Rothschönberger Stolln

Der Rothschönberger Stolln ist das grösste und wichtigste Bauvorhaben mit dem von 1844 bis 1882 die Entwässerung des Freiberger Bergbaureviers sichergestellt wurde. Das Stollensystem besitzt eine Gesamtlänge von 50,9 km und hat 8 Lichtlöcher. Das Durchschnittsgefälle beträgt 0,033% (3,3mm pro Meter ). Der Stollen ist zu großen Teilen mit Booten befahrbar, da die lichte Weite 2,5 m und lichte Höhe 3 m bis zum 7. Lichtloch beträgt. Ab dem 7.Lichtloch ist die Höhe 1,5 m.
Der Rothschönberger Stolln entwässert in die Triebisch beim Ortsteil Rothschönberg von Klipphausen. Er besitzt zwei Mundlöcher. Drei Lichtlöcher haben noch ein Huthaus.

Die Hauptaufgabe des Rothschönberger Stollns ist heute die Entwässerung des Freiberger Bergbaureviers, vor allem des Lehr- und Forschungsbergwerks „Reiche Zeche“. Er dient auch bei Hochwassersituationen als Rückhaltespeicher. Die durchschnittliche Wasserführung bringt 0,7 m³/s. Der gemessene Höchststand waren 14,0m³/s am 12. August 2002.
Eine Befahrung des Eingangsbereiches hinter dem klassizistischen Hauptstollenmundlochportal ist nach Absprache mit dem Betreiber der Gaststätte „Triebischtalbaude“ in Neu Tannenberg möglich.

Rothschoenberger stollnRothschönberger Stolln
Rothschoenberger LichtlochRothschönberger Lichtloch

 

Bau des Rothschönberger Stolln

Schon am Anfang vom 19. Jahrhundert regte der Oberberghauptmann August von Herder den Bau eines Tiefen Meißner Erbstollns zur Elbe an. Damit sollten die abgesoffenen Grubenbaue um Halsbrücke wieder aufgewältigt werden können. Das von Herder angeregte Projekt wurde 1838 verworfen. Ein neuer Vorschlag eines um 9 km kürzeren und 97 m höher gelegenen Stollens wurde angenommen und 1844 begonnen.
Die sächsisch-königliche Finanzverwaltung ließ von Rothschönberg ausbauen. Im Freiberger Revier baute die Revierwasserlaufanstalt. Einzelne Bergwerke beteiligten sich ebenfalls am Ausbau. Der Mathematikprofessor der Freiberger Bergakademie Weisbach nahm mit den neuen Vermessungsinstrumenten Nivelliergerät und Theodolit an der Vermessung teil. Zur Abteufung der Lichtlöcher wurde Aufschlagwasser aus der Bobritzsch und dem Churprinzer Bergwerkskanal zugeführt. Der fiskalische Stollenteil realisierte 1877 bei Halsbrücke den Durchschlag zum Revierkanal beim Hoffnungsschacht. Beim weiteren Ausbau kam ein Maschinenbohrverfahren und italienische Arbeiter zum Einsatz. 1882 erreichte man die Grube Himmelsfürst südlich von Brand-Erbisdorf.

Der Rothschönberger Stolln erreichte das Freiberger Bergrevier zu einer Zeit, als der Silberabbau schon im Niedergang war. Schwierigkeiten waren schon währens des Baues zu überwinden. Im Gebiet Halsbrücke gab es einen vertikalen und horizontalen Messfehler, wodurch Nacharbeiten notwendig waren. Ein Verbruch und ein Schwimmsandtrichter erschwerten schon am Anfang den Ausbau. Insgesamt war der Stollenbau eine technische Meisterleistung. Die Baukosten beliefen sich auf 7.186.697 Reichsmark und lagen 79 % über der Planungssumme.

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