Aus der Stadtgeschichte Bautzen

Bautzen in der Oberlausitz

König Heinrich IV. gab das Land an Wratislaw II. und dieser als Mitgift an Wiprecht von Groitzsch. 1135 fiel das böhmische Reichslehen wieder an die Krone zurück. Kurze Zeit herrschte hier der Wettiner-Markgraf Konrad. Danach gehörte das Land Budissin bis 1635 den Böhmenkönigen.

Nachgewiesen ist, das spätestens 1213 Bautzen das volle Stadtrecht besaß. Zwischenzeitlich war die Stadt an die brandenburgische Linie der Askanier verpfändet. 1346 wurde durch Bautzen die Gründung des Oberlausitzer Sechsstädtebundes initiiert. Der böhmische Landvogt residierte bis 1635 in der Ortenburg. Im Hussitenzug nach Sachsen belagerten diese die Stadt 1429 und 1431 vergeblich.
Von 1469 bis 1490 gehörte Bautzen mit anderen böhmischen Nebenländern zu Ungarn unter Matthias Corvinus. Zwischen 1520 und 1525 setzte sich die Reformation durch. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt mehrmals belagert und 1634 durch die kaiserlichen Truppen niedergebrannt. Dabei waren 700 Tote zu beklagen. Durch den Prager Friedensschluss 1635 wurde die Oberlausitz Markgrafentum und Budissin Hauptstadt der sächsischen Oberlausitz.

Zu einem zweiten großen Stadtbrand kam es 1709 und dieser verändert das Stadtbild, das Bild der heutigen Altstadt entstand. Während des Befreiungskrieges fand am 20./21. Mai die Schlacht von Bautzen zwischen der russisch-preußischen Armee und den Franzosen statt. Die Verbündeten mussten die Schlacht wegen der zahlenmäßigen Überlegenheit Napoleons abbrechen und sich nach Schlesien zurückziehen. Über 20 Dörfer im Umfeld der Stadt waren zerstört.
1868 erfolgte offiziell die Umbenennung der Stadt von „Budissin“ in Bautzen.
Der Bau der Sächsischen Landesstrafanstalt „Gelbes Elend“ war 1904 fertig gestellt. 1921 wurde Bautzen Bischofssitz des katholischen Bistums Meißen und 1979 kam er nach Dresden.

Zu Pfingsten 1933 beging man in Bautzen die 1000-Jahr-Feier der Zugehörigkeit der Oberlausitz zum Deutschen Reich. Diese Feier berief sich auf einen nicht nachweisbaren Ritt Heinrich I. in die Nieder- und Oberlausitz um 932. Das sollte eine Inbesitznahme bedeuten. Viele Gegner des Nationalsozialismus waren von 1933 bis 1945 in den Haftanstalten Bautzen I u. II inhaftiert, so u.a. der KPD-Vorsitzende Ernst Thälmann und der tschechische Journalist Julius Fucik. Ein KZ-Außenlager bestand bei der Waggonbau- und Maschinenfabrik (Wumag).

Am Ende des zweiten Weltkrieges erlitt die Stadt große Schäden, sie war bis zum 8. Mai umkämpft und in deutscher Hand. Die Kuppeln des Lauenturms und der Michaeliskirche wurden zerstört und fast alle Brücken gesprengt. Es gab viele Todesopfer. Nach dem Ende des Krieges wurde die Landesstrafanstalt ein sowjetisches Speziallager. Von den 27.300 Gefangenen sind bis 1950 mindestens 3.000 Menschen ums Leben gekommen. Danach wurde das Gefängnis Bautzen II für politische Gefangene in der DDR genutzt. 1992 erfolgte die Schließung und heute ist sie eine Gedenkstätte.

In der DDR entwickelte sich Bautzen zu einer Wissenschafts- und Industriestadt. Hier waren unter anderem die Großbetriebe VEB Waggonbau Bautzen, das Schneidmaschinenwerk „Perfecta“, ein Fernmeldetechnikwerk und ein Baustoffkombinat vorhanden. Es gab eine Fachhochschule für Maschinenbau, das Sorbische Lehrerbildungsinstitut und das Institut für sorbische Volksforschung. Der im Osten der Stadt befindliche Flugplatz Bautzen wurde von der NVA-Luftwaffe zur Fliegerausbildung genutzt und war von 1986-1990 die Offiziershochschule „Otto Lilienthal“.

Am 1. September 2002 feierte Bautzen mit einem Festumzug seine Ersterwähnung vor tausend Jahren.

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