Böhmen

MARIÁNSKÉ LÁZNĚ

Westboehmen

Der Kurort Mariánské Lázně (Marienbad) liegt in 630 m Höhe am Südwestrand des Kaiserwaldes (Slavkovský Les) in dem klimatisch milden, nach Süden hin offenen Tal des Úšovický potok in der westböhmischen Bäderregion (Západočeské lázně). Marienbad besitzt sehenswerte Bauten und Kuranlagen. In der Stadt selbst entspringen 40 Heilquellen, in der Umgebung rund 100 weitere.

Die Mineralquellen sind reich an Kohlensäure und Mineralsalzen. Empfohlen werden Trinkkuren, Moorbäder und andere Behandlungen gegen Atmungs-, Stoffwechsel- und Nierenerkrankungen, Verspannungen und Schmerzen im Bewegungsapparat.

Sehenswertes

  • Stadtmuseum am Goetheplatz mit geologischem Park.
  • „Singende Fontäne" an der Kurkolonnade
  • Römisch-katholische Dekanatskirche Mariä Himmelfahrt (1848)
  • Talsperre Marienbad liegt nördlich von der Stadt

Regionale Informationen

Tourist Information
Hlavní 47/28, Dům Chopin
353 01 Mariánské Lázně
Tel.: + 420 354 622 474

Aus der Geschichte

Ende des 12. Jh.'s gründete der böhmische Gaugraf Hroznataa von Ovenec im Flusstal das Stift Tepl des Prämonstratenserordens. Zu dieser Zeit war die Gegend ein Sumpfgebiet. Im 14. Jh. wurde die nach der Pest entvölkerte Gegend von Deutschen neu besiedelt. Die Chorherren des Stiftes Tepl kannten schon im Mittelalter die Heilquellen, als Säuerlinge genannt. 1528 ließ König Ferdinand I. das Quellwasser untersuchen. Aus der Ferdinandsquelle wurde danach Salz gewonnen und als Glaubersalz verwendet. 1679 erschien eine Beschreibung über die vorhandenen Quellen. Kranke aus der Umgebung badeten im Quellwasser und tranken es.

Der Klosterarzt untersuchte die Heilwirkung der eisenhaltigen, hypotonischen, mineralisierten Säuerlinge und brachte eine Veröffentlichung heraus. In den Jahren 1807 und 1808 ließ der Abt des Stiftes im Quellgebiet an der Marienquelle, die wegen Schwefelgeruches auch „Stinkquelle“ genannt wurde, ein erstes festes Badehaus errichten.
1813 richtete der Abt des Stifts einen Badeort ein, der 1818 als solcher anerkannt wurde und nach der Marienquelle den Namen Marienbad erhielt. Er gilt damit als Begründer des Kurortes Marienbad.

1824 hatte Marienbad bereits einen guten Ruf als Kurort. Goethe war 1820 zum ersten Mal da. Ihm zu Ehren wurde in dem Kurhaus „Zur Goldenen Traube“, das Stadtmuseum eingerichtet. Richard Wagner fand Ruhe und Inspiration in Marienbad. Hier entwarf er seine Werke „Lohengrin“ und die „Meistersinger von Nürnberg“.
1865 erhielt der Ort die Stadtrechte und mit dem Eisenbahnanschluss 1872 nahm der Kurbetrieb einen großen Aufschwung. König Edward VII. von Großbritannien und der österreichische Kaiser Franz Joseph I. besuchten den Kurort. Zur Jahrhundertwende besuchten ca. 25.000 Patienten jährlich die Kuranlagen, 1929 wurden es 41.000 Kurgäste.

Im Jahr 1931 beseitigte die Regierung die Alleinverfügungsgewalt des Stifts Tepl. Die Bäder und Kuranlagen wurden einer Kommission aus Vertretern des Staates, der Stadt und des Stifts Tepl unterstellt.
1946 wurden die Kureinrichtungen in Marienbad - im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört - verstaatlicht. Nach 1989 erfolgte die Privatisierung viele staatseigene Betriebe, darunter auch alle Kureinrichtungen, Hotels, Wohngebäude und sonstigen Betriebe in Marienbad.
Viele Gebäude, vor allem die im Kurbezirk, sind inzwischen saniert. Man setzt wieder stark auf ausländische Kurgäste.


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