Duchcov (Dux)

Duchcov (Dux) im Osterzgebirge

Duchcov (Dux) liegt im Bezirk Teplice im Böhmischen Osterzgebirge. Die erste Erwähnung des Ortes „Tockczaw“ stammt aus einer Urkunde vom Jahr 1240. Der Ort gehörte zum Besitz der Hrabischitze.

Sehenswürdigkeiten

  • Schloss Duchcov mit Schlosspark und Sphinxteich
  • Dechanteikirche Mariä Verkündigung
  • Markt mit Dreifaltigkeitssäule und Floriansbrunnen
  • Denkmal Walther von der Vogelweide
  • Grabstein von Giacomo Casanova an der Barbarakapelle

Aus der Geschichte

1813 entstand neben der romanischen St. Georgskirche ein Dominikanerkloster. 1390 wurde die erste Schule eröffnet.
1398 kaufte Wilhelm der Einäugige von Meißen den Riesenburgern Stadt Dux ab. Zu dieser Zeit stellte die deutsche Bevölkerung die Mehrheit der Bürger dar. Da er dem Handel der König nicht zustimmte, gab es bis 1412 Streit. 1417 kam die Stadt wieder an die Mark Meißen. Während der Hussitenkriege wurde die Stadt nach der Schlacht von Ústí niedergebrannt. Erst durch den Vertrag von Eger 1459 kam Dux endgültig zu Böhmen.

1460 erhielt die Stadt Dux Stadtwappen und Siegel sowie das Braurecht. 1527 fiel Dux an die Familie von Lobkowitz und diese baute die Stadtfeste weiter zum Schloss aus. Im Dreißigjährigen Krieg brannten 1634 die Schweden die Stadt nieder. Durch Heirat kam die Herrschaft an den Grafen von Waldstein. Sein Nachfolger ließ 1671 eine Brauerei erbauen.
Als Prager Erzbischof erließ er seinen Untertanen die Leibeigenschaft. Die Einnahmen gehörten nun der Stadt. Nach dem Stadtbrand 1709 wurde das Schloss vergrössert, 1721 die Marienkirche fertiggestellt, 1723 die St.-Barbara-Kirche und 1728 das Schlosshospital erbaut. 1713 gründeten der Waldsteiner eine Waffenmanufaktur und schuf eine Galerie und zahlreiche künstlerische Werke.

Der gebildete Josef Karl Emanuel von Waldstein umgab sich mit Künstlern und Wissenschaftlern. Ab 1785 bis zu seinem Tod 1798 wirkte Giacomo Casanova als Bibliothekar auf dem Schloss. Friedrich Schiller, Johann Wolfgang von Goethe und Ludwig van Beethoven waren seine Gäste. Im August und September 1813 weilte der russische Zar Alexander I. im Schloss. Anfang des 19. Jahrhunderts erfolgte ein Umbau im klassizistischen Stil, man legte den englischen Park im Schlossgarten an und errichtete ein Schlossmuseum.

Um 1850 entstanden neue Unternehmen, darunter 1849 eine Zuckerfabrik und eine Glasfabrik. 1853 kam eine Porzellanmanufaktur hinzu. Der Eisenbahnanschluss erfolgte im Mai 1867. Dux wurde durch die Kohle, durch Ziegeleien, Kalkwerke, Gießereien, Keramikfabriken und später Glasereien zu einer wichtigen Industriestadt.
Der Bergbau bedrohte die Stadt. Einige Stadtteile mussten wegen der Unterhöhlungen abgerissen werden. 1872 wurde eine Bergfachschule eingerichtet.
Bei Bergunglücken 1879, 1893, 1900 und am 3. Januar 1934 kamen über 240 Bergarbeiter ums Leben. Beim Thermalwassereinbruch von 10. Februar 1879 auf der Grube Döllinger starben 23 Bergleute. Der Wasserentzug bedrohte die Heilquellen von Teplice und Lahošť.
Nach 1945 mussten weitere Kulturdenkmale dem Bergbau weichen, so der größte Teil des Schlossparks, das Hospital und die Kirche Mariä Himmelfahrt.

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TourMedia, Siedlerweg 5, 01809 Heidenau

03529 511954


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