Stausee Lipno / Vodní nádrž Lipno

Lipno Stausee

Der Vodní nádrž Lipno (Stausee Lipno) liegt an der Grenze zu Österreich im Nationalpark Böhmerwald und ist Teil der Moldau-Kaskade. Ein kleiner Teil liegt auf österreichischem Staatsgebiet. Bekannt ist er auch als Südböhmisches Meer oder Böhmerwald Meer. Er wurde 1959 fertiggestellt und sollte die Region, insbesondere die Städte Budweis und Prag, vor Hochwasser geschützen.
Der Stausee hat ein Volumen von 309,5 Millionen m³ und ist mit 4650 ha der größte See der Tschechischen Republik. Sein Pegel befindet sich bei Vollstau auf 725,6 m.n.m., seine Länge 42 km bei einer maximalen Breite von 5 km. Der 296 m lange Staudamm ist teils ein Erdschüttdamm und teils eine Gewichtsstaumauer aus Beton.

An der oberen Moldau befand sich bereits im Tertiär ein natürlicher See, welcher sich einen Durchbruch schuf und das Moldautal formte. Dieses Gebiet war schon in der Mittelsteinzeit besiedelt. Nachgewiesen sind aus dem Mittelalter Orte wie Frymburk (Friedberg), welcher bereits 1277 erwähnt wird. Holzfäller nutzten die Energie des Flusses zum Holzschwemmen. Am Oberlauf der Moldau gab es damals zahlreiche Mühlen und Hammerwerke.

1892 gab es erste Überlegungen durch Staudämme die Hochwassergefahr zu verringern. Es kam nicht dazu da die Landwirte nicht bereit waren, ihre Grundstücke zu verkaufen. Das Hochwasser 1920 führt zu einer erneuten Planung und 1930 gab es die ersten konkreten Pläne von Ingenieuren des Landesamtes, den geplanten Damm in der Nähe von Lipno zu errichten. Der Ort eignete sich ,da hier auf 10 Flusskilometern einen Abfall von 145 m bestand.

Nach der Vertreibung der Sudetendeutschen nach 1945 waren die Grundbesitzverhältnisse für die Regierung vereinfacht, da viele Grundstücke dem Staat zufielen. Die ersten Bauarbeiten begannen bereits 1950. Etwa 550 ha Wald waren abzuholzen, vier Orte abzureißen und zwei Friedhöfe zu verlegen.
Das Kraftwerk Lipno I entstand als Kavernenkraftwerk. Zwei Abflusstollen von 3,6 km mussten gebohrt werden. Am 30. Dezember 1955 um 02:30 Uhr wurde die Moldau in ihr neues Flussbett umgeleitet.
Im Januar 1957 begann der Bau des unterirdischen Kraftwerks (Höhle - Innenmaße 60 x 22 x 38 m). Juni 1958 wurde der letzte Block des Damms betoniert und Juli 1959 fand der erste Probelauf des elektrischen Systems statt.

Tourismus

Der See ist seit der Errichtung eines der beliebtesten Reiseziele in Böhmen. Zunehmend finden Gäste aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden an das Böhmerwald-Meer. Die Kombination von Wassersport und Naturerlebnis machen den Stausee so beliebt.
Motorbootfahren ist auf dem See verboten. Ausgenommen sind zwei Rundfahrtschiffe, die Linienschifffahrt sowie drei Fähren.
Es finden nationale und internationale Meisterschaften statt, so zum Beispiel im Segeln, Rafting und Kanuslalom.
Im Winter gibt es um den See zahlreiche Langlaufmöglichkeiten sowie Abfahrtspisten in Lipno und Frymburk sowie einen jährlichen Eislaufmarathon und Eissurfing-Veranstaltungen.

Den See umgeben große Fichten- und Buchenwälder, zahlreiche Sümpfe sowie größere landwirtschaftliche Nutzflächen. Zahlreiche geschützte Vögel und Säugetiere sind hier beheimatet wie Wachtelkönig, Braunkehlchen, Birkhuhn, Wanderfalke, Rebhühner, Uhu und Seeadler. Luchse und sogar Elche sind hier zu finden.
Anziehungspunkt ist der Fischreichtum im See. Er ist ein Eldorado Angler. Es werden jährlich Fische im Wert von mehreren Millionen Kronen ausgesetzt, was durch den Verkauf von Angelscheinen finanziert wird. Es gibt Karpfen, Hechte Zander, Forellen, Bachsaiblinge, Flussbarsche, Flusskrebse und Flussperlmuscheln.

Sehenswert sind die historischen Ortskerne von Frymburk und Horní Planá sowie das nahe Cesky Krumlov.
Zu erreichen ist der Stausee aus Deutschland über den Grenzübergang Phillipsreut, aus Österreich über den Grenzübergang Weigetschlag , aus Prag über die E 55 oder mit dem Zug nach Černá oder Lipno.

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TourMedia, Siedlerweg 5, 01809 Heidenau

03529 511954


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