Uranbergbau in Bad Schlema

Bergbau in Bad Schlema im Westerzgebirge

Aus der Geschichte

Im heutige Kurort Bad Schlema wurde durch den jahrhundertelangen Bergbau auf Eisen, Kupfer, Silber und Uran geprägt. Im Schlematal standen mehrere Hammerwerke und Schmelzhütten zur Verarbeitung des Erzes. Um 1500 wurde zur Entwässerung der Schneeberger und Neustädtler Gruben mit dem Bau des über 40 km langen Marx-Semler-Stolln (auch Markus Semmler Stolln) begonnen. Zur Beschaffung des Grubenholzes legte man von 1556 bis 1559 den Schneeberger Flossgraben an.

Mit der im Jahr 1946 erfolgten Aufnahme des Uranerzbergbaues durch das Objekt 02 der späteren SAG Wismut wurde Oberschlema zum Bergbauzentrum im Westerzgebirge. Infolge des oberflächennahen Abbaues des Urans begann ab 1949 die Absenkung des Oberschlemaer Talbereiches und ab Mai 1952 der Abbruch des gesamten Ortskerns mit Kirche, Gemeinde- und Kurzentrum. Die Stilllegung der Bahnlinie erfolgte am 1. August 1952. Alle erschlossenen Radonquellen waren dadurch durchkreuzt und versiegten.

Am 16. Juli 1955 kam es unter Tage zu einem schweren Unglück, welches 33 Tote und über 100 Verletzte forderte. Unter den Opfern waren viele Rettungskräfte. Bis 1990 förderte die SDAG Wismut fast 80.000 t reines Uran aus dem Schlema-, Silberbach- und Muldetal. Im Bergbaugebiet Aue-Alberoda / Niederschlema drangen die Bergleute bis zur Tiefe von 1.800 m vor. Die Hauptförderstrecken waren bei 1.200 m. Dieses erforderte einen hohen technischen Aufwand an Wasserhaltung, Bewetterung und bergmännischen Ausbau der Schächte.

Markus-Semmler-Stolln

Der Markus-Semmler-Stolln ist bereits für 1503 urkundlich belegt. Er wurde zunächst für den Kupfererzbergbau bei Oberschlema angelegt. Später diente er den Gruben des Wismut-, Silber-, Kobalt- und Nickelerzbergbaus in der breiten Umgebung von Schneeberg. Im 19. Jh. erfolgte die neue Anlage des Mundloches, dass durch den Schlussstein auf das Jahr 1841 datiert ist. Der Stolln erstreckte sich Ende des 19. Jh's über ca. 43 km. In der zweiten Hälfte des 20. Jh's war der Stolln das erste wichtige Erkundungsniveau für den Uranerzbergbau der SAG/SDAG Wismut und wurde als Bezugslinie für alle tieferen Auffahrungen genutzt. Etwa auf seinem Niveau wurden ab 1946 weitere 174 km Grubenbaue aufgefahren.

Noch heute entwässert der Markus Semmler Stolln das gesamte Schlemaer, Schneeberger und Schneeberg-Neustädtler Revier.

Besucherbergwerk Bad Schlema

... ist das ehemaligen Objekt 02 der SDAG Wismut. Der sanierte Schacht 15IIb wurde ab 1999 als Besucherbergwerk eröffnet und damit den Besuchern den Marx-Semmler-Stolln zugängig gemacht. In 50m Tiefe können sie den alt- und neuzeitlichen Schlemaer Bergbau von seinen Ursprüngen bis zur Wismutzeit an Originalschauplätzen hautnah erleben. ---> >> mehr Informationen

Schacht 371 Alberode

Der Schachtkomplex 371 bei Bad Schlema ist eine der wenigen Uranerz-Bergbauanlagen der SDAG Wismut, die in großen Teilen erhalten geblieben ist. Die ab 1956 errichteten Tagesanlagen umfassen das Schachtgebäude mit 50 m hohem Stahl-Fördergerüst, das Maschinenhaus mit Fördermaschine und ein großes Funktions- und Verwaltungsgebäude.

Der Bergbau in der weltweit größten Uranganglagerstätte erreichte eine Abbautiefe von mehr als 1.800 m. Die Schachtanlage, die bis zu 3.000 Personen beschäftigte, gehörte damit zeitweise zu den tiefsten Bergwerken Europas und lieferte bis 1990 mehr als 73.000 t Uran. Die Anlage beherbergt eine beachtenswerte lagerstättenkundliche Mineraliensammlung.

Museum Sächsisch-Thüringischer Uranerzbergbau

im Kulturhaus Aktivist
Telefon: +49 (0) 3771 290223

Öffnungszeiten:
Mo–Do: 9:00–17:00 Uhr
Sa–So: 10:00–16:00 Uhr
Mit Voranmeldung werden geführte Wanderungen auf dem Lehrpfad angeboten.


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