Mit der Leipziger Teilung 1485 waren drei Städte als Residenzen bevorzugt ausgebaut worden: Torgau, Weimar und Wittenberg. Mit dem Regierungsantritt vom Kurfürst Friedrich dem Weisen begann die Blütezeit der Stadt Wittenberg. Dank seiner Universitätsgründung entwickelte sich Wittenberg zu einem Zentrum des Humanismus. Durch das Wirken der Reformatoren um Martin Luther wurde die Residenzstadt zum Zentrum der Reformation.

Friedrich III. gründete in Wittenberg 1502 eine Universität mit kaiserlicher Erlaubnis. Die Anerkennung des Papstes erfolgte 1507. Der Schutz des Kurfürsten verhinderte einen direkten Zugriff der Kirche auf die Universität. Der kurfürstliche Hof wurde so zu einem Anziehungspunkt für Kräfte des Humanismus. Martin Luther wurde im Jahr 1508 Professor der Universität Wittenberg. Fast 40 Jahre lebte er im Eremitenkloster Wittenberg.

Ab 1517 trug vor allem die Verbreitung von Martin Luthers 95 Thesen dazu bei, dass Wittenberg eine hohe Anziehungskraft auf Gelehrte und Studenten ausüben konnte. Im Jahr 1518 war die Professorenstelle für die griechische Sprache zu besetzen und diese erhielt Philipp Melanchton.

Als Geburtsort der Reformation erlangte Wittenberg nach der Abkehr Luthers von der römisch-katholischen Kirche große Bekanntheit. Mit der Verbrennung der päpstlichen Kanonischen Rechte und der Bannandrohungsbulle vor dem Elstertor wurde die Trennung symbolisiert. Mit der Wittenberger Konkordie und der ersten Lutherbibel in deutscher Sprache, an der mehrere Professoren und Übersetzer mitarbeiteten, gingen wesentliche Impulse der Reformation aus. In dieser Zeit wurde in Wittenberg viel gebaut. Das Neue Rathaus am Markt entstand und die Stadt erhielt eine erste Röhrwasserversorgung.

Wittenberg musste nach dem Tod Friedrichs des Weisen seine sächsische Hauptstadtfunktion an Torgau abgeben.