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Schloss Hubertusburg in Wermsdorf

Das Schloss Hubertusburg liegt in der Ortschaft Wermsdorf zwischen Oschatz und Grimma. Zum Hubertusfest am 3.November 1721 verkündete der Kurfürst und polnische König August der Starke in der Wermsdorfer Heide an Stelle des alten Renaissance-Jagdschloss einen Schlossneubau zu errichten. In der Mutzschener Heide, heute der Wermsdorfer Forst, wurde durch die Kurfürsten schon seit 1600 gejagt. Der Hofstaat vom Kurfürsten wurde hier jährlich zu großen Parforcejagden eingeladen. Innerhalb von drei Jahren entstand das große Schloss im Stil des Dresdner Barock, um die Unterbringung der großen Hofgesellschaften, der Jagdhunde und Pferde zu sichern. Hier wurden auch opulente Feste gefeiert.

In der Anfangszeit ist der südliche Vorhof, der so genannte Deutsche Jägerhof, mit dem Bäckertor entstanden. Das Hauptgebäude entstand bis 1732. Der Umbau des Hauptgebäudes zur heutigen viertelkreisförmigen Rundflügelanlage zog sich bis 1752 hin. Die Umbaupläne für den Kurfürsten August Friedrich III. lieferte der Oberlandesbaumeister Johann Christoff Knöffel.

Ab 1737 erfolgte der Bau des neuen Jägerhofes (Französischer Jägerhof), bestehend aus zwei parallel laufenden Reihen zweistöckiger Wohngebäude. Diese dienten für das Jagdpersonal, die Stallungen und Zwinger, Vorrats- und Sattelkammern, die Arbeitsräume des Bediensteten Handwerker, dann die Schlafkammern der Hundeburschen und Reitknechte. Der Premierminister Graf Brühl hatte ein eigenes Palais.

Nur kurz konnte sich der König und Kurfürst August Friedrich III. am prächtigen Schloss erfreuen, 1755 wurde die letzte Hofjagd veranstaltet. Nachdem die verbündeten Russen, Österreicher und Sachsen das Schloss Charlottenburg verwüsteten, befahl Friedrich II. das Schloss Hubertusburg zu plündern. Danach wurde alles Inventar restverwertet. Nur die Schlosskapelle wurde verschont.

Am Jahresanfang 1763 begannen im Schloss die Friedensverhandlungen zwischen Preußen, Österreich und Sachsen. Die Tische und Stühle für die Delegationen mussten erst aus der Umgebung zusammengeborgt werde. Im Auftrag des Kronprinzen Friedrich Christian verhandelte der Geheimrat Thomas von Fritzsch für Sachsen. Er war auch der Initiator des sächsischen Wiederaufbaus. Diesem wird mit einem Gedenkstein neben dem Schloss gedacht.

Ansicht von der osterburg in Weida / Ostthüringen
Ansicht von der osterburg in Weida / Ostthüringen

Die Nutzung nach dem Hubertusburger Frieden

Als Kurfürst stellte Friedrich Christian sofort das Jagdgeschehen ein. Im Schloss entstanden 66 Gnadenwohnungen für pensionierte Beamte und Bedienstete und es wurde 1770 eine Steingutfabrik eingerichtet. Teile des Schlosses nutzte man als Militärmagazin, Lazarett und Strafanstalt. Es entstand ein Hospital, welches im Laufe der Entwicklung zum Psychiatrischen Krankenhaus ausgebaut wurde. Ab 1835 bis 1918 wurde wieder das Hauptgebäude durch den König als Jagdschloss genutzt.

Zwischenzeitlich bis 1945 war das Schloss eine Unteroffiziersschule der Luftwaffe, später dann sowjetische Kommandantur. 1945 gründete sich das Allgemeinmedizinische Krankenhaus und wurde bald zu einer der größten Kliniken im Bezirk Leipzig.
Nach 1989 investierte man in die Sanierung des Fachkrankenhauses für Psychiatrie, Psychotherapie, Neurologie und Pädiatrie. Schrittweise erfolgte auch die Sanierung von Teilen des Schlosses mit Mitteln des Freistaates.