Karlovy Vary (Karlsbad)

Kutná Hora

Karlsbad (Karlovy Vary) gehört zu den berühmtesten und traditionsreichsten Kurorten der Welt und liegt an der Mündung der Teplá (Tepl) in die Ohře (Eger) in Tschechien. Das Stadtzentrum mit seinen Kuranlagen befindet sich im schmalen, südlich gelegenen Tal der Teplá.

Sehenswürdigkeiten

Die Sehenswürdigkeiten werden von den Badeeinrichtungen dominiert. Das sind die Kolonnaden mit den mineralisierten Thermalwasserbrunnen wie die
  • Weiße Kolonnade
  • Marktkolonnade
  • Mühlbrunnkolonnade
  • Parkkolonnade
  • Sprudelkolonnade
  • Schlosskolonnade

Zámek Průhonice (Pruhonitz)

Zámek Průhonice (Pruhonitz)

In der Stadt gibt es offiziell 12 Quellen mit 89 Austritten von mineralisierten Thermalwasser, deren Temperaturen teilweise über 60° C erreichen.Die bekannteste Quelle ist der Sprudel (Vřídlo) in der Weißen Kolonnade, das bis zu 72°C warme Wasser schießt 14m in die Höhe. Sie spendet bis 2000 l Thermalwasser pro Minute. Die bekanntesten Bäder sind:

  • Elisabethbad
  • Becherbad (Alžbětiny Lázně, Lázně Nr. 5)
  • Schlossbad
  • Bad Nr. III

Das Stadtzentrum wird geprägt von zahlreichen imposanten Hotelbauten, welche in der Zeit von Mitte des 18.Jh. bis in das 20. Jh. entstanden. Der Hotelführer listet 88 Hotels in Karlsbad auf. Die Bekanntesten sind:

  • Grandhotel Pupp im Jugendstil gegründet 1770, zwischen 1896 und 1907 im Neobarockstil umgebaut.
  • Hotel Imperial, erbaut 1912
  • Hotel Thermal, erbaut von 1967 bis 1976, Ort des internationalen Filmfestivals.

Zámek Průhonice (Pruhonitz)

Ein herausragendes Bauwerk ist die 1736 von K.I. Dientzenhofer erbaute Maria-Magdalena-Kirche. Unweit von ihr ist das Stadttheater. Ebenfalls erwähnenswert ist die russisch-orthodoxe Kirche St. Peter und Paul.
In Karlovy Vary ist das Stammhaus vom Hersteller des weltbekannten Kräuterlikörs Becherovka. Diese Firma wird auch als „dreizehnte Karlsbader Quelle“ bezeichnet. In dem Haus ist ein Museum eingerichtet.

In der Stadt gibt es zwei Standseilbahnen. Eine führt von der Nähe des Grandhotels Pupp über den Hirschsprung zum Dianaturm.


Aus der Geschichte

Die heilende Wirkung der Thermalquellen im Egertal war schon im 14. Jh. bekannt gewesen. Daran erinnert der Hirschensprung (Jelení skok) oberhalb des Tals der Tepla an der Kurpromenade. Am 14. August 1370 erhob der Kaiser Karl IV. den Ort Vary (Warmbad) zur Königsstadt, worauf der Königsname zum Ortsnamen kam. Die Quellen wurden zunächst nur als Bäder genutzt und ab dem 16. Jh. kamen Trinkkuren auf. 1522 erschien die erste schriftliche Abhandlung über die Heilkraft der Quellen.

1582 überschwemmte ein Egerhochwasser die Stadt und 1604 zerstörte ein Brand die neu aufgebaute Stadt. Kaum wieder aufgebaut kamen Verluste durch den Dreißigjährigen Krieg hinzu. 1707 bestätigte Kaiser Joseph I. die Privilegien der freien Königsstadt. International bekannt machten Karlsbad 1711 und 1712 der Besuch des Zaren Peter des Großen. Anschließend wurde das erste Kurhaus erbaut.
Der Arzt David Becher popularisierte die Kuren durch eine Abhandlung über die Kurbehandlung in Karlsbad. Er regte die Förderung des Karlsbader Salzes (Glaubersalz) an. Im Jahr 1795 wurde eine Kurgebühr eingeführt. In der Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte der Kurbetrieb einer Blütezeit, Karlsbad wurde Kurort mit Weltruf. Der Anschluss an das Eisenbahnnetz nach Prag und Eger 1870 erhöhte die Besucherzahlen. 1890 wurde die Stadt wieder von einem Hochwasser heimgesucht.

1819 fand in der Stadt die Karlsbader Konferenz statt, auf der der österreichische Kanzler Fürst Metternich die Beschlüsse für eine Pressezensur und zur Unterdrückung der Demokratiebestrebungen im Deutschen Bund durchsetzte. Um die Jahrhundertwende wurden jährliche über 1 Mill. Flaschen Karlsbader Mineralwasser versendet, dazu kam Sprudelsalz und Sprudelseife. Die Zahl der Kurgäste stieg auf ca. 71.000 im Jahr 1911.
Nach der Annektion des Sudetenlandes 1938 wurde Karlsbad ein eigener Stadtkreis, 7 Dörfer wurden eingemeindet. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Kurbetrieb eingestellt, Karlsbad wurde Lazarettstadt. Trotzdem wurde die Stadt im September 1944 und im April 1945 durch die USAAF bombardiert. Karlsbad wurde Anfang Mai 1945 von den Amerikanern besetzt und am 11. Mai 1945 an die Rote Armee übergeben.

Die Kureinrichtungen wurden 1946 verstaatlicht. Der Kurbetrieb litt unter den Restriktionen in der Zeit des Kalten Krieges, da ein Großteil internationaler Gäste ausblieben. Seit dem Jahre 1989 ist der Kurbetrieb wieder auf ein internationales Publikum ausgerichtet und erfährt Fördermaßnahmen, um die Anzahl der Kurgäste zu erhöhen.


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