Flora und Fauna im Nationalpark

Pflanzen1

Im Nationalpark weist das Klima Extreme auf, die sich durch die starke Gliederung der Landschaft erklären lassen. Die tief eingeschnittenen, canyonartigen Schluchten weisen ein kühles, feuchtes Kellerklima auf. Ursache dafür ist die geringe Sonneneinstrahlung und die schwache Windbewegung. Außerdem sind die teilweise bewuchslosen Felsriffe in den Sommermonaten starken Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht bis zu 60 Grad und in den Herbst- und Wintermonaten starken Windbewegungen ausgesetzt. Die Durchschnittstemperatur liegt bei 7° und ist im Elbtal höher als im Gebiet der Hinteren Sächsischen Schweiz. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei 700-900 mm und ist im Elbtal am geringsten.

Flora im Nationalpark

Ohne forstwirtschaftliche Nutzung würde das Gebiet des Nationalparks heute zum größten Teil aus Eichen- und Hainbuchenwäldern bestehen. In den letzten etwa 200 Jahren ist dieser Naturwald durch Fichtenwald ausgetauscht worden. Heute wird er allmählich in einen naturnahen Laubwald umgewandelt. Die starke Gliederung der Landschaft und die geologischen Störungen im Sandstein führen zu Besonderheiten in der Flora.

Gebiete mit früheren, vulkanischen Aktivitäten sind durch einen Buchenbestand gekennzeichnet. Typisch dafür sind das Gebiet um den Großen Winterberg, Raumberg und der Zeughausgang vom Goldstein bis Hinterhermsdorf. Im Frühjahr beeindrucken Buschwindröschen, Neunblättriger Zahnwurz und Hohler Lerchensporn.

Auf den freistehenden Felsriffen sind die Riffkiefernwälder dominant, die durch die Einwirkung von Wind teilweise den Windflüchtern ähnlich sind. Am Fuße der Felsen fällt die leuchtend gelbe Schwefelflechte auf. Vereinzelt sind an den Hängen Weißtannen zu finden.

In den Schluchten kommt es aufgrund des Kellerklimas zu einem reichen Vorkommen an Farnen und Moosen, besonders im Uttewalder Grund. Im Kirnitzschtal zwischen der Oberen und Unteren Schleuse und zwischen der Neumannmühle und Bad Schandau haben sich kleine Auenwiesen gebildet. Die Bodenvegetation, soweit vorhanden, besteht aus Heidekraut, Farnen und Heidelbeeren. Als weitere Pflanzen im Bodenbereich sind der Sumpfporst und das Fuchse Kreuzkraut zu erwähnen. Auf feuchten Felsflächen (Schichtfugen, Mundlochbereiche von Höhlen) wächst ganzjährig das an geringste Lichtverfügbarkeit und saure Wässer gut angepasste Leuchtmoos.

Tiere im Nationalpark

Bedingt durch die große geschlossene Waldfläche im östlichen Teil des Nationalparkes und die daran unmittelbar anschließende Waldfläche im Nationalpark Böhmische Schweiz, die nahezu unbesiedelt sind, haben eine Vielzahl von seltenen Tierarten hier ein Rückzugsgebiet gefunden. Bereits erloschene Populationen konnten wieder erfolgreich angesiedelt werden. Zur den Tieren (Fauna) gehören:

  • Vögel: Eulen, Habichte, Schwarzstorch, Eisvogel und alle Spechtarten
  • Säugetiere: 16 von 18 in Deutschland heimische Fledermausarten, Schwarzwild, Rotwild, Marder
  • Kriechtiere: Kreuzotter, Ringelnatter, Feuersalamander
  • Fische: Forellen, Lachse

Erfolgreiche Wiederansiedlungen

Der Wanderfalke war um 1970 vollständig verschwunden und wurde seit Anfang 1990 wieder angesiedelt. Derzeit existiert eine stabile Population. Zum erfolgreichen Ausbau des Bestandes dieser Raubvögel gehört, dass während der Brut- und Aufzuchtzeit (März bis August) Horstschutzzonen eingerichtet wurden.

Am Anfang des 19. Jh's war das Wildschwein ausgerottet, siedelte sich aber ohne menschliches Zutun seit 1950 wieder an und stellt heute eine starke, schadenanrichtende Population dar.

1907 bis 1911 und 1937 bis 1939 wurden Gemsen ausgesetzt, deren Nachfahren heute noch eine stabile Gemsenpopulation (in der Böhmischen Schweiz) bilden. Gleiches gilt für die Einbürgerung von Mufflons seit 1930.

Im Jahr 1743 wurde der letzte Luchs erlegt. Der Luchsstein im Lindengründel erinnert daran. Bestätigte Sichtungen eines Luchses in freier Wildbahn gibt es bis heute nicht; es wird aufgrund von Kotausscheidungen, Fährten und gerissenem Wild vermutet, dass sich inzwischen wieder eine kleine Luchspopulation angesiedelt hat.

TourMedia, Siedlerweg 5, 01809 Heidenau

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