Burgen und Burgruinen

Reichsburg Kyffhausen

Nordthüringen

Auf einem Bergvorsprung im Nordosten Thüringens befinden sich unweit von Bad Frankenhausen die Ruinen der Reichsburg Kyffhausen und seit 1896 das Kyffhäuserdenkmal zu Ehren Kaiser Wilhelm I. Die strategisch günstige Lage des Burgberges wird für die frühe Besiedlung angenommen, was ältere archeologische Funde beweisen.

Im 12 Jh. entstand die 608 m lange und 60 m breite dreiteilige Burganlage Kyffhausen und der Bau wurde während der Regierungszeit von Friedrich I. Barbarossa (1152-1190) beendet. Mit dem Zusammenbruch des Staufenreiches um 1250 verfiel die Anlage. Die Dreiteilung der Reichsburg ist heute noch erkennbar.

Im Zentrum der Oberburg steht der ehemalige 30 m hohe Bergfried, der Barbarossaturm. Heute ist er 17 m hoch und trotzdem noch weit sichtbar.

Burgruinen der Reichsburg Kyffhausen / Thüringen
Oberburg der Reichsburg Kyffhausen

Er diente früher den Burgherren als Wehr- und Wohnturm. Heute gibt es eine Ausstellung zum mittelalterlichen Wehrturm und zu den Bodenbildern am Kyffäuser. Ein noch sichtbar innerer Graben grenzt die Oberburg vom restlichen Burggebiet ab.
Der ehemalige Haupteingang zur Oberburg wird heute als Erfurter Tor bezeichnet. Gegenüber befindet sich der Burgbrunnen. Mit 176 m Tiefe ist er der tiefste Burgbrunnen der Welt. Daneben ist das Burgmuseum mit einer Ausstellung von Grabungsfunden und ein Burgmodell.

Von der ehemaligen Mittelburg sind nur wenige Mauerreste vorhanden. Der rote Sandstein auf dem Gelände wurde früher gebrochen und für die Mühlsteinherstellung verwendet.
Die Unterburg ist der am besten erhaltene Teil der einstigen Reichsburg. Beeindruckend sind die zum Teil 10 m hohen Felsmauern, die eine gewaltige Ringmauer bilden. In den Sommermonaten finden auf einer kleinen Bühne vor der ehemaligen Kapelle Theateraufführungen statt.


  • Erfurter Tor
  • Burgbrunnen der Reichsburg
  • Unterburg der Reichsburg Kyffhäuser
  • Unterburg der Reichsburg Kyffhäuser

    Die Sage von Barbarossa

    Mit der Kyffhäuserberg ist die bekannte Barbarossasage eng verbunden. Nach dem Tode von Friedrich 1190 und dem anschließendem Zerfall des Staufenreiches um 1250 sehnte sich das Volk nach einem starken Kaiser, der für Recht und Ordnung sorgt.
    Unter der Erde vom Kyffhäuserberg soll Barbarossa schlafen und erst wieder erwachen, wenn sein Bart 3x um den Tisch gewachsen ist und die Raben nicht mehr um den Berg fliegen.

    Barbarossam Denkmal

    Kyffhäuser-Denkmal

    Das Kyffhäuserdenkmal, welches auch als Barbarossadenkmal bezeichnet wird, hat seine Ursprünge im Nationalismus nach der Reichsgründung 1871. Der Gedanke des wiederentstandenen starken einigen deutschen Reichs, so wie es in der Zeit des Stauferkönigs Friedrich I. Barbarossa bestand, wird hier propagiert. Deshalb ist im unteren Teil das Bildnis des in der nahen Höhle schlafenden Barbarossa mit seinem langen Bart und darüber auf dem Pferd der Gründer des preußisch-deutschen Kaiserreiches Wilhelm I.

