Urlaubsregion Böhmisches Erzgebirge

Die sächsische geologische Gliederung des Erzgebirges wird in Tschechien so nicht verwendet. Aus diesem Grund übernehmen wir die Beschreibung für den Ostteil des Gebirges analog der deutschen Einteilung bis zum Massiv des Loučná.

Im Westen ist der Mittlere Teil des tschechischen Erzgebirge (Krusne hory) und er umfasst das Massiv des Keilberges. Im Osten bildet die Böhmische Schweiz ein Teil des Elbsandsteingebirges die Grenze des Gebirgszuges. Als Erzgebirgsvorland im Süden wird das Egerbecken angesehen. Die Pultscholle des Erzgebirges fällt steil, bis zu 700 m zum Egergraben, ab.

 

Der Böhmische Kammweg

Der Kammweg war einst der längste Höhenwanderweg im deutschsprachigen Raum. Er führte vom Hainberg bei Asch, 758 m (Háj u Aše) über den Erzgebirgskamm, durch das Elbsandsteingebirge, das Kreibitzer Bergland, das Lausitzer Gebirge, das Jeschkengebirge, das Isergebirge, das Riesengebirge und das Adlergebirge bis hin zum Altvatergebirge.

Nachdem sich überall in den Regionen Gebirgsvereine gründeten und Aussichtstürme und Berggasthäuser bauen ließen, kam Josef Mohr aus Rumburg auf die Idee zur Einrichtung eines Fernwanderweges in Nordböhmen. Anregung gab das "Taschenbuches für Reisende durch den Thüringerwald" von Julius von Plänckner 1832 über die Rennsteigwanderung.
Im Jahr 1902 trafen sich die Vertreter der nordböhmischen und Lausitzer Gebirgsvereine und beschlossen die Einrichtung eines einheitlich markierten Weges vom Jeschken zum Rosenberg. Der neue Weg wurde mit Tatkraft markiert und war bereits im Mai 1903 nahezu durchgängig gekennzeichnet.

 
Eine erste größere literarische Erwähnung fand er durch den berühmten Heimatforscher Prof. Amand Paudler vom Nordböhmischen Exkursionsklub, der in seinem Buch „Der neue Kammweg“ 1904 über die Schönheit der durchstreiften Gebirgszüge schwärmte. 1903 beschloss man den Weg bis Bad Wurzelsdorf (Kořenov) im Isergebirge zu verlängern. Der Österreichische Gebirgsverein und der Deutsche Riesengebirgsverein übernahm die Markierung des Weges bis auf die Schneekoppe. Vom Rosenberg unternahm man auch die Markierung bis Tetschen (Decin).

Die weitere Erschließung eines Weges von Tetschen bis zum Keilberg im Erzgebirge formuliert Paudler 1904 ebenfalls als wünschenswert. Für das Teilstück vom Jeschken zum Rosenberg gab der Reiseführerautor Franz Hantschel 1905 seinen Kammwegführer heraus.

Die Idee des Kammweges fand auch bei den Erzgebirgsvereinen breite Zustimmung. 1904 beschloss der Nordwestböhmische Gebirgsvereins-Verband den Weg vom Hohen Schneeberg bis zum Hainberg bei Asch mit 216 km Länge, entlang des Erzgebirgskammes, mit dem "Blaukamm" zu kennzeichnen.
1907 veröffentlichte Josef Brechensbauer seinen Erzgebirgs-Kammwegführer über die gesamte Wegstrecke, der 1932 seine 3. Auflage erlebte.

Bereits 1907 verband der Kammweg unzählige touristische Ziele, Bergbauden und Aussichtstürme zwischen der Schneekoppe und dem Hainberg bei Asch. 38 Jahre lang war der Kammweg ein touristisches Glanzstück und wurde Stück um Stück nach Osten bis zum Altvater verlängert.
Die Besetzung des Sudetenlandes, der 2. Weltkrieg und die Vertreibung der Deutschen ließen die Traditionen abreißen. Die meisten Bergbauden, Wirtshäuser und Kammdörfer ebenso wie die Tradition des Kammweges wurde ausgelöscht.

Heute wird die Tradition wieder geweckt. Zwei Bücher sind in jüngster Zeit entstanden. Der Kammwegführer „Vom Jeschken zum Rosenberg“ vom Berg- und Naturverlag Rölke ist eine gute Anleitung, diese Wanderstrecke wieder zu beleben.

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