Kutná Hora (Kuttenberg)

Kutná Hora

Kutná Hora (Kuttenberg) ist eine Stadt in der Region Mittelböhmen 70 km östlich von Prag. Sie wurde im 12. Jh. gegründet und war Ende vom 13. Jh. durch den Silberbergbau eine der grössten und wohlhabendsten Städte in Böhmen. Der tschechische Name bedeutet „Berg in dem gegraben wird“.
1961 wurde Kutná Hora zum städtischen Denkmalschutzreservat ernannt und seit 1995 gehört die Altstadt von Kuttenberg zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Sehenswürdigkeiten

  • Kloster Sedlec (deutsch Kloster Sedletz):  Ehemaliges Zisterzienserkloster in Sedlec war die erste Niederlassung der Zisterzienser in Böhmen. Die Klosterkirche Mariä Himmelfahrt wird seit 1995 als UNESCO-Welterbe geführt.
  • Dom der heiligen Barbara (Chrám svaté Barbory): Der außergewöhnlichsten Gotischen Kirchenbauten in Europa ist Bestandteil der UNESCO-Weltkulturerbeliste. Mit dem Bau wurde 1388 begonnen, die Bautätigkeit jedoch öfters unterbrochen und die letzte Bauphase folgte dann zwischen 1884 und 1905. Der erste Baumeister war Johann Parler der Jüngere, Sohn von Peter Parler.
  • Sedletz-Ossarium: Beinhaus befindet sich im Untergeschoss der Allerheiligenkirche auf dem Sedletzer Friedhof,  einem Ortsteil von Kutná Hora. Berühmtheit erlangten Kirche und Beinhaus durch die Aufbewahrung von rund 40.000 menschlichen Skeletten, wovon die Knochen von etwa 10.000 Menschen künstlerisch verarbeitet wurden, um Dekorationen und Einrichtungsgegenstände für das Kirchengebäude zu formen.
  • Burg (Hrádek): Erstmals 1312 erwähnt  wurde sie 1490 durch den Bergbauunternehmer Jan Smisek Vrochovist erworben und baulich verändert. Heute ist sie Museum und Eingang zum mittelalterlichen Bergwerk. Hier wird auch das Original der Ratsherrntafel aufbewahrt, die nach dem Brand des Rathauses im Jahre 1770 gerettet werden konnte. Eine Kopie befindet sich im UN-Hauptquartier.
  • Welsche Hof: Diente zur sicheren Aufbewahrung des Silbererzes und als Prägestätte des Prager Groschen. Im 14.Jh. war es zentrale Münzstätte des böhmischen Königreichs.
  • Steinerne Haus: Bereits vor der hussitischen Eroberung der Stadt errichtet und zeigt den früheren Reichtum Kuttenbergs. Sein jetziges Aussehen erhielt das Haus 1489. Die Stadt erwarb es Ende vom 19. Jh. und ließ es zum Museum umgestalten.


Zámek Průhonice (Pruhonitz)

Dom der heiligen Barbara (Chrám svaté Barbory)

Kuttenberg hatte auf Grund des Bergbaus durch die Absenkung des Grundwassers Probleme mit der Wasserversorgung. Das Wasser wurde durch Pumpen und Rohrleitungen in Reservoire in der Stadt geleitet. Der gotische Steinerne Brunnen ist eines dieser öffentlichen Wasserentnahmestellen aus dem 15. Jahrhundert.

 

 

Aus der Geschichte

1142 gründete die Zisterzienser aus Waldsassen das Kloster Sedletz zu dem das Gebiet von Kuttenberg gehörte. Um 1260 fast zeitgleich mit Freiberg siedelten hier deutsche Bergleute an. Die erste urkundliche Erwähnung von Cuthna Antiqua (Alt Kutten) ist aus dem Jahr 1289. Die Erzfunde lösten einen Berggeschrei aus und in kürzester Zeit siedelten sich zahlreiche Bergleute an. Der Schachtbetrieb wurde auch direkt in der Stadt aufgenommen. Heute gibt es noch zwei Göpelwerke im Stadtgebiet.
Die Siedlung wuchs schnell und planlos. König Wenzel II. verlieh ihr nach 1300 das Münzrecht. Die Prager Groschen wurde bis 1547 hier geprägt. Albrecht von Habsburg versuchte 1304 die Stadt zu erobern. Das führte zum beschleunigten Bau der Stadtbefestigung, welche heute noch teilweise sichtbar ist.

Der damalige Reichtum der Stadt spiegelt sich auch in den zahlreichen Kirchenbauten wieder. Sedletz und Kuttenberg wurden während der Hussitenkriege 1422 und 1424 gebrandschatzt, geschleift und viele Bewohner getötet, worauf die wohlhabende, katholische deutsche Bevölkerung die Stadt aufgab.
Erst ab 1470 erholte sich der Ort, ohne seine ursprüngliche Bedeutung wiederzuerlangen. Ab Mitte vom 16. Jh. ging der Silberbergbau durch Erschöpfung der Lagerstätten zurück und die Münzprägung musste eingestellt werden. Insgesamt wurden zwischen 1290 und 1620 etwa 2.500 Tonnen Silber gefördert. Ab dem Jahr 1627 kam es mit der Ansiedelung von Jesuiten zur Rekatholisierung der zumeist hussitisch-utraquistischen Bevölkerung.


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