Historische Wegenetz der Dresdner Heide

Historische Wegenetz der Dresdner Heide

Die Dresdner Heide besitzt ein komplexes System historischer Wege. Schon in vorgeschichtlicher Zeit gab es Pfade, die die nachgewiesenen jungsteinzeitlichen - oder bronzezeitlichen Siedlungen verbanden. Die bis heute erhaltenen Strecken waren spätmittelalterliche Steige. Dazu zählen beispielsweise der Kolmische und Tarische Weg, der Rennsteig und der Diebsteig.

Um 1560 erschuf Johannes Humelius unter Kurfürst August ein Sternflügelsystem. Es war 1589 in der ersten Karte von Matthias Oeder vermerkt. Sein Zentrum befand sich im früheren Dresdner Saugarten in der Mitte der Heide. Von dort gingen im Abstand von jeweils 45 Grad acht Hauptachsen aus.Diese Flügel waren im Uhrzeigersinn durchnummeriert, beginnend mit 1 im Osten. Die Achse 4 zeigt genau nach Südwesten auf den Hausmannsturm des Dresdner Schlosses.

Fünf, achteckige Ringwege, die man als Kreuz 2 bis Kreuz 6 bezeichnete, umgaben das Zentrum. An den Kreuzungen mit den Sternflügeln knickten sie jeweils 45 Grad ab. Mit der Zeit gingen die drei innersten Ringe verloren, die anderen vier blieben jedoch erhalten. Von allen Sternflügeln sind mehr oder weniger große Teile übrig, die heute als Alte 1 bis Alte 8 bezeichnet werden. Im Zentrum dieses sogenannten Hellensystems steht eine Steinsäule mit den Zahlen 1 bis 8. Im nahen Moritzburg befindet sich eine vergleichbare Anlage.

Heinrich Cotta, der Gründer der Forsthochschule in Tharandt, reformierte um 1832 das System der Wege. Dies hatte forstwirtschaftliche Gründe. Gekennzeichnet waren sie von A im Südosten bis M bei Radebeul. Den Flügel D ließ Cotta aus, da sich in seinem Bereich die Radeberger Landstraße befand. Im rechten Winkel dazu entstanden von Ost nach West nummerierte Schneisen, 20 davon liegen in der Dresdner Heide, 21 bis zur 29, in der Jungen Heide. Dieses System wird bis heute forstwirtschaftlich genutzt.

In späterer Zeit entstanden weitere Waldwege nach den Bedürfnissen der sächsischen Armee und der Naherholung. In den 1970er Jahren wurden im Zuge der Bildung des Landschaftsschutzgebietes neue Wanderwege und Markierungen geschaffen. Mit der Lausitzer Schlange quert auch ein Fernwanderweg die Dresdner Heide.

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Wegezeichen

Bis heute haben sich die historischen Wegezeichen erhalten, dessen Symbolik sich sehr von heutigen Wanderwegzeichen unterscheidet. Dazu entrindeten Ortskundige stückweise die Bäume, schnitten Symbole ein und malten diese rot aus. Dies geschah wahrscheinlich erstmals im 12. oder 13. Jahrhundert und daraus entwickelte sich der Beruf des Waldzeichenschneiders. Aus den amtlich-kursächsischen Vermessungsunterlagen, deren Erstellung Kurfürst August im 16. Jh. anordnete, ging ein Waldzeichenwesen hervor, das sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Zenit seiner Entwicklung befand.

Weitere Erläuterung sind auf den Wanderkarten Dresdner Heide von GeoSN und von Sachsenkartographie.

TK dresdner heide 236
Dresdner Heide
1:10 000 / 5,50 €
SK Dresdner Heide
Dresdner Heide
1:15 000 / 5,90 €

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TourMedia, Siedlerweg 5, 01809 Heidenau

03529 511954


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