Moritz von Sachsen

Moritz wurde 1521 in Freiberg als Sohn Herzog Heinrichs des Frommen von Sachsen geboren. Er war der Enkel des Herzogs Albrecht, welcher nach der Leipziger Teilung die Residenz von Meißen nach Dresden verlegte. Der junge Fürst wurde katholisch, aber auch durch seine Eltern, die zum Protestantismus konvertierten, evangelisch erzogen. Er lebte in Magdeburg, Torgau, Dresden und an der Residenz seiner Eltern in Freiberg. 1541 heiratete er die Tochter des Landgrafen Philipp von Hessen, eines der Führer der Protestanten im Reich.
Mit zwanzig Jahren erbte er den Herzogstitel seines Vaters. Er betrieb auf Rat seines Beraters eine Politik, die ihm eine gute Stellung zu den Habsburgern sicherte. Gleichzeitig konfeszierte er das katholische Kirchengut. Aus dem Klosterbesitz stiftete er die Fürstenschulen in Grimma, Meißen und Schulpforta.

Zwischen 1542 und 1546 ließ er das Jagdschloss Moritzburg im Wald- und Teichgebiet nördlich von Dresden errichten. 1548 erfolgte ein repräsentativer Umbau des Dresdner Residenzschlosses. Die Burg Klippenstein in Radeberg und das Jagdschloss Wildeck in Zschopau wurden auch unter seiner Herrschaft im Renaissance-Stil umgebaut.

Moritzburg von SachsenJagdschloss Moritzburg

 Wegen Streitigkeiten mit seinem Vetter Kurfürst Johann Friedrich I. aus Torgau hielt er anfänglich Distanz zu den protestantischen Fürsten. Im Streit um das Amt Wurzen kam es fast zum Krieg, den Landgrafen Philipp von Hessen und Luther verhindern konnten. Als 1546 der Kaiser die Reichsacht gegen Johann Friedrich I. verhängte, war Moritz gezwungen, Partei für den Kaiser zu ergreifen. Nach wechselnden Verlauf der Kämpfe unterlag das protestantische Heer bei Mühlberg. Der Landgraf und der Kurfürst wurden Gefangene des Kaisers. Moritz erhielt die sächsische Kurfürstenwürde vom Kaiser Karl V.

Da sein Schwiegervater Philipp und Johann Friedrich I. vom Kaiser entgegen den Versprechungen in Gefangenschaft gehalten wurde, wurde Moritz als „Judas von Meißen“ beschimpft. Kaiser Karl V. glaubte mit dem Reichstag 1548 in Augsburg die Glaubensspaltung überwunden zu haben. Im Bündnis mit dem französischen König stellte sich Moritz an die Spitze der protestantischen Fürstenopposition und eroberte die kaisertreuen Städte in Süddeutschland. Nach dem Fall der Feste Ehrenberg bei Reute floh der Kaiser. Mit dem Vertrag von Passau, mit des Kaisers Bruder Ferdinand, schuf Moritz die Voraussetzungen für den Augsburger Religionsfriedens von 1555. Seinen Schwiegervater und der Vetter aus Torgau musste der Kaiser freilassen.

Der Markgraf von Brandenburg-Kulmbach, Albrecht Alcibades, Moritz sein ehemaliger Verbündeter, begann den zweiten Markgrafenkrieg und eroberte Würzburg und Bamberg. Moritz, der den Landfrieden im Reich wieder herstellen sollte, zog gegen Alcibades. In der Schlacht bei Sievershausen 1553 siegte er, wurde aber durch einen Schuss schwer verwundet und starb nach zwei Tagen. Sein Grab, ein prunkvoller Renaissance Kenotaph, befindet sich im Dom zu Freiberg. Da der Kurfürst keine männlichen Erben hatte, wurde sein Bruder August Kurfürst. Diese ließ an der Hasenbastei der Festung Dresden das Moritzmonument errichten.

Moritz von Sachsen war einer der bedeutendsten Wettiner Fürsten im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation.

MoritzmonumentDas Moritzmonument an der Hasenbastei der Festung Dresden

TourMedia, Siedlerweg 5, 01809 Heidenau

03529 511954


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