    Der Berliner Architekt Bruno Schmitz entwarf das Denkmal. Die bautechnischen Vorbereitungen begannen 1890. Im Mai 1892 fand die Grundsteinlegung statt und am 18.06 1896 erfolgte die Einweihung des Kyffhäuser-Denkmals. Der Hauptteil ist der Denkmalturm. Von Terrassen umgeben sind an der Ostseite des Turmes die imposante 6,5 m hohe Sandsteinplastik vom Kaiser Friedrich I. Barbarossa und über ihn die Darstellung vom Kaiser Wilhelm I. als Reiter.

    Das 81 m hohe Denkmal ist nach dem Völkerschlachtdenkmal in Leipzig und dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica das drittgrößte Denkmal Deutschlands.

    Wer war Kaiser Friedrich I.?

    Der zweite Staufer auf dem deutschen Königs- und Kaiserthron wurde später wegen seines roten Bartes auch Barbarossa genannt. Geboren 1122, war er 1147 Herzog von Schwaben, ab 1152 deutscher König und ab 1155 Kaiser des Heiligen römischen Reiches. Zur Wahl Friedrichs kam es durch einen Interessenausgleich zwischen den Reichsfürsten. Der wichtigste Mitbewerber war der Welfe Heinrich der Löwe der königgleiche Rechte in Norddeutschland (Braunschweig) hatte. Durch die Sonderrechte für Heinrich entstand ein Interessenkonflikt. Einen Dauerkonflikt hatte der Kaiser auch mit den reichen nordlombardischen Städten und mit dem Papsttum.Der zweite Staufer auf dem deutschen Königs- und Kaiserthron wurde später wegen seines roten Bartes auch Barbarossa genannt. Geboren 1122, war er 1147 Herzog von Schwaben, ab 1152 deutscher König und ab 1155 Kaiser des Heiligen römischen Reiches. Zur Wahl Friedrichs kam es durch einen Interessenausgleich zwischen den Reichsfürsten. Der wichtigste Mitbewerber war der Welfe Heinrich der Löwe der königgleiche Rechte in Norddeutschland (Braunschweig) hatte. Durch die Sonderrechte für Heinrich entstand ein Interessenkonflikt. Einen Dauerkonflikt hatte der Kaiser auch mit den reichen nordlombardischen Städten und mit dem Papsttum.

    Die Weigerung einiger Städte, sich dem kaiserlichen Gericht zu unterwerfen, führte zu langwierigen Kämpfen, in denen Friedrich letztlich 1176 unterlag und Frieden schließen musste. Heinrich der Löwe hatte sich geweigert, dem Kaiser 1176 im Kampf gegen die lombardischen Städte beizustehen. Auf Bestreben der Fürsten wurde er gestürzt und musste ins Exil gehen. Im Mai 1189 brach der Kaiser zum Kreuzzug gegen Saladin nach Palästina auf, doch er ertrank am 10. Juni 1190 kurz vor dem Ziel im Süden von Anatolien bei der Durchquerung des Flusses Saleph. Ihm wurde wohl seine eiserne Rüstung zum Verhängnis.

    In Mitteldeutschland baute er das Reichsterritorium aus. Er weilte auch auf der Reichsburg Kyffhausen.

    Wer war Kaiser Wilhelm I.?

    Der zweite Sohn von König Friedrich Wilhelm III. und Königin Louise war bis zur Krönung im Militär tätig. So nahm er an der Völkerschlacht von Leipzig und am Frankreichfeldzug teil. 1848 war er an den Kämpfen in Berlin beteiligt und wurde fortan „Kartätschenprinz“ genannt. Nach dem Tode seines Bruders Friedrich Wilhelm IV. wurde er 1861 zum König gekrönt. Ein Jahr später berief er Otto von Bismark zum Ministerpräsidenten. Bismark betrieb die Einigung der deutschen Länder von Oben, also nicht als Volkswille, sondern durch die deutschen Fürstenhäuser. Nach seinem Tode 1888 begann bis 1918 eine Flut von Denkmalbauten, bis zu 1000 sind ihm gewidmet. Die größten sind das Kyffhäuserdenkmal, das Denkmal an der Pforta Westfalica und am Koblenzer Eck.

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