Lubań (Lauban) in der Oberlausitz

Luban in der Oberlausitz

Lubań (Lauban) ist eine Stadt in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Bis 1945 gehörte Lauban zur preußischen Provinz Schlesien. Die Stadt ist Mitglied der Euroregion Neiße. Sie liegt an den nördlichen Vorland des Isergebirges am linken Ufer des Flusses Queis. Görlitz ist 24 km westlich von Lubań.

Sehenswürdigkeiten in Lubań (Lauban)

Pfarrkirche der Hl. Dreifaltigkeit wurde erstmals 1320 erwähnt und nach einem Brand 1879 abgetragen. 1861 entstand nordöstlich ein Neogotische Kirchenneubau. Die evangelische Kirche wurde erstmals 1384 erwähnt und 1452 neu errichtet und später mehrmals umgebaut. Die neugotische Innenausstattung ist von 1887 bis 1888.

Renaissance-Rathaus auf dem Marktplatz wurde von 1539 bis 1544 errichtet und nach einem Brand 1561 wieder aufgebaut. Es folgten mehrmalige Umbauten. 1945 das Rathaus teilweise zerstört und nach 1960 rekonstruiert. Eine Nachbildung der Postdistanzsäule vom Görlitzer Tor steht auch auf dem Marktplatz.

Im Gebäude der Lateinschule von 1591 mit schlichte Renaissancefassade und Gewölbe wurde 1864 ein Lyceum eingerichtet. Heute ist es eine Berufsschule.

Das Haus zum Schiff ist ein viergeschossiges Kaufmannshaus von 1715.

Der zylindrische Brüderturm, ein Wehrturm, wurde vermutlich ca. 1318 zeitgleich mit der Stadtmauer erbaut, die in Teilen erhalten ist.

Aus der Stadtgeschichte

Lauban entstand vermutlich neben einer slawischen Siedlung (Alt Lauban), zwischen dem Fluss Queis und dem Alt Laubanbach. Der Ort wurde um 1220 gegründet und erstmals 1268 urkundlich erwähnt. Im 13. Jahrhunderts erhielt es das Stadtrecht nach Magdeburger Recht. Es wechselte mehrmals den Landesherrn. Nach dem Tod des Herzog Heinrich von Jauer fiel das Land 1346 wieder an Böhmen. Im gleichen Jahr trat es dem Oberlausitzer Sechsstädtebund bei.

Im Frühjahr 1427 wurde Lauban von einem hussitischen Heer erobert. Bei einem Massaker kamen rund 1000 Katholiken, darunter vielen aus Böhmen vertriebenen Priester und Prager Studenten um. Um 1540 nahmen die Bürger der Stadt den evangelischen Glauben an, das Magdalenerinnenkloster blieb katholisch. Deshalb gab es hier eine Simultankirche. 1546/47 verlor Lauban im Pönfall seine zehn dem Rat gehörenden Kammerdörfer.

Mit dem Prager Frieden kam Lauban 1635 in den Besitz des Kurfürstentums Sachsen. Der Dreißigjährige Krieg ging weiter, Einquartierungen und Durchmärsche sächsischer, kaiserlicher und schwedischer Truppen folgten. Nach 1653 nahm die Stadt zahlreiche Exulanten aus Böhmen und Schlesien auf. Während des Großen Nordischen Krieges 1707 hielt sich der Schwedenkönig Karl XII. in Lauban auf. Im Siebenjährigen Krieg 1757 wurde die Stadt besetzt. Insgesamt sechs mal gab es große Stadtbrände.

In den Jahren 1812 bis 1813 wurde die Stadt vom Durchzug bayerischer und italienischer Truppen, der Grande Armee und durch Brandschatzung geplagt. Mit dem Wiener Kongress 1815 fiel Lauban an Preußen. Zu dieser Zeit hatte die Stadt rund 4.300 Einwohner. 1854 gründeten sich die Laubaner Tonwerke. Die tiefroten Ziegel fanden Verwendung an der Fassade des Roten Rathauses von Berlin. 1866 erhielt der Ort einen Eisenbahnanschluss.

Ende des 19. Jahrhunderts ging man über zur Herstellung von Wandsteinen mit Porzellanglasur. Auch die Textilindustrie entwickelte sich in dieser Zeit. Eine Spezialisierung war die Herstellung von Taschentüchern. Es entstand der Werbeslogan „Lauban putzt der Welt die Nase“.
Am Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurde Lauban zu ca. 60 Prozent zerstört und nach dem Einmarsch der Roten Armee unter polnische Verwaltung gestellt. Die verbliebenen deutschen Bewohner wurden vertrieben. Seitdem trägt sie den polnischen Namen Lubań.

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