Kirnitzschtal

Kirnitzschtal in der Sächsische Schweiz

Das Kirnitzschtal ist bei Wanderfreunden und Bergsteigern ein sehr beliebtes Seitental des Elbtals in der Hinteren Sächsischen Schweiz. Die Kirnitzschklamm entspringt im Lausitzer Bergland in Böhmen. Sie durchfließt die Stadt Krásná Lípa. Der tschechische Flusslauf ist als Khaatal (Kyjovske údoli) bekannt. In der Talweitung mündet der Weißbach in die Kirnitzsch. Von hier an bildet der Fluss auf 8 km die Staatsgrenze.
Nach mehreren Kilometern nach Norden fließend trifft sie auf die Straße von Bad Schandau nach Hinterhermsdorf. Sie windet sich parallel mit der Staatsstraße bis Bad Schandau und durchfließt dort den Kurpark und mündet schließlich auf einer Höhe von 116 m ü. NN in die Elbe.

Am Elbzufluss wurden in der Vergangenheit mehr als 16 Mühlen sowie an den Nebenbächen 9 Mühlen betrieben. Einige sind noch als Sägemühlen existent. Die Neumann-Mühle ist als Museum des Holzschliffs ein technisches Denkmal.
Die ehemalige Gemeinde Kirnitzschtal mit ihren Ortsteilen Altendorf, Mittelndorf, Lichtenhain liegen auf der Bad Schandauer Ebenheit an der Staatsstraße nach Sebnitz. Sie wurden zusammen mit den Ortsteile Ottendorf und Saupsdorf 2012 in die Stadt Sebnitz eingemeindet.

Der Ortsteil Mittelndorf verfügt über einen Haltepunkt im Sebnitztal an der Bahnstrecke Bad Schandau-Sebnitz. Eine Buslinie nach Sebnitz verbindet die Orte auch mit dem Elbtal.

Mühlenwanderung entlang der Kirnitzschklamm
Mühlenwanderung
Entlang der Kirnitzschklamm
Raubschloss auf dem Winterstein
Zum Raubschloss
Auf dem Winterstein

 

Obere und Niedere Schleuse

Obere Schleuse im Kirnitzschtal entstand 1567 aus Holz für die Holzflößerei. Die steinerne Staumauer wurde von 1816 bis 1817 gebaut und die heutige Schleuse aus Beton 1931 errichtet und steht unter Denkmalschutz. Der Stausee ist etwa 700 m lang und an der Staumauer 7 m tief. 1879 begannen die Kahnfahrten für Touristen. Die Anregung kam vom Hinterhermsdorfer Oberförster Hermann Schlegel und vom Gebirgsverein, welcher auch den Betrieb organisierte. 1952 übernahm die Gemeinde Hinterhermsdorf den Kahnbetrieb. Bis 1964 wurde neben dem Tourismus noch Holz geflößt.
Jährlich nutzen rund 50.000 Gäste die 20 Minuten dauernde Bootsfahrt in der romantischen Schlucht.

Auch die Niedere Schleuse zeugt von der Zeit des Flößens. Die Staumauer ist 32 m breit und kann auf 750 m 28.000 m³ Wasser anstauen. Sie wird heute vor allem bei der Schneeschmelze noch als Hochwasserschutz genutzt. Von 1985 bis 1993 rekonstruierten Waldarbeiter die zerfallene Anlage.

Die Holzflößerei

Die Kirnitzsch ist ca. 45,3 Kilometer lang. Davon befinden sich 15 km in Tschechien und 30 km in Sachsen. Das Einzugsgebiet beträgt rund 157 km². Sie hat 19 Zuflüsse.
Vom Mittelalter bis 1964 wurde der Fluss für die Holzflößerei genutzt. Sie war einer der wichtigsten Floßgewässer der Sächsischen Schweiz. Auf der 25 Kilometer langen Triftstrecke konnten große Holzmengen aus nur schwer erschließbaren Gebieten der Hinteren Sächsischen Schweiz kostengünstig und zeitsparend an das Elbufer in Bad Schandau gebracht werden.
An der Kirnitzschmündung in Bad Schandau war ein Ausschwemmplatz. Hier wurden Elbeflöße gebaut oder das Holz auf Schiffe verladen. In Dresden Neustadt gibt es einen Holzplatz, hier wurde das Brennholz für die Residenzstadt angelandet. Auch die Porzellanmanufaktur Meißen verbrauchte viel Brennholz. Gutes Holz, vor allem der früher hier wachsenden Weißtannen, wurde für den Schiffbau nach Hamburg gebracht.

1582 schloss der Kurfürst August ein Abkommen, um über 80 Jahre lang Holz aus der böhmischen Herrschaft Hainspach abzuholzen und zu flößen. So entstand um 1567 die Obere Schleuse, 1612 die Niedere Schleuse und Flossteiche in Böhmen.
Im 19. Jahrhundert wurde der Straßentransport ab der Neumannmühle eingeführt und das Flößen stückweise eingestellt. Der 15 km lange Flößersteig von Bad Schandau am Kirnitzschufer flussaufwärts vorbei am Lichtenhainer Wasserfall bis zur Neumannmühle erinnert heute anhand von Dokumentationstafeln an die schwere Arbeit der Flößer.

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