Aus der Stadtgeschichte von Zittau

Stadtgeschichte von Zittau

Die erste urkundliche Erwähnung ist von 1238, als in einem Dokument erstmals die Burgherren von Sitavia genannt wurden. 1255 gab König Ottokar von Böhmen Zittau Stadtrechte. Zittauer Kaufleute brauchten in Böhmen keine Zölle bezahlen. Die Stadt besaß bis 1300 das Recht, Münzen zu prägen. Außerdem wurde ein Landgericht eingesetzt. Die Stadt kam bald zu Reichtum. 1268 wurde das Franziskanerkloster gestiftet; 1300 gründete der Johanniter-Ritterorden eine Komturei.Das Zittauer Gebiet gehörte zur Markgrafschaft Meißen.

Die Besitzer wechselten in kurzer Folge:

  • Als Reichslehen kam es 1158 unter die böhmischen Krone.
  • Wenzel II. verpfändete 1283 Zittau mit der Burg Oybin dem Markgrafen von Brandenburg.
  • König Johann von Böhmen, dann die Herren von Leipa, danach wieder Johann, dann Herzog Heinrich von Jauer.
  • Kaiser Karl IV. gab 1348 Zittau als Sicherheit an Herzog Rudolf von Sachsen (Wittenberg). Die Stadt kaufte sich 10 Jahre später aber wieder frei.

Im Jahr 1346 gründete Zittau gemeinsam mit Bautzen, Görlitz, Lauban, Löbau und Kamenz den Oberlausitzer Sechsstädtebund. Zittau trug den Beinamen „Die Reiche“ - Hauptwirtschaftszweig waren Tuchherstellung und -handel sowie die Bierbrauerei. Zur Stadt gehörten insgesamt 36 Dörfer. 1424 belagerten die Hussiten vergeblich Zittau. Die Hussitenkriege schädigten die Wirtschaft der Stadt, die Handelsverbindungen nach Böhmen rissen ab.
1359, 1372, 1422, 1455, 1473 und 1589 hatte es schwere Stadtbrände gegeben. 1463 brach die Pest erstmalig aus, weitere Epidemien folgten 1555, 1559 und 1599.

Magister Heidenreich begann 1521 in Zittau deutsch zu predigen. Der Protestantismus setzte sich nach 1538 endgültig durch. In selben Jahr wurde die Johanniter-Komturei aufgelöst, 1543 folgte das Franziskanerkloster. Der Unwillen des Sechsstädtebund, dem Kaiser im Schmalkaldischen Krieg zur Seite zu stehen, führte 1547 zum Oberlausitzer Pönfall. Zittau erlitt große wirtschaftliche Verluste durch die Einschränkung der städtischen Rechte, erholte sich aber schnell wieder.
Nach der Pestwelle 1599 und dem grimmigen Winter 1606 brannte 1608 wiederum die Stadt, verursacht durch Brandstiftung. Dabei wurden drei Viertel Zittaus zerstört. Aus Böhmen emigrierten zahlreiche Protestanten nach Zittau.

Im Jahre 1620 verpfändete der Kaiser Ferdinand II. die Lausitz an den sächsischen Kurfürsten Kurfürst Johann Georg I. Dieser erlangte mit dem Prager Frieden 1635 endgültig die Herrschaft. Eine Kaufmannssocietät wurde 1705 gebildet, der Zittauer Leinwandhandel ging nach ganz Europa. Die Tuchmacherei und die Brauereien brachten den Bürgern großen Reichtum. Im Siebenjährigen Krieg wurde die Stadt 1757 von österreichischen Truppen in Brand geschossen und die Johanniskirche mit der Silbermann-Orgel, das Rathaus und 4/5 der Wohnhäuser zerstört. 1767 begann der Wiederaufbau der Johanniskirche, deren Bau erst 1837 vollendet wurde. Ein Schauspielhaus baute man 1802, das neue Zittauer Rathaus wurde 1845 eingeweiht.

Die Stadtmauer ließ man von 1820 bis 1869 abtragen, es entstand der „Grüne Ring“ bis 1914. Die Stadt entwickelte sich zu einem Zentrum der Maschinen- und Textilindustrie. Neben der Zittauer jüdischen Gemeinde wurde in der Zeit des Nationalsozialismus auch die tschechische Minderheit aus der Stadt vertrieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele vertriebene Deutsche aus Polen und Böhmen nach Zittau. Zittau verlor durch die neue Landesgrenze die Ortsteile Großporitsch und Kleinschönau.

Es gab bis 1989 nur einen Grenzübergang nach Sieniawka (Kleinschönau). 1991/1992 entstanden neue Gewerbegebiete in der Weinau und in Pethau. Mit der Gebietsreform 1996 kam der Landkreis Zittau zum Landkreis Görlitz.
Anfang Mai 2004 fand die zentrale Deutsch – Tschechisch - Polnische Feier zur EU-Osterweiterung in Zittau statt.
Am 21. Dezember 2007 feierten europäische Staatsoberhäupter an den Grenzübergängen nach Porajów und Hrádek die Einstellung der Grenzkontrollen.
Von 1970 bis 2007 wurden die Gemeinden Pethau, Hartau, Hirschfelde und Wittgendorf in die Stadt Zittau eingemeindet.

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