Jöhstadt im Erzgebirge

Jöhstadt im Mittleren Erzgebirge


Jöhstadt liegt im Erzgebirge an der Grenze zur Tschechischen Republik. Im Tal des Schwarzwassers und im Preßnitztal bei Schmalzgrube gibt es zwei Grenzübergänge für Fußgänger.

Ein besonderer Anziehungspunkt sind die Preßnitztalbahn und das Besucherbergwerk „Andreas-Gegentrum-Stolln“. Im Sommer locken gut markierten Wanderwege und im Winter die Langlaufloipen.

Ortsteile von Jöhstadt sind Grumbach, Oberschmiedeberg, Schmalzgrube und Steinbach.

Sehenswürdigkeiten in Jöhstadt

Preßnitztalmuseum
... in Großrückerswalde OT Niederschmiedeberg

Preßnitztalbahn
... ist von Jöhstadt bis Steinbach im Betrieb. Sie fährt an jedem Wochenende von Mai bis Oktober, Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten mit Bahnhofsfest, im Advent, zum Jahreswechsel und in den Winterferien.

Alter Schmelzofen in Schmalzgrube
Erstmals erschien im Amtserbbuch von 1550 ein Hammerwerk in Schmalzgrube. Dem Annaberger Bürger Andreas Müller wurde 1559 die Konzession erteilt, ein kleines Pochwerk und eine Hütte mit Ofen anlegen zu dürfen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Schmelzwerk zerstört.
1659 begann mit der Erlaubnis zum Errichten eines Hochofens und des Blechhammers wieder die Erzverhüttung. Dem Besitzer wurde auch das Brau-, Mahl- und Backrecht verliehen. Bis 1739 wechselten mehrmals die Besitzer. Der Großpöhlaer Erbrichter Pistorius erstand das Werk. Von seinem Sohn Carl August Pistorius wurde 1766 das noch bestehende Hammerherrenhaus errichtet. Der nächste Besitzer aus Elterlein versuchte das Hammerwerk zu modernisieren. Im Jahre 1810 gab es einige technische Neuerungen und 1819 wurde der Hochofen neu errichtet. Die Eisenerzeugung wurde um 1870 eingestellt.

Besucherbergwerk "Andreas-Gegentrum-Stolln"
... befindet sich im Preßnitztal zwischen Steinbach und Schmalzgrube an einem Haltepunkt der Preßnitztalbahn. Die erste Erwähnung des Stollens gab es 1576 und um 1700 fand man erstes Erz in der Grube St. Andreas am gegenüberliegenden Hang des heutigen Stollens. Daher kam auch der Name "Gegentrum" - wobei "Trum" soviel wie Erzgang bedeutet. Mitte des 18. Jahrhunderts stellte man den Bergbau ein, später wurde er wieder aufgenommen und wieder eingestellt. Das letzte Mal - diesmal allerdings auf der Suche nach Uranerz und ohne Erfolg - begaben sich 1950 Bergleute auf die Suche. Seit 1997 ist das Bergwerk für Besucher geöffnet.

Aus der Geschichte

Jöhstadt wurde 1513 während des zweiten großen Berggeschrays gegründet als Bergleute aus Annaberg höher ins Gebirge zogen. Vor der Stadtgründung existiere an der Stelle etwa ab 1200 schon das Dorf Goswinsdorf.
Seit der Stadtgründung wurde hier nach Silber geschürft. 1518 erhielt der Ort die Bergfreiheit, 1655 das Stadtrecht. Bis zum 19. Jahrhundert erfolgte der Bergbau von Silber, Kobalt, Eisen und Kupfer. Im Jahre 1539 eröffnete in Schlössel ein Pochwerk. Um Jöhstadt gab es 6 Fundgruben. Mit der Schließung des „Joseph-Stollns“ 1836 endete der Bergbau in Jöhstadt.

Das älteste Gotteshaus des Orts war die „St.-Josephs-Kirche“ auf dem Markt. Vermutlich stammt der spätere Name „Jöhstadt“ für den Ort von der Kirche ab.
In der Zeit der Gegenreformation im Dreißigjährigen Krieg kamen zahlreiche Exulanten aus Böhmen nach Sachsen und gründeten in der Zeit zwischen 1623 und 1651 den Ort Dürrenberg.

Jöhstadt gehörte bis 1856 zum kursächsichen Amt Wolkenstein. Ab 1875 war Jöhstadt der Amtshauptmannschaft Annaberg zugehörig. Während der DDR-Zeit gehörte Jöhstadt zum Kreis Annaberg, ab 2008 zum Erzgebirgskreis. Von 1994 bis 1999 wurden die heutigen Ortsteile Grumbach, Oberschmiedeberg, Schmalzgrube und Steinbach zu Jöhstadt eingemeindet.