Hrad Nejdek (Burg Neudek)

Zámek Průhonice (Pruhonitz)

Die Burg Neudek (Zřícenina hradu Nejdek) war eine mittelalterliche Felsenburg im Zentrum der Stadt Nejdek im Westerzgebirge. Als letzter Rest ist der romanisch-gotische Turm erhalten. Die Anlage soll gegen Ende vom 13. Jh. bis Anfang 14. Jh. errichtet worden sein. Um die gleiche Zeit siedelten unterhalb der Burg oberfränkische Zinnseifner. Aus einem Lehnsbrief vom 20. September 1341 war der erste belegte Burgbesitzer der Ritter Konrad Plick. Nach mehreren Besitzerwechseln ging die Burg 1446 an die Grafen Schlick über.
Im Jahre 1602 veräußerte Graf Stephan Schlick Neudek an Friedrich Colonna Freiherr von Fels. Zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges war die Burg auf dem Felsen wohl noch vorhanden und bewohnt. Nachdem das protestantische Geschlecht Colonna von Fels gezwungen war, aus Neudek zu emigrieren, bekam der Graf von Chudenitz die kleine Stadt. Unter dem Sohn des Grafen wurde das alte Schloss abgerissen.

Der im Querschnitt trapezförmige Bergfried blieb als einziger Teil der Anlage erhalten und wurde als Glockenturm der nahestehenden Stadtpfarrkirche St.Martin genutzt.


Stadt Neudek

Nejdek (Neudek) liegt im böhmischen Teil des Erzgebirges im Tal der Rolava (Rohlau), eines linken Nebenflusses der Ohře (Eger). Nördlich über der Stadt ist der 977 m hohen Tisovský vrch (Peindlberg) mit einem Aussichtsturm. Die Stadt befindet sich an der alten Handelsstraße Leipzig-Prag über den Frühbußer Pass. Diese Straße ist heute nur noch als Wandergrenzübergang nutzbar. Die Stadt Nejdek besteht aus 10 Ortsteilen. Neudek ist die älteste Bergstadt im Westerzgebirge.

Sehenswertes:
  • Stadtmuseum mit Ausstellung zur Volkskunde des Erzgebirges (Náměstí Karla IV. 238)
  • Turm der alten Burg auf einem Felsen
  • Neues Schloss (1653 fertiggestellt)
  • Aussichtsturm auf dem 977 m hohen Tisovský vrch (Peindlberg)

Zámek Průhonice (Pruhonitz)
Stadtpfarrkirche St.Martin



Aus der Geschichte

Zinnseifner aus Oberfranken waren im 13. Jh. dem Verlauf des Flusses Rohlau gefolgt und ließen sich bei der Burg nieder. Die neuen Siedler stießen hier auf umfangreiche Zinnvorkommen. 1340 erwarb der Ritter Peter Plick den gesamten Lehensbesitz vom Stift Tepl. 1410 verkauften die Plicks die Herrschaft und das Städtlein an den Egerer Patrizier Hans Forster. Außerdem war ein Eisenhammer genannt, was auch auf Eisenerzbergbau schließen lässt. 1446 erwarb Graf Matthias Schlick das Gut Neudek. 1454 erhielt Neudek eine eigene Zinnschmelze. 1494 war erstmals urkundlich das Neudeker Waldzinnrecht erwähnt, ein Vorläufer der späteren Bergordnung, die den Zinnseifenbergbau in der Herrschaft Neudek regelte. 1545 erhielt das Revier ein eigenes Bergamt mit Bergmeister und 1602 der Ort offiziell städtische Privilegien. Durch den Dreißigjährigen Krieg kam der Bergbau zum Erliegen. 1633 gelangte die Herrschaft an die Grafen Czernin von und zu Chudenitz, die hier ein neues Schloss anlegten. Nach dem Niedergang des Bergbaus im 17. Jh. verdiente die Bevölkerung ihren Lebensunterhalt vor allem durch Heimarbeit. Grösste Bedeutung spielten dabei die Knopfmacherei, Weberei und Spitzenklöppelei. Im ausgehenden 19. Jh. entwickelte sich die Stadt zum bedeutsamen Industriestandort. Die „Eisenwerke AG Rothau-Neudeck“, Kammgarnspinnereien und Betriebe der Holz- und Papierfabrikation entstanden. Während 1830 hier 1978 Einwohner lebten, erhöhte sich die Bevölkerungszahl bis 1930 auf 9042 Einwohner (davon 269 Tschechen). In Göggingen/Augsburg wurde 1984 das Heimatmuseum für Stadt und Landkreis Neudeck eingerichtet.


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