Sebnitz - Seidenblumenstadt

Sebnitz in der Sächsischen Schweiz


Sebnitz ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und wurde als Seidenblumenstadt mit ca. 200 Blumenfabriken bekannt. Das Handwerk zur Herstellung der künstlichen Blumen kam aus Böhmen und entwickelte sich zur führenden Industrie der Stadt bis 1990. Im Haus der Deutschen Kunstblume kann der Besucher sich informieren und in der Schauwerkstatt die Tradition erleben.

Die Große Kreisstadt Sebnitz liegt geographisch an der Trennlinie zwischen dem Lausitzer Bergland und dem Elbsandsteingebirge, der Lausitzer Überschiebung. In der Umgebung der Stadt gibt es sanfte Bergkuppen, tief eingeschnittene Täler und bizarre Felsriffe.

Der Ort ist Ausgangspunkt für Wandererlebnisse vor allem in die wildromantische Hintere Sächsische Schweiz. Im Stadtgebiet gibt es einen Grenzübergang zur tschechischen Nachbargemeinde Dolní Poustevna.

Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele in Sebnitz:

Deutsche Kunstblume:
... einzige Seidenblumenschauwerkstatt Deutschlands; es erfolgt Manufaktur, Ausstellung und Verkauf auf einer Fläche über 800 qm (Neustädter Weg 10)

Afrikahaus:
Museum mit ca. 4000 Exponaten zur Geschichte und Kultur Afrikas; Nold-Namibia-Bibliothek (Hertigswalder Straße 14)

Naherholungsgebiet Forellenschenke:
Sportplatz mit Trimm-dich-Pfad, Mini-Golf-Anlage, Teichgelände mit Grillpavillon, Beginn von Wanderwegen in den Sebnitzer Wald oder in die Sächsische oder Böhmische Schweiz, Parkplatz Mannsgrabenweg
Wintersport: Ski-Schlepplift; Langlaufloipen

Sport- und Freizeitzentrum "Soli Vital":
Kletterwand, Fitness-Studio, Skater- und Eislaufbahn (bei Frost) u.a. (Schandauer Straße 100)

 

Touristinformation Sebnitz I Neustädter Weg 10, 01855 Sebnitz I www.sebnitz.de

Geeignete Wanderkarten

Aus der Geschichte von Sebnitz

Der Name Sebnitz ist sorbischen Ursprunges und tritt schon in der Oberlausitzer Grenzurkunde von 1241 als die Flussbezeichnung auf. Die älteste Urkunde spricht von der Berufung eines Pfarrers 1423. Die erste Stadterwähnung ist mit 1451 datiert als die Herrschaft Wildenstein / Hohenstein vom böhmischen Besitz der Berken von der Duba an Sachsen wechselte. Aus der Lage der Stadt entwickelte sich eine typische Kleinindustrie.

Schon 1509 wurde die Leinweberzunft gegründet. Dazu kamen die Schneider- Schuster-, Färber- und Fleischerinnungen. Am Fluss Sebnitz lagen drei Mühlen, die wie üblich in dieser Gegend Mahl- und Brettmühlen waren. Während des Dreißigjährigen Krieg fielen viele Häuser der Plünderung und den Bränden zum Opfer. In den Jahren danach entwickelten sich das Holzhandwerk und später die Papierfabrikation.

Die Weberei von Halbseidenzeugen erlebte im 19.Jh. seine Blüte. 1801 wurden 338 Weber gezählt. Nach dem Niedergang der Weberei entwickelte sich die Kunstblumenindustrie. Am Beginn des 20. Jahrhundert waren in Sebnitz und Umgebung über 10.000 Arbeiter in der Kunstblumenindustrie tätig.

1953 wurde Sebnitz Kreisstadt des neugebildeten Landkreises Sebnitz. Dieser Kreis wurde 1993 wieder mit Pirna zum Landkreis Sächsische Schweiz. In den Jahren nach 1960 entwickelte sich die Landmaschinenproduktion mit der Bildung des Landmaschinenkombinates im benachbarten Neustadt. Nach der politischen Wende 1989 erlag die Landmaschinenproduktion und die Kunstblumenproduktion ging ebenfalls stark zurück. Im Haus "Deutsche Kunstblume Sebnitz" und in einer Schauwerkstatt kann diese handwerkliche Tradition der Kunstblumenproduktion bewundert werden.