Bockau im Westerzgebirge

Bockau im Westerzgebirge

Der Ort Bockau liegt im Tal der Bockau, einem Nebenfluss der Zwickauer Mulde, zwischen den Städten Aue, Lauter und Schwarzenberg im Westerzgebirge.
Aus Bodenfunden ist zu vermuten, dass schon um 1200 der Ort von fränkischen Siedlern gegründet wurde. Der Name Bockau leitet sich vom slawischen Wort Bukava - Buchenwasser ab. Schriftliche Nachweise über diese Zeit liegen aber nicht vor.

Sehenswürdigkeiten

„Bockauer Wurzelstube“
Im ersten Sächsischen Spirituosenmuseum finden die Besucher alte Destillierblasen, Kräutermühlen, historisches Bildmaterial, Kräuter- und Wurzelproben sowie viele andere interessante Zeitzeugen der jahrhundertealten Likörherstellung. Natürlich können auch die Spezialitäten der Erzgebirgischen Destillerie verkostet und gekauft werden.

Bockauer Kirche:
1637 wurde die Kirche im Barockstil umgebaut. In dieser Form besteht sie noch heute. Ab 1678 war Bockau eine selbstständige Kirchgemeinde geworden. 1747 wurde Magister George Körner Pfarrer in Bockau. Er war Chronist und Sprachwissenschaftler sowie der Begründer der Reihe "Bockauer jährliche Nachrichten". George Körner starb am 3. Mai 1772 in Bockau während der großen Hungersnot.

Aus der Ortsgeschichte

Im 16. Jahrhundert entwickelte sich hier der Bergbau neben dem Feldbau, der Viehhaltung und der Waldnutzung. Vor allem Bergleute aus dem Harz siedelten sich an. In den Granitfelsen wurde Kobalt-Nickel-Silber oder Zinn abgebaut und Zinnseife entstanden. Bis ins 19. Jahrhundert wurde der Bergbau intensiv betrieben.

Zusätzlich erfolgte der Abbau weiterer Bodenschätze wie Weißerde, Gelberde und Schmirgel. Die Weißerde, als Kaolin bekannt, welche im Bergbau anfiel, wurde an die Meißner Porzellanmanufaktur geliefert. Nach der Entdeckung, Kobalterz für die Blaufarbenherstellung zu verwenden, entstand im Tal der Zwickauer Mulde Schindlers Blaufarbenwerk. Sachsen hatte ein Monopol über die Blaufarbenherstellung. Die Farbe wurde zur Bemalung von Glas, Emaille und Porzellan genutzt.

Im Dreißigjährigen Krieg litt die Bevölkerung in Bockau schwer. Die Truppen des kaiserlichen Feldmarschalls Holk 1632 plünderten den Ort und 1633 kamen von den ca. 500 Bewohnern 108 durch die Pest um.
1770 war Bockau von einem Erdbeben betroffen. Die Erschütterungen dauerten vom 4. bis 20. November. Danach gab es von 1771/1772 im Erzgebirge eine große Hungersnot durch wochenlange Regenfälle, deren Folge Missernten waren. Die Getreidepreise stiegen während der europaweiten Missernten unermesslich an und viele Einwohner mussten Waldfrüchte sammeln. Die Bevölkerungszahl sank um fast 5 %.

Um 1750 begann die Vitriolölbrennerei (Schwefelsäureherstellung). So waren 1812 24 Vitriolölbrennereien in Betrieb.
Als neuer Erwerbszweig entstanden im 19. Jahrhundert die Holzschachtelherstellung, die Handschuhnäherei und eine Metallstanzerei.

Mit dem Bau der Eisenbahnlinie Aue–Adorf entstand 1875 der Bahnhof in der Nähe des Schindlerswerkes. In den Jahren 1947 bis 1950 suchte die SAG/SDAG Wismut im Altbergbaufeld St. Johannes bei Bockau nach Pechblende, dem Uranerz.

TourMedia, Siedlerweg 5, 01809 Heidenau

03529 511954


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