Kloster Marienstern

Kloster Marienstern

Die Zisterzienserinnen-Abtei liegt am Klosterwasser in Panschwitz-Kuckau, südöstlich von Kamenz. Das Kloster gibt es seit 1248 und 1998 feierte es sein 750-jähriges Bestehen. Teile des Klosters sind öffentlich zugänglich, so die Klosterkirche, Klostergarten, Klostermuseum (Schatzkammer), Klostergaststätte und Klosterladen. In der Abtei lebten 2017 12 Nonnen. Die Schwestern widmen sich neben den kirchlichen Handlungen, den Arbeiten in Haus und Garten sowie der Betreuung, Ausbildung und Beschäftigung behinderter Menschen.

1700 wurde die Klosterbrauerei St. Marienstern gegründet, die bis 1973 bestand. Das heutige „Kloster St.Marienstern–Klosterbräu“ wird in Wittichenau hergestellt.

Die Klosterpflege St. Marienstern

Als Klosterpflege bezeichnet man die Grundherrschaft von zwei Dutzend sorbischen Dörfern und den Städten Wittichenau und Bernstadt a.d. Eigen, welche bis 1848 bestand. Der Kern des Klostergebietes bestand aus dem „Oberland“ um Panschwitz, Crostwitz und Nebelschütz, sowie dem „Niederland“ von Räckelwitz und Wittichenau. Das Gebiet der ehemaligen Klosterpflege deckt sich noch heute mit dem katholisch-sorbischen Kerngebiet in der Oberlausitz in dem noch Sorbisch als Alltagssprache gepflegt wird.

Kloster Marienstern

Aus der Klostergeschichte

Während der Hussitenkriege wurde das Kloster während der Belagerung von Kamenz 1429 geplündert und gebrandschatzt. Die Nonnen waren nach Bautzen geflohen. Im Mittelalter erwarb St. Marienstern weitere Besitzungen. Zur Ausübung dieser Herrschaft in der ausgedehnten Klosterpflege ernannten die Äbtissinnen Klostervögte. Seit dem 15.Jahrhundert gehörte das Kloster zu den Landtagsständen in der Markgrafschaft Oberlausitz. Die Reformationszeit überstand das Kloster, ein Teil der unter dem Patronat von St. Marienstern stehenden Pfarreien blieben römisch-katholisch.

Mit der Auflösung des Klosters Altzella 1540 war längere Zeit die Aufsicht zwischen dem Domdekan von Bautzen und den Klostern Strahov und Königsaal umstritten. Mit dem Prager Frieden von 1635 wurden im Traditionsrezess der Fortbestand des katholischen Stifts im evangelisch-lutherischen Kurfürstentum Sachsen gesichert. Mit dem Übertritt von August dem Starken zum römisch-katholischen Glauben bestanden enge Verbindungen zwischen dem Kloster St. Marienstern und dem sächsischen Herrscherhaus. Von 1716 bis 1732 wurde die Klosteranlage im Barockstil umgebaut.

1826 wurde eine Mädchenschule das „St.-Josephs-Institut“ gegründet. Von 1848 bis 1872 kam es zur Ablösung der Erbuntertänigkeit und der Frondienste. 1933 wurde die Klosterschule für Mädchen geschlossen. Im Zweiten Weltkrieg gab es Einquartierungen von deutschen Umsiedler aus Besserabien, später folgten weitere Kriegsflüchtlinge und Heimatvertriebene.

Das Kloster blieb in der DDR bestehen. Seinen Grundbesitz brachte das Stift in die Kirchliche Land- und Forstwirtschaft ein, einem Betrieb des Bistums Meißen.
1973 wurde im Kloster das „Maria-Martha-Heim für behinderte Mädchen“ eröffnet.

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