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Bauernkriegspanorama

Nordthüringen
Bauernkriegspanorama Bad Frankenhausen

Das Bauernkriegspanorama ist ein Museumskomplex auf dem Schlachtberg nahe der Stadt Bad Frankenhausen am Südabhang vom Kyffhäuser. Im Museum befindet sich das monumentale Panoramabild über den Bauernkrieg mit dem Titel „Frühbürgerliche Revolution in Deutschland“. Entworfen und gemalt wurde es vom Leipziger Kunstprofessor Werner Tübke von 1976 bis 1987. Das Bild füllt eine Fläche von 1722m², eines der weltgrößten Bilder.

Der Standort war eine politische Entscheidung der damaligen DDR-Staats-und Parteiführung, um den großen deutschen Bauernkrieg und seinen bedeutendsten Führer Thomas Müntzer zu würdigen. Auf dem Schlachtberg wurde die Thüringer Bauern von einem vereinigten Fürstenheer vernichtet und dabei über 6.000 Bauern getötet.

Das Monumentalgemälde „Die Frühbürgerliche Revolution in Deutschland“ zeigt nicht den tatsächliche Ablauf der Vorgänge auf dem Frankenhausener Schlachtberg, sondern vielmehr ein Panorama der Zeit an sich. Es ist eine Geschichtsinterpretation.

Information zum Panoramabild

Der Beton-Rundbau ist 18 m hoch und hat einen Durchmesser von 44 m. Die Grundsteinlegung war 1974. Bereits 1975 waren der Rundbau und das Eingangsgebäude fertiggestellt. Die Bildleinwand ist 123 m lang und 14 m hoch. Sie wog unbemalt ungefähr 1,1 t. Gewebt wurde sie in einem Stück in der Sowjetunion. Nach der Aufspannung erhielt die Leinwand eine Grundierung nach einer alten russischen Geheimrezeptur.

Prof. Tübke verteilte auf die 1722 m² große Fläche mehr als 3000 einzelne Figuren, wovon die größten über 3 m messen. Das Bild ist durch einen umlaufenden Graben und Geländer vom Besuchersaal getrennt. Es wird von zahlreichenden lichtgedämpften Scheinwerfern angestrahlt und der Saal bleibt im Halbdunkel. Dadurch wird die plastische Wirkung des Rundbildes erzeugt.

Thomas Münzer in Zwickau

Historischer Hintergrund

Im Verlaufe des Großen Deutschen Bauernkrieg 1524/1525 kam es auch zum Aufstand in Nordthüringen und im Werratal. In Thüringen war der Prediger Thomas Müntzer der geistige Anführer der Bauern. Sie stürmten Burgen, Schlösser und Klöster und sammelten sich im Mai 1525 bei Frankenhausen. Nach der Unterwerfung der heimischen Adligen waren viele Bauern bereits abgezogen.
Durch ein vereinigtes Fürstenheer aus Sachsen, Hessen und Braunschweig unter Führung des Landgrafen Philipp von Hessen und des Herzog Georg von Sachsen wurde der Bauernhaufen auf dem Schlachtberg eingeschlossen. Den etwa 8000 Aufständischen standen ca. 6000 Landsknechte und Reißige gegenüber. Die fürstlichen Truppen verhinderten ein Ausweichen der Aufständischen aus ihrer Wagenburg. Die Bauern kamen zur Beratung zusammen. Die Aufforderung Müntzer und die Bauernführer auszuliefern, wurde abgelehnt. Müntzer predigte ein letztes Mal vor den Bauern.

Noch während die Aufständischen berieten, griff das Fürstenheer an. Die Bauern gerieten in Panik. Sie fanden keine Zeit zur organisierten Gegenwehr. Sie flohen in die Stadt und wurde auf dem Weg niedergemetzelt. Im Laufe der Schlacht gab es auf Seiten der Bauern mindestens 6000 Tote. 600 Aufständische wurden gefangen genommen, von denen noch am 16. Mai 300 vor dem Frankenhäuser Rathaus oder auf dem Anger hingerichtet wurden.

Thomas Müntzer wurde in der Stadt aufgespürt und an den Grafen Ernst von Mansfeld übergeben. Er wurde im Wasserschloss Heldrungen verhört und gefoltert und am 27. Mai 1525 im Feldlager der Fürsten bei Mühlhausen hingerichtet. Die Bauern der Ortschaften, die am Aufstand beteiligt waren, wurden in der Folge mit sehr hohen Strafen und Schadensersatzforderungen überzogen.


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