Abenteuer Eisenbahn und historische Verkehrsmittel in Sachsen

Dampfbahnen in Sachsen

Der Freistaat Sachsen hat eine fast 200-jährige Industriegeschichte, die von Anfang an mit dem Aufbau eines Eisenbahnverkehrs verbunden war. Um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert hatte Sachsen das dichteste Eisenbahnnetz in Deutschland.
In den letzten Jahrzehnten wurden durch vielfältigen technische Entwicklungen die Eisenbahnlinien überflüssig und wurden zurückgebaut. Viele Eisenbahnfeunde setzten sich für den Erhalt ein und retteten dadurch einige wertvolle Bahnlinien. Diese sind heute beliebte Erlebnisstätten für Touristen.

Zu Ihnen gehören:

Lößnitzdackel in Radebeul
Lößnitzgrundbahn bei Radebeul
Weisseritztalbahn
Weißeritztalbahn im Erzgebirge
Mueglitztalbahn im Osterzgebirge
Müglitztalbahn im Osterzgebirge
Pressnitztalbahn im Erzgebirge
Preßnitztalbahn im Erzgebirge

Fichtelbergbahn im Erzgebirge
Fichtelbergbahn
Zittauer Bahn in der Oberlausitz
Zittauer Schmalspurbahn

Historische Verkehrsmittel

Drahtseilbahn in Augustusburg
Drahtseilbahn in Augustusburg
Sesselbahn in Oberwiesenthal
4-er Sesselbahn am Fichtelberg
Schwebebahn Fichtelberg
Fichtelberg Schwebebahn

Geschichtliches

Am Beginn des Industriezeitalters stand der Bau der ersten deutschen Dampflokomotive, der Saxonia. Die Vorarbeiten für den Maschinenbau leistete Andreas Schubert, welcher auch die Entwicklung der erste technische Bildungsanstalt, die heutige Technische Universität, wesentlich mitbestimmte. Die Errichtung der ersten Fernbahnlinie von Dresden nach Leipzig war eine technische Meisterleistung.

Chemnitz entwickelte sich zum Zentrum des Maschinen- und Lokomotivbaus. Herausragend war die Arbeit von Richard Hartmann. Heute kann man über diese Industriegeschichte viel im Sächsischen Industriemuseum Chemnitz erfahren.

Verkehrsmuseum Dresden
Verkehrsmuseum Dresden
Industriemuseum Chemnitz
Industriemuseum Chemnitz
Schmalspurbahnmuseum in Radebeul
Bahnmuseum Radebeul

Dampflokomotive SAXONIA

Sie war die erste in Deutschland konstruierte und gebaute Dampflokomotive unter Leitung von Johann Andreas Schubert 1838 in Übigau bei Dresden. Eigens für ihren Bau und den Bau von Dampfschiffen erfolgte am 1. Januar 1837 die Gründung der Maschinenbauanstalt Übigau.
Nach zwei Jahren führte die SAXONIA erste Probefahrten auf dem fertiggestellten Gleisstück der Leipzig-Dresdner Eisenbahn-Compagnie durch. Die Direktion vertraute aber nicht dem sächsischen Lokomotivmodell. Der Eröffnungszug am 7. April 1839 wurde von zwei englischen Lokomotiven gezogen.

Die SAXONIA wurde später im Fahrdienst der LDE eingesetzt. Für 1843 kann eine Laufleistung von 8.666 Kilometern nachgewiesen werden. Im gleichen Jahr wurde sie zur Reservelok herabgestuft und 1849 verschrottet.
Am 12. April 1840 lieferte die Maschinenbauanstalt Übigau eine weitere Lokomotive namens PHOENIX an die LDE. 1853 wurde eine zweite Lokomotive mit dem Namen SAXONIA in Dienst gestellt.

Nach 150 Jahren erfolgte in den 1980er Jahren ein Nachbau. Am 1. Oktober 1988 wurde die Nachbau-Lokomotive erstmals angeheizt. 14 Tage später zeigte die neue Lokomotive bei einer Probefahrt ihre volle Funktionsfähigkeit. Eigentümer ist das DB Museum Nürnberg. Seit 2011 steht die nicht mehr betriebsfähige Lok als Leihgabe im Verkehrsmuseum Dresden.

Johann Andreas Schubert

... wurde 1808 in Wernesgrün geboren. Sein Vater war Tagelöhner. Er wuchs bei Pflegeeltern in Leipzig auf. Der Pflegevater war Polizeipräsident von Leipzig. Johann begann die Schulausbildung an der Thomasschule, setzte sie an der Garnisonsschule der Festung Königstein und im Freimaurerinstitut Dresden-Friedrichstadt fort. Ab 1824 studierte er Bauwesen und Architektur an der Akademie der bildenden Künste Dresden. Während seines Studiums lernte er auch in der Werkstatt des Ingenieurs Rudolf Sigismund Blochmann das Maschinenbauhandwerk kennen.
Mit 20 Jahren bekam er eine Stelle als Lehrer für Buchhaltung und Mathematik an der neuen „Königlich-Technischen Bildungsanstalt Dresden“ und wurde bereits nach vier Jahren zum Professor berufen. Seine Lehrfächer waren auch Maschinenbau und Eisenbahnbau. Sein Wissen vertiefte er auf eine Englandreise 1834.

1837 bei der Gründung der Maschinenbauanstalt Übigau berief man Schubert als technischen Direktor und Direktoriumsvorsitzenden. Gleichzeitig war er Mitbegründer der Sächsischen Elbe-Dampfschifffahrts-Gesellschaft. 1837 wurde in Übigau die Königin Maria, das erste Dampfschiff auf der Oberelbe, fertiggestellt. Ein Jahr später folgte der Dampfer Prinz Albert. Konstrukteur beider Schiffe war Johann Schubert.
Am 8. April 1839 fuhr Schubert mit der von ihm entwickelten Dampflokomotive „Saxonia“ hinter dem offiziellen Zug her, dieser wurde von zwei englischen Loks gezogen.

1839 kündigte er den Vertrag beim Actien-Maschinenbau-Verein und wurde wieder Hochschullehrer. 1850 vollzog er einen Lehrgebietswechsel zum Bauingenieurswesen und wurde 1851 Vorstand der Bauingenieurabteilung der Schule.

Besondere Verdienste erwarb sich Johann Schubert beim Bau der Elstertal- und der Göltzschtalbrücke. Er war Leiter der Prüfungskommission für die 81 Planentwürfe und entwarf auf Grundlage seiner statischen Berechnungen und aus Anregungen der Vorschläge selbst ein Planentwurf. Das Göltzschtalbrücke im sächsischen Vogtland war die erste statisch berechnete Brücke der Welt. Sie ist aus 26 Millionen Ziegelsteinen errichtet und somit die größte Ziegelsteinbrücke der Welt.

Im Jahr 1869 schied er aus dem Hochschuldienst aus und wurde zum Regierungsrat ernannt. 1870 verstarb er in Dresden.

TourMedia, Siedlerweg 5, 01809 Heidenau

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