Děčín (Tetschen)

Děčín (Tetschen) in der Böhmischen Schweiz

Děčín (Tetschen) liegt in der Region Usti, nahe der Grenze zu Sachsen am Südrand der Böhmischen Schweiz und dem Übergang zum Böhmischen Mittelgebirge. Der Talkessel wird von den Mündungen der Ploučenice (Polzen) und dem Jílovský potok (Eulabach) in die Elbe gebildet. Mit der Höhenlage von 135 m ü. NN ist Děčín die am tiefsten gelegene Stadt in Tschechien.
Děčín besitzt den wichtigsten Eisenbahn-Grenzübergang nach Deutschland und einen Hafen der Elbeschifffahrt.

Sehenswürdigkeiten

  • Děčíner Schloss
  • Aussichtsturm auf dem Sokolí vrch (Falkenberg) mit einer Höhe von 34 m, östlich von Decin
  • Wanderung zum Děčíner Schneeberg
  • Wanderung im Tal der Ploučnicí zur Stadt Benešov
  • Fahrt zum Buková hora (Zinkenstein / Buchberg) mit Fernsehturm, 12 km südöstlich
  • Schäferwand (Pastýřská stěna) - ein Sandsteinfelsmassiv am Ufer der Elbe im Stadtgebiet von Děčín. Der Name wird auf den deutschen Namen Schiefe Wand zurückgeführt. Bereits im 19. Jahrhundert war der Felsen wegen der Aussicht zu einem beliebten Ausflugsziel geworden. Erst entstand eine hölzernen Hütte, die 1905 in der Form einer romantischen Burg ersetzt worden ist. Von der Terrasse der Gaststätte bietet sich ein malerischer Blick auf das Elbtal und das gegenüberliegende Schloss Děčín. Durch den Felsen führt ein Tunnel der Bahnlinie Dresden-Děčín-Prag.
    Nach 1945 wurde auf dem Plateau der Zoo Děčín errichtet. Seit 2014 wurde an der Schäferwand der Klettersteig „Via ferrata Pastyrska Stena“ eröffnet. Mehrere Routen mit bis zu 170 m Länge überwinden die knapp 100 Höhenmeter der Felswand.
    Der Aufstieg für Wanderer erfolgt vom Bahnhof Děčín über den rot markierter Wanderweg zum Děčíner Schneeberg.
  • Belvedére bei Labská Stráň ist ein Aussichtspunkt über dem Elbtal. Fürst Franz-Karl Clary-Aldringen ließ die Aussichtsterrasse zu Anfang des 18. Jh's anlegen. 1889 öffnete eine große Gastwirtschaft. Nach 1990 wurde das Haus privatisiert und zum Hotel ausgebaut.
    Die Aussichtsplattform liegt etwa 130 m über der Elbe und bietet einen Blick ins Elbtal auf den Ort Dolní Žleb (Niedergrund), den tiefstgelegenen Ort in Tschechien und nach Děčín.

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Aussichtsplattform BelvedéreAussichtsplattform mit Hotel Belvedére

Geschichtliches

Archäologische Funde belegen, dass der Tetschener Talkessels schon in der Bronzezeit besiedelt war. Im Deciner Talkessel kreuzten sich die Hohestraße Dresden-Prag mit der Straße südlich des Erzgebirges nach der Lausitz. Im 10. Jahrhundert entstand die erste Befestigungsanlage für den Schutz der Elbefurt. Unterhalb der Burg entstand ein Handelsort, der 993 erstmals erwähnt wurde. Der Elbhandel selbst wurde 1057, die Burg erstmals 1128 erwähnt.

König Ottokar II. ließ in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts die südlich der Burg die Stadt Děčín (Tetschen) anlegen. Da vermutlich die ältere und tiefer gelegene Siedlung ständig von Hochwasser bedroht wurde. Im 14. Jahrhundert errichteten die Wartenberger im Norden der Burg eine neue Stadt. Von 1347 bis 1350 wütete hier die Pest.
Eine Urkunde aus dem Jahr 1384 belegen Stadtrechte.1534 ging die Herrschaft Tetschen in den Besitz der Familie von Bünau über. Es begann eine Blütezeit u.a. mit dem Handel mit Holz, sie führten sie die Schafzucht ein und in der Umgebung der Stadt ließen sie Obstgärten und Weinberge anlegen. Der gestiegene Elbhandel trug zum Reichtum der Stadt bei. Im Dreißigjährigen Krieg wechselten sich die Besatzer der Burg und Stadt durch sächsische, schwedische und kaiserliche Truppen ab. Die Stadt selbst brannte mehrmals ab.

Auf der linken Elbseite befanden sich nur einige kleine Siedlungen. Sie bildeten 1850 den Ort Bodenbach. Im Jahr 1851 erfolgte die Fertigstellung des Abschnittes Krippen-Bodenbach der Dresden-Bodenbacher Eisenbahn. In kürzester Zeit entstanden zahlreiche Industriebetriebe. Bereits 1880 übertraf die Einwohnerzahl und Wirtschaftskraft das rechtselbische Tetschen. Tetschen und Bodenbach besaß mit dem Elbhafen eine wichtige Funktion für den Außenhandel. 1942 wurden die Städte zur neuen Stadt Tetschen-Bodenbach vereinigt. 1945 hatte Děčín ca. 22.000 Einwohner, davon waren 90 % Deutsch-Böhmen, welche vertrieben wurden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hielt die bauliche Entwicklung der Stadt an. Vorhandene Anlagen wurden erweitert, und weitere Industriebetriebe siedelten sich an. Viele Neubürger aus Mittelböhmen, Mähren und der Slowakei wurden angesiedelt. Zahlreiche alte Gebäude riss man ab, darunter auch weite Teile des alten Tetschener Stadtkerns. Ab den 1960er Jahren wurde für die wachsende Bevölkerung zusätzlicher Wohnraum in Neu- und Plattenbauvierteln an den Stadträndern geschaffen.

2002 entstand die damals größte Geothermieanlage Europas. Sie erzeugt jährlich 78 GWh und versorgt einen Großteil der Stadt mit Erdwärme. Das geothermale Wasser wird aus 400 m Tiefe gewonnen. Heute hat Děčín über 50.000 Einwohnern und ist ein bedeutendes Wirtschafts- und Verwaltungs-zentrum sowie ein wichtiger Verkehrsknoten in Nordböhmen. Eine Städtepartnerschaft besteht schon seit Jahrzehnten mit der Kreisstadt Pirna in Sachsen.

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