Weißwasser (obersorbisch Běła Woda)

Weisswasser im Lausitzer Neisseland

Weißwasser (obersorbisch Běła Woda) liegt im Nordosten von Sachsen in der Region Lausitzer Neisseland und ist die drittgrößte Stadt im Landkreis Görlitz und hat derzeitig 16.850 Einwohner. Die Stadt umgibt eine an Braunkohle reiche Heidelandschaft und zahlreiche Seen. Im Osten befindet sich die deutsch-polnischen Grenze. Geografisch befindet sich die Stadt zwischen dem Muskauer Faltenbogen im Norden, der Muskauer Heide im Nordosten und dem Tagebau Nochten im Südwesten. Das Stadtgebiet ist umgeben von weitläufigen Kiefern-Eichen- Wäldern, die von Nordenwesten bis Osten durch Teichgebiete unterbrochen werden.

Seit 1932 wird in Weißwasser Eishockey gespielt. Zu DDR-Zeiten war die SG Dynamo Weißwasser häufigster Meister. Heute spielen die „Lausitzer Füchse“ in der 2. Eishockeyliga.

Sehenswürdigkeiten

  • Glasmuseum Weißwasser un der Forsterstraße
  • Glasmacherbrunnen vor dem Bahnhof
  • Wasserturm an der Schwimmhalle, das Wahrzeichen von Weißwasser
  • Waldeisenbahn Weißwasser-Muskau-Kromlau

Ausflugsziele

Weisswasser Glasbrunnen

Aus der Geschichte

Im Jahr 1552 wurde Weißwasser erstmals als Besitz der Standesherrschaft Muskau erwähnt. Die erste kartographische Erfassung war 1593. Das Dorf Weißwasser war über Jahrhunderte eine kleine Landgemeinde. 1860 begann die Braunkohleförderung. Gleichzeitig errichtete man eine Ziegelei. Mit dem Bau der Bahnlinie Berlin-Görlitz erhielt 1867 Weißwasser einen Bahnhof. Dadurch war eine industrielle Entwicklung begünstigt.

Während der Gründerzeit entstanden elf Glashütten, fünf Glasverarbeitungsbetriebe, drei Ziegelein sowie einige Kohlewerke. Ca. 75 % der Einwohner arbeiteten in der Glasindustrie. Weißwasser war zur Jahrhundertwende das Zentrum der europäischen Glasproduktion. Als ein damals neues Produkt wurden hier von Osram Glaskolben für Glühlampen gefertigt.
Der Forstmeister Seitz entwickelte auf Grund der vielen Waldbrände ein Feuerwarnsystem und erhielt 1902 das deutsche Reichspatent für den weltweit ersten Feuerwachturm. Zur besseren Rohstofferschließung wurde 1897 eine Kleinbahnlinie gebaut. Am 28. August 1935 erhielt Weißwasser das Stadtrecht.

Nach dem 2. Weltkrieg war etwa 40 % der Stadt zerstört. Fünf Monate nach Kriegsende wurde die Glasproduktion wieder aufgenommen und die Glasindustrie nahm einen Aufschwung. Durch den Bau des größten Braunkohlekraftwerkes der DDR in Boxberg stieg die Bevölkerungszahl auf 39.000 Einwohner an. Zahlreiche Plattenbausiedlungen entstanden.
Nach der politischen Wende schlossen die meisten Industriebetriebe. Nur zwei Glaswerke blieben übrig. Es kam zu einer großen Stadtflucht, die Arbeitslosenquote überschritt 20 %. Heute leben nur noch 17.500 Einwohner in Weißwasser.
Durch Bürgerenscheid kamen die Städte Hoyerswerda und Weißwasser 1990 zu Sachsen.

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TourMedia, Siedlerweg 5, 01809 Heidenau

03529 511954


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