Teplice (Teplitz)

Teplice (Teplitz)

Teplice (Teplitz) ist eine Bezirksstadt in der Region Ústí und liegt am Fuß der Südabfall des Osterzgebirges. Südlich erstreckt sich das Böhmische Mittelgebirge. Die Stadt ist seit dem 18. Jh. ein Kurort. Hier trafen sich 1812 Ludwig van Beethoven und Johann Wolfgang von Goethe.

Um 1888 gab es in der Stadt acht Quellen mit zehn Badehäusern. Diese Quellen führten alkalisch-salinisches Wasser mit wenigen festen Bestandteilen, meist kohlensaurem Natron vermischt. Das Thermalwasser half gegen chronische Gelenkerkrankungen und Lähmungen aber auch bei Folgekrankheiten aus Schuss- und Hiebwunden und nach Knochenbrüchen („Bad der Krieger“). Die Urquelle diente auch zur Trinkkur.
Als Vergnügungsorte und Kurpromenaden für die Badegesellschaft gab es in der Stadtmitte den Kurgarten, die Trinkhallen, den Kursalon und das palastartige Kaiserbad.

Sehenswürdigkeiten

  • Schloss Teplice im spätgotischen, barocken und klassizistischen Baustil mit Schlosspark und ein Theater; im Schlossgebäude ist heute das Regionalmuseum Teplice.
  • Schlosskirche „Zum Heiligen Kreuz“, erbaut 1586 und 1798 – 1806 umgebaut; heute ist sie im Besitz der orthodoxen Kirche.
  • Dekanatskirche „Johannes der Täufer“; Turm ist von 1594, die heutige Gestalt entstand 1700.
  • Dreifaltigkeits- oder Pestsäule auf dem Schlossplatz
  • Erzgebirgisches Theater; der 1921–1924 errichtete Bau war damals das zweitgrößte Theater in der Tschechoslowakei
  • Ausflug auf den Teplitzer Schlossberg (Doubravská hora) mit der Burgruine am östlichen Stadtrand
  • Schloss Dux
  • Kloster Ossegg
  • Komáří hůrka (Mückenberg) bei Krupka

Teplice (Teplitz)

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Aus der Geschichte

Die Thermalquellen von Teplitz sollen einer Sage nach um 762 entdeckt worden sein. Urkundlich wurde die Stadt erstmals im 12. Jh. erwähnt. Als die Königin Judith 1158 das Kloster errichten ließ, hieß es „...bei den warmen Wassern“. Dieser Hinweis auf die warmen Quellen findet sich auch im Ortsnamen wieder.

Seit dem 13. Jh. herrschten die Grafen Kinsky im Gebiet. 1467 erhielt Teplitz das Stadtrecht. Kaiser Ferdinand II. konfiszierte 1632 den Besitz der Kinsky und übergab ihn dem Generalfeldmarschall Graf von Aldringen. Seitdem ist die Familie Clary-Aldringen mit der Herrschaft Teplitz verbunden.

1793 gab es einen großen Stadtbrand. Der Wiederaufbau erfolgte im klassizistischen Stil.
Im Befreiungskrieg 1813 war in Teplitz das Hauptquartier der alliierten Monarchen Alexander I., Franz I. und Friedrich Wilhelm III. In Teplitz fand 1819 eine Beratung zwischen Österreich und Preußen statt. Die Teplitzer Beschlüsse waren eine Vorstufe der reaktionären Karlsbader Beschlüsse. Teplitz war mehrmals Tagungsort der Monarchen von Österreich mit Preußen, Russland und Sachsen.

1895 schlossen sich die Stadt Teplitz mit der Stadt Schönau (Šanov) zur Stadt Teplitz-Schönau zusammen. Begünstigt durch die reichen Kohlelager in der Umgebung entwickelte sich die Stadt zu einem bedeutenden Industriestandort. Textil-, Metall-, Porzellan-, Glas-, Nahrungsmittelbetriebe und die chemische Industrie siedelten sich hier an. Seit dem Ende des 20. Jh. ist Teplice ein Standort der Glas und Keramikproduktion. Im Ortsteil Řetenice befindet sich ein Flachglaswerk.

Teplitz-Schönau zählte 1930 23.100 deutsche und 5.300 tschechische Einwohner. Die deutsch-böhmische Bevölkerung wurde 1945 enteignet und vertrieben. Es zogen viele Migranten aus dem Landesinneren, aus der Slowakei sowie viele Roma in die Stadt. Das Bild des alten Teplitz wurde in der sozialistischen Zeit umgestaltet. Nur der Schlossplatz ist im historischen Bild erhalten geblieben. Am ehemaligen Marktplatz wurden viele Gründerzeithäuser abgerissen, um Platz für ein Einkaufszentrum und das Telekom-Gebäude zu schaffen.

TourMedia, Siedlerweg 5, 01809 Heidenau

03529 511954


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