Im Tal der Gottleuba

Im Tal der Gottleuba

Die Gottleuba ist ein linker Nebenfluss der Elbe und geologisch betrachtet bildet der Fluss die Grenze zwischen dem Osterzgebirge und dem Elbsandsteingebirge. Die Quellflüsse liegen im böhmischen Teils des Osterzgebirges. Der Zusammenfluss der Hautquellbäche ist in Höhe der Grenzbrücke der Autobahn A17. Nach der Einmündung des Nasenbachs fließt die Gottleuba durch den Oelsengrund zwischen den Ortsteilen Oelsen und Breitenau.


Südlich von Bad Gottleuba wird das Flusswasser durch die Talsperre Gottleuba (14 Mio. m³) gestaut. Im weiteren Verlauf durchfließt sie die Städte Bad Gottleuba und Berggießhübel. Nördlich von Berggießhübel nimmt sie die Bahra auf und fließt weiter nach Langenhennersdorf durch die Stadtteile Neundorf und Rottwerndorf /Pirna. Östlich vom Stadtzentrum kommt die Seidewitz dazu bis dann die Gottleuba zwischen den beiden Pirnaer Elbbrücken in die Elbe mündet. Ursprünglich floss sie näher am Pirnaer Stadtzentrum zur Elbe. Der heutige Verlauf sowie die Mündung wurde durch eine Verlegung infolge des Stadtwachstums geschaffen.

Talsperre Bad Gottleuba

Die Gottleuba hatte eine große wirtschaftliche Bedeutung für die umliegenden Ortschaften im Osterzgebirge. So gab es in Breitenau 5, im Oelsengrund /Oelsen 4 und bis nach Gottleuba 7 Mühlen. In Berggießhübel standen 5, in Langenhennersdorf 4, in Neundorf 2, in Rottwerndorf 4 und in der nahen Stadt Pirna 5 Mühlen. Die Eisenverarbeitung des Magnetit aus Berggießhübels wurde in 7 Hammerwerken vorgenommen.

Hochwasserkatastrophen

1897: vom 29. bis 31. Juli fielen im Flussgebiet der Gