Oberharzer Wasserwirtschaft

Region: Region Niedersachsen

Das Oberharzer Wasserregal / die Oberharzer Wasserwirtschaft ist ein vom 16. bis ins 19. Jh. geschaffenes System zur Speicherung und bergbaulichen Nutzung von Wasser. Es diente als Antrieb der Wasserräder in den Bergwerken des Oberharzer Bergbaurevier.
Es gilt als das weltweit bedeutendste vorindustrielle Wasserwirtschaftssystem des Bergbaus, gemeinsam mit der Revierwasserlaufanstalt im Freiberger Bergbaurevier. Die Anlagen stehen seit 1978 als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz.

Am 31. Juli 2010 wurden die Bauwerke vom Oberharzer Wasserregal als Erweiterung der bereits existierenden Welterbestätte „Bergwerk Rammelsberg und Altstadt von Goslar“ zum UNESCO – Weltkulturerbe erklärt.

 

Die Anlagen werden zu einem großen Teil wasserwirtschaftlich zur Trinkwasserbereitstellung und Hochwasserschutz weiterhin betrieben. Ein weiterer Zweck ist die Pflege der historischen Kulturlandschaft, der Naturschutz und der Tourismus. Die meisten Wasserbauwerke sind bei Clausthal-Zellerfeld, Hahnenklee, St. Andreasberg, Buntenrock, Wildemann, Schulenberg, Altenau, Lauenthal und Torfhaus.

 

Wasserrad, um Pumpanlagen anzutreiben

Bergbau und Wasser

Bergbau ist, sobald ein Schacht abgeteuft wird, mit Sickerwasser und Wassereinbrüchen konfrontiert. Dadurch ist er sehr energieintensiv. Das Hauptproblem war, dass kontinuierlich geschöpft werden musste. Zunächst wurde dieses Problem von Wasserknechten mit Ledereimern gelöst, später entstanden Göpelanlagen, die Manneskraft wurde bald durch Pferde ersetzt.
Die Lösung war die Nutzung der Wasserkraft. Dazu leitete man Bäche auf Wasserräder, um mit diesen Schöpf- und Pumpanlagen anzutreiben.

Eine erste große Blütezeit hat im 12. und 13. Jh gegeben, als der Bergbau im gesamten Harz durch die Mönche des Zisterzienserklosters Walkenried organisiert und verwaltet wurde. In diese Zeit fällt auch der erste Einsatz von Wasserrädern zur Energieversorgung der Bergwerke. Für den Betrieb der Wasserräder war eine ständige, ausreichende Versorgung mit Aufschlagwasser notwendig.
Im Oberen Harz und auch im Erzgebirgskammgebiet, welche Wasserscheiden sind, ist die bereitstehende Wassermenge nicht immer gleichmäßig. Das Problem war oft, dass in Trockenperioden nicht ausreichend Aufschlagwasser bereit stand. Die Folge war, das Bergwerke absoffen. Die Bergleute waren danach arbeitslos. Als Lösungen boten sich Stausysteme und Wassergräben meist parallel zu den Berghängen an. So entstanden zahlreiche Teiche und Kunstgräben vor allem ab dem 16. Jh.

 

Mittels Wasserhebeanlagen war man um 1700 in der Lage, Teufen von 300 m zu erreichen. Um 1830 erreichte man eine Tiefe von 600 Metern, was bedeutet unter das Niveau des Meeresspiegels vorzudringen. Insgesamt entstanden im Oberharz 143 Stauteiche, 500 Kilometer Gräben und 30 Kilometer unterirdischen Wasserläufe. Heute sind noch in Verantwortung der Harzwasserwerke 65 Stauteiche, 70 Kilometer Gräben und 20 Kilometer Wasserläufe im Betrieb.
Die Vielzahl der Bauwerke und der Länge der Gräben lässt sich das Oberharzer Wasserregal am besten durch Wandern besichtigen. Auf Betreiben der Harzwasserwerke wurden in den letzten Jahren viele Wasserwanderwege angelegt.

Wasserrad, um Pumpanlagen anzutreiben

TourMedia, Siedlerweg 5, 01809 Heidenau

03529 511954



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