Klöster und Kirchen

Kloster Grünhain

Erzgebirge

Das Kloster Grünhain war eine Zisterzienserabtei im gleichnamigen Ort im Westerzgebirge. Es bestand von 1230 bis 1536. Heute sind nur noch Teile der Ummauerung und Gebäudereste zu sehen. Der Graf Meinher II., Burggraf von Meißen und Graf auf Hartenstein aus dem Geschlecht der Meinheringer holte 1226 Mönche aus dem Kloster Sittichenbach (Walkenried und Eisleben) und förderte so die Besiedlung mit mainfränkischen Bauern. Nahe der Siedlung Grünhain bauten sie bis 1230 die Klosteranlage. Zu Ostern 1236 weihte der Naumburger Bischof die Zisterzienserabtei. Ausgrabungen in den 1930er und 1990er Jahren brachten die Umrisse der ursprünglichen Gebäude im hochgotischen Baustil wieder zum Vorschein.

Im Westen an der Klostermauer stand das Amtsgebäude, welches sich noch heute, umgebaut am Eingang zum Klostergelände, befindet. Der heute als Wohnhaus benutzte „Langschuppen“ diente den Mönchen als Getreidelager.
Ein Kräutergarten erinnert an den Anbau von Heilpflanzen.

Der „Fuchsturm“, in der zweiten Hälfte des 13. Jh an der inneren Klostermauer erbaut, diente als Tor zwischen den beiden Klosterbereichen.Das obere Turmgeschoss wurde als Gefängnis benutzt. So soll der Prinzenräuber Kunz von Kaufungen hier eingesessen haben. Nach Brandschaden ließ ihn das kurfürstliche Amt Grünhain nach dem Dreißigjährigen Krieg wieder aufbauen. Heute dient der Turm als Ausstellungsraum und Werkstatt des Grünhainer Schnitz- und Krippenvereins.

Fuchsturm im Kloster Grünhain

Aus der Klostergeschichte

Schon um 1230 erhielten die Mönche Grünhain zum Lehen. Um 1240 trat Meinher dem Kloster zehn Dörfer seiner Hartensteiner Besitzungen ab. Insgesamt waren um 1300 an die 30 Dörfer ganz oder anteilig zinspflichtig den Grünhainer Zisterziensern. Zehn weitere Klosterdörfer erwarben die Mönche im Gebiet Saaz und Kaaden in Böhmen. In seiner Blütezeit gehörten dem Grünhainer Kloster 3 Städte und 56 Dörfer, was seine Stellung als bedeutendstes sächsisches Kloster seiner Zeit unterstreicht. In der Altstadt von Zwickau besaß die Abtei den Grünhainer Stadthof. Das Kloster Grünhain besaß sogar Weingärten bei Jena.

Unter dem Einfluss des Klosters entwickelte sich Grünhain bald zu einer städtischen Siedlung, 1267 als oppidum bezeichnet. 1285 erhielt der Ort ein Stadtsiegel.

1429 stürmten Hussiten die Stadt und Kloster, plünderten und brandschatzten. Der Abt Eberhard, nach Zwickau entwichen, musste Schlettau verpfänden, um die Zerstörungen zu beseitigen. Danach versuchte man, sich auf gütlichem Wege mit den böhmischen Aufständigen zu einigen. Da diese Zusammenarbeit vom Kirchenstaat als Ketzerei eingeschätzt wurde, belegte Papst Paul II. das Kloster und seine Besitzungen mit dem Bann und exkommunizierte die Mönche und den Abt. Erst 1469 wurde der Bann aus wirtschaftlichen Interessen des Klosters und der Kirche aufgehoben.

1525 griffen Schönburger und Grünhainer Bauern das Kloster und die Dörfer in der Umgebung an. Während Ernst II. von Schönburg zur Schlacht bei Frankenhausen weilte, sammelten sich bei Zwickau und Stollberg am 6. Mai 1525 ca. 3000 Bauern. Am 7. Mai stürmten sie die Klöster Grünhain und das Cella bei Aue.

Das Ende nahte kurz danach durch die Reformation. Schon 1522 sollen 16 Mönche ihre Kutte abgelegt haben. 1533 beantragte eine kurfürstliche Kommission die Auflösung des Klosters. Drei Jahre später gingen die Besitzungen an den sächsischen Kurfürsten. Die Klosterbesitzungen wurden zum kurfürstlichen Amt Grünhain.

Kloster Grünhain im Westerzgebirge

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