Im Tal der Müglitz

Im Tal der Müglitz

Die Müglitz ist ein ca. 49 km langer, linker Nebenfluss der Elbe und entspringt in Tschechien als Mohelnice am Nordost-Hang des 881 m hohen Cínovecký hřbet (Zinnwalder Berg). Westlich der Quelle lag das nach 1945 abgerissene Dorf Vorderzinnwald. In Richtung Osten fließend bildet sie windungsreich 4 km die deutsch-tschechische Grenze. Im Oberlauf heißt sie Weiße Müglitz. Nach dem sie den Voitsdorfer Bach aufnimmt fließt sie nach Norden. Beim Dorf Müglitz an der ehemaligen Hartmannsmühle tritt sie in sächsisches Gebiet ein. Bei Fürstenwalde nimmt sie von rechts den Schwarzbach (Černý potok) auch Sernitzbach genannt auf.

In der Folge hat die Müglitz ein 14 km langes, über 100 m tiefes steilwandiges Tal in den hier liegenden, Gneis geschnitten. Vor der Stadt Lauenstein fließt sie durch ein Rückhaltebecken, welches im Hochwasserfall 5 km³ Wasser stauen kann. Nördlich des Stadtgebietes Lauenstein nimmt sie das Rote Wasser (auch Rote Müglitz) auf. Verantwortlich für den Namen war das regelmäßige Ablassen von eisenhaltigen Aufbereitungsrückständen aus den Zinnwäschen um Altenberg.

Vor Glashütte befindet sich ein Quarzporphyr-Riegel, an dem sich der Fluss nach Osten wendet und in Glashütte von links die Prießnitz aufnimmt. Bei Oberschlottwitz mündet von rechts die Trebnitz. Anschließend passiert sie noch die Gemeinden Müglitztal, Weesenstein, die Stadt Dohna und mündet in Heidenau in die Elbe. Insgesamt hat die Müglitz 19 Zuflüsse.

Die Müglitz hatte eine große wirtschaftliche Bedeutung. An den böhmischen Zuflüssen existierten 3 Mühlen. In Fürstenwalde am unteren Dorfende befand sich das Hammerwerk Kratzhammer. Von Lauenstein bis zu den Dörfern Heidenau und Mügeln existierten 26 Mühlen und einem parallel verlaufenden Mühlgraben. Auch am Roten Wasser bis Lauenstein standen 4 und an der Prießnitz 2 Mühlen.

Aus einigen ehemaligen Mühlen und Hammerwerken wurden Betriebe vor allem der Papierherstellung, welche bis heute arbeiten. An einigen erinnert nur der Name wie Schlossmühle, Ehrlichtmühle, Drogenmühle, Hotel Mühlenhof oder Peschelmühle an die einstigen Tätigkeiten. Ein Haltepunkt der Müglitztalbahn heißt Hartmannsmühle. Im einstigen Mühlenobjekt ist heute der Heimattierpark eingerichtet.

Mueglitztal

Die entstehende Holz- und Papierindustrie sowie die Glashütter Uhrenfertigung und weitere Betriebe erforderten eine Verkehrsanbindung an das Dresdner Elbtal. Zwischen 1846 und 1864 wurde im Müglitztal die Talstraße erbaut und 1890 die Strecke der Müglitztalbahn bis Lauenstein und über das Tal des Roten Wassers weiter nach Geising errichtet.

Heute hat das landschaftlich schöne Tal eine wachsende Bedeutung für den Tourismus. Der sächsische König Johann, welcher in Weesenstein viele Jahre lebte, rühmte das Müglitztal als „das schönste Tal Sachsens“. Sehenswert sind die Schlösser Weesenstein und Lauenstein sowie die Kleinstädte Dohna, Glashütte und Lauenstein. Das Tal ist Landschaftsschutzgebiet und einige wertvolle Naturschutzgebiete sind hier auch enthalten.

Die Müglitz, normalerweise ein ruhiges Flüsschen, kann bei entsprechender V b - Wetterlage zu einem reißenden Strom werden. In der Zeit von 1609 bis 2002 ereigneten sich in dem Tal achtzehn schwere Hochwasser. In der Erinnerung sind noch die Jahre 1897, 1927, 1957 und das Augusthochwasser 2002. Zum Hochwasserschutz wurde das Rückhaltebecken in Lauenstein und ein erneuertes Becken an der Prießnitz erbaut.

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