Kloster Marienthal

Kloster Marienthal

Die Zisterzienserinnen-Abtei ist das älteste Frauenkloster des Ordens in Deutschland. Das Kloster Marienthal liegt südlich der Stadt Ostritz im Ortsteil Marienthal direkt am linken Ufer der Lausitzer Neiße. Görlitz befindet sich 20 km nördlich.

Aus der Klostergeschichte

Der klösterlichen Überlieferung nach wurde das Kloster 1234 von Kunigunde, der Tochter Philipps von Schwaben und Gemahlin des Königs Wenzel von Böhmen, in der Nähe des Handelswegs Prag-Zittau-Görlitz, gegründet. Die Urkunde belegt aber nur die Schenkung des Dorfs Seifersdorf durch Kunigunde an einen bereits bestehenden Konvent. Neuere Forschungen weisen auf eine Gründungsinitiative durch den Burggrafen von Dohna hin, welche versuchten hier eine eigene Herrschaft aufzubauen.

Bereits 1235 wurde St. Marienthal dem Zisterzienser-Orden inkorporiert und dessen böhmischer Provinz zugewiesen. Als Aufsicht fungierte zunächst der Abt vom Kloster Altzella. Der Prager Erzbischof weihte 1245 die Kirche. Erst 1783 wurde die kirchliche Bindung an Prag gelöst und das Kloster dem Domdekanat Bautzen unterstellt.
Die Abtei erwarb in der Folge umfangreichen Grundbesitz, so die Stadt und Herrschaft Ostritz sowie die halbe Herrschaft Rohnau (Trzciniec, OT von Bogatynia). Das Kloster profitierte auch von Zuwendungen der Burggrafen von Dohna. 1346 verlieh Johann von Böhmen dem Kloster die hohe Gerichtsbarkeit.

Während der Hussittenfeldzügen wurde die Abtei 1427 zerstört und bis 1452 wieder hergestellt. Jeweils 1515, 1542 und 1683 verursachten Brände erneut schwere Zerstörungen. 1685 begann der Wiederaufbau im Barockstil.
In der Reformationszeit konnte nicht verhindert werden, das zahlreiche Klosterdörfer evangelisch wurden und auch einige Äbtissinnen und Nonnen abtrünnig wurden.

Der Traditionsrezess von 1635 und die sächsische Verfassung von 1831 sicherten der Abtei den Fortbestand sowie alle althergebrachten Rechte und Freiheiten. Anfang des 19. Jahrhunderts war St. Marienthal Grundherrin in 21 Orten und vier Ortsteilen. 1838 gründete das Kloster ein Waisenhaus und eine Schule. Diese mussten 1938 zwangsweise schließen.
Im Zweiten Weltkrieg gab es im Kloster ein Lazarett. Die Weigerung der Schwestern, das Kloster zu verlassen, verhinderte die Sprengung der Gebäude, nur die Neißebrücke wurde zerstört.

Das Hochwasser der Neiße von 1897 zerstörte die barocke Innenausstattung der Klosterkirche. 1945 verlor die Abtei den Besitz in den polnischen Gebieten östlich der Neiße. Das Eigentum in Deutschland blieb erhalten, da das Kloster den Status der öffentlich-rechtlichen Körperschaft 1952 zurückerhielt.
1955 richtete das Kloster das „St.-Joseph-Pflegeheim“ für behinderte Frauen und Mädchen ein, 1979 folgte der „Pater-Kolbe-Hof“ in Schlegel – ein Heim für behinderte Männer. Nach 1989 flossen zahlreiche Mittel und Anstrengungen in die Renovierung des Klosters.

Im Jahr 1992 wurde der Konvent des Internationalen Begegnungszentrums St. Marienthal, gegründet. Der kulturhistorisch bedeutsame Klosterkomplex umfasst die Abtei, die Klosterkirche, die Propstei, die Kreuzkapelle und ein Sägewerk, die ehemalige Mühle mit Bäckerei und eine Brauerei. Das Begegnungszentrum bietet ein umfangreiches Seminar-Programm und in mehreren Gästehäusern Übernachtungsmöglichkeiten.
Das Kloster St. Marienthal besitzt große landwirtschaftliche Nutzflächen, die zum größten Teil verpachtet sind. Der Weinberg ist der östlichste Deutschlands. Im Behindertenheim „Pater-Kolbe-Hof“ leben 74 Menschen. Die dazugehörige Werkstatt besitzt 30 Arbeitsplätze.

Das Oder-Neiße-Hochwasser 2010 richtete Schäden über mehrere Millionen Euro an.


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