Kaiserpfalz in Goslar

Region: Region Niedersachsen

Kaiserpfalz im Süden der Stadt Goslar nimmt eine Fläche von ca. 340 m x 180 m ein. Sie besteht heute aus dem Kaiserhaus, dem Kollegiatsstift „St. Simon und Judas“ und der Pfalzkapelle „St Ulrich“. Das Kaiserhaus ist mit 54 mx 18 m der größte und zugleich besterhaltene Profanbau aus dem 11. Jh. in Deutschland. Er diente in der Zeit der Salierkaiser im 11. und 12. Jh als Aufenthaltsort.

Der Pfalzbezirk gehört seit 1992 mit der Goslarer Altstadt und dem ehemaligen Bergwerk Rammelsberg zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Das Kaiserhaus als zentraler Bau überragt in seiner Nord-Süd Ausrichtung das Areal. Ursprünglich stand an der Nordseite die Liebfrauenkirche, welche heute nicht mehr existiert. Den südlichen Abschluss des Gebäudekomplexes bildet die St. Ulrich Kapelle, die durch einen Arkadengang mit dem Pfalzgebäude verbunden ist.
Dem Kaiserhaus gegenüber, stand im Osten die Stiftskirche „St. Simon und Judas“. Diese wurde von 1819 -1822 bis auf die Vorhalle abgebrochen. Auf dem Pflaster des Parkplatzes sind noch die Umrisse kenntlich gemacht.
Im Zentrum des Hauses befinden sich zwei Säle übereinander. Der untere Wintersaal besaß eine Warmluftheizung, welche von Öfen an der Westseite des Gebäudes beheizt wurden. Im Norden befand sich das zweigeschossige Wohngebäude, welches der kaiserlichen Familie vorbehalten war. 1132 stürzte der Saalbau ein, wurde aber sofort wieder aufgebaut.

 

Kapelle Ulrich Kaiserpfalz

Die Pfalzkapelle „St. Ulrich“ im Süden des Kaiserhauses ist ein kreuzförmiger Unterbau mit vier Rundapsiden. Die Oberkapelle ist achteckig angelegt. Sie entstand im 12. Jh. Die Oberkapelle war der kaiserlichen Familie vorbehalten und grenzte direkt an den nördlich anschließenden Wohnpalast.
In der Unterkapelle steht heute ein Sarkophag, dessen Deckelplatte eine Plastik aus dem 13. Jh., welche den liegenden Heinrich III. darstellt. Der Sarkophag enthält, in einer vergoldeten Kapsel, das Herz Heinrich III.

Das ehemalige Kollegiatstift „St. Simon und Judas“, auch als Goslaer Dom bezeichnet, war eine dreischiffige Basilika mit Querschiff, drei Ostapsiden und einem Westwerk mit zwei achteckigen Türmen. Die Kirche wurde am 1051 durch den Kölner Erzbischof geweiht. Die Basilika war die größte romanische Kirche ihrer Zeit im Gebiet östlich des Rheins. Der Braunschweiger Dom wurde nach ihrem Vorbild errichtet.

 

Kaiserpfalz in Goslar

 

Aus der Geschichte der Kaiserpfalz

In den ersten Jahrhunderten des römischen Kaiserreiches deutscher Nation waren die Aufenthaltsorte der Herrscher nicht ständig stationär, sondern sie waren Reisekaiser. Sie besaßen in den wirtschaftlich starken Gegenden ihre Besitzungen und suchten diese jeweils auf, um Hof zu halten. Die Kaiserpfalz Goslar entstand aus einem Jagdhof aus der Zeit der Ottonen.

Heinrich II., der Sohn Otto III., ließ um 1005 einen ersten Pfalzbau in Goslar errichten. Seine Nachfolger in der Herrschaft hatten von 1030 bis nach 1050 weitere Ausbauarbeiten an der Pfalz ausgeführt. Ende des 12. Jh. wurden noch einmal Umbau- oder Erneuerungsarbeiten an den Gebäuden durchgeführt. Die jüngere Pfalzkapelle „St. Ullrich“ am südlichen Ende des Kaiserhauses entstand im 12. Jh.

 

Kaiser Wilhelm I.

1253 hielt sich mit Wilhelm von Holland letztmals ein Deutscher König in der Kaiserpfalz Goslar auf. 1289 zerstörte ein Brand einen großen Teil der Gebäude. Ein Jahr später erwarb die Stadt den Pfalzbezirk. Der Saalbau diente als Gerichtsstätte, Verwaltungsgebäude und als Lager- und Vorratsraum. So war das Kaiserhaus im 16. Jh. Kornspeicher. Die Ulrichkapelle war ab 1575 Gefängnis. Die Liebfrauenkirche stürzte ein und wurde ab 1722 als Baumaterial genutzt. 1802 war der Dom nur noch eine Ruine. 1865 stürzten Teile des Kaiserhauses ein.

Der Goslarer Rat beriet über den Abbruch. Man kam zum Entschluss, die Pfalz wieder zu rekonstruieren. Die Bauarbeiten begannen 1868. 1875 besuchte Kaiser Wilhelm I. die Baustelle und somit erhielt der Bau eine nationale Bedeutung. 1879 war die Restauration abgeschlossen.
Im nationalen Überschwang der Zeit hatte man den Bau ins Monumentale erhöht. Die Standbilder von Friedrich Barbarossa, Kaiser Wilhelm I. und der Braunschweiger Löwe sowie die monumentalen Wandgemälde im Inneren zeugen davon.

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