Ústí nad Labem (Aussig)

Ústí nad Labem (Aussig)

Ústí nad Labem (Aussig) an der Elbe ist Zentrum des nordböhmischen Ballungsgebietes und Verkehrsknotenpunkt in der Region. Die Altstadt liegt am linken Elbufer an der Mündung des Flusses Bílina (Biela). Im Norden befindet sich das Erzgebirgsvorland und im Süden erstreckt sich das Böhmische Mittelgebirge.

Sehenswürdigkeiten

  • Dekanatskirche Mariä Himmelfahrt
  • Dominikanerkloster mit St.-Adalbert-Kirche
  • Nordböhmisches Theater
  • Stadtmuseum in Usti: Zusammen mit der Kulturstiftung Collegium Bohemicum, einer gemeinnützige Kultur-, Bildungs- und Forschungseinrichtung, die sich vor allem den deutsch-tschechischen Beziehungen und dem Kulturerbe der deutschsprachigen Bevölkerung in Böhmen widmet.
  • Větruše: Auf einem Felsen über der Elbe dominiert ein Gebäude, welches 1847 als Restaurant Ferdinandshöhe erbaut wurde. Heute ist ein Hotel und beliebtes Ausflugslokal. Eine Seilbahn fährt seit 2010 von einem Einkaufszentrum in der Stadtmitte direkt zu der Gaststätte.
  • Schloss Velké Březno: Wurde 1845 auf der rechten Elbseite in der Hanglage im Auftrag des Grafen Chotek erbaut. Im Gebäude befindet sich derzeit eine Ausstellung über die Familie Chotek.
  • Zoo von Usti mit ca. 1500 Tieren aus 250 Arten.
  • Hrad Střekov (Burg Schreckenstein)

Ústí nad Labem (Aussig)Masaryk-Damm und Burg Schreckenstein

Ústí besitzt vier Brücken, drei über die Elbe und eine über die Bílina. Die 1934 gebaute Beneš-Brücke ist derzeitig eingeschränkt nutzbar. Sie erlangte 1945 traurige Bekanntheit als Ort des Massakers gegen die Sudetendeutschen. Die Bahnbrücke entstand von 1872 bis 1874 und wurde nach Zerstörungen 1945 neu erbaut. 1998 erfolgte der Bau der moderne Marienbrücke.

Informationszentrum
Mírové náměstí 1/1
400 01 Ústí nad Labem
Tel.: +420 475 271 700
Internet

Wanderkarte Böhmisches Mittelgebirge Ost / Český středohoří - verneřicé
Böhmisches Mittelgebirge Ost
Český středohoří verneřicé


Aus der Geschichte

993 wurde die Ansiedlung erstmals als Handelsplatz erwähnt. König Ottokar II. erhob sie im 13. Jh. zur Königstadt und es galt das Magdeburger Stadtrecht. König Johann und Karl IV. erweiterten die Rechte der Stadt Aussig.
Zum Beginn der Hussitenkriege gehörte die Stadt dem Markgrafen von Meißen. Ab dem Mai 1426 wurde Aussig von den Hussiten unter Prokop dem Großen belagert. Nach dem diese das sächsische Ritterheer vernichtet hatten, fiel nach 2 Tagen die Stadt. Die Eroberung und Plünderung forderte viele Opfer.
Einen großen wirtschaftlichen Aufschwung brachten das 16. Jh.t. Es zogen verstärkt Deutsche in die Stadt Usti, die bald mehr als die Hälfte der Bevölkerung ausmachten. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt siebenmal geplündert. Zum Friedensschluss 1648 hatte die Stadt weniger als 2000 Einwohner. Erst ab 1830 bewirkte die Industrialisierung einen Bevölkerungszuwachs und zusammen mit der Entwicklung des Flussverkehrs kam es zum Aufschwung. Viele Häuser aus dem Mittelalter und der Renaissance sowie die Stadtmauer wurden abgetragen. Es siedelten sich Webereien, Farbenhersteller und Papierfabriken an. Nach der Entdeckung der Kohlevorkommen westlich der Stadt öffneten ca. sechzig Bergwerke. 1850 erfolgte die Inbetriebnahme der Bahnlinie nach Prag und 1851 die Verbindung nach Děčín und Dresden. Da von Aussig flussabwärts die Elbe schiffbar war, entstand ein Hafen.1867 wurde das Bürgerliche Brauhaus Aussig errichtet, heute die Brauerei Zlatopramen. 1872 entstand die erste Brücke über die Elbe.
Anfang des 20. Jh.'s lebten in der Stadt über 37.000 Einwohner, die sich zu einem der bedeutendsten Industriestandorte Böhmens entwickelt hatte. Bis 1935 zogen viele Bewohner des Umlandes in die Stadt um, insbesondere Deutsche. Die Sudetendeutsche Partei erreichte bei den Parlamentswahlen hier die absolute Mehrheit. Von der etwa 1200 Mitglieder zählenden jüdischen Gemeinde fielen etwa 80 % dem Holocaust zum Opfer.
Bei Kriegsende 1945 gab es neben Alteingesessenen, knapp 60.000 Deutschen und etwa 3.000 Tschechen, zahlreiche Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter, Ausgebombte sowie mehrere Tausend Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten in Schlesien. Bei Luftangriffen der USAAF wurde am 17. und 19. April 1945 ein Fünftel der Altstadt zerstört, die Vorstadt Oster (Ostrov) dagegen komplett. Am 7. Mai konnte die Sprengung der zwei Elbbrücken und der Elbstaustufe in Schreckenstein verhindert werden. Erste sowjetische Panzer durchfuhren die Stadt am 8. Mai auf ihrem Marsch nach Prag.

Am 31. Juli 1945 kam es nach einer Explosion in einem Munitionsdepot in Schönpriesen zu einem geplanten Progrom gegen die deutsche Zivilbevölkerung. Dem Massaker fielen geschätzt über 1000 Menschen zum Opfer. Symbol dieses Massakers ist die Elbbrücke zwischen der Altstadt und dem Stadtteil Schreckenstein. Bis 1946 vertrieb man ca. 53.000 Deutsche aus Ústí und in der Region brachen die kulturelle und historische Traditionen ab. In den 1970er- und 1980er-Jahren wurde das Stadtbild durch den Bau von neuen Verkehrswegen, Großbetrieben und Plattenbausiedlungen nachhaltig verändert.
Seit 1991 ist Ústí auch Universitätsstadt.


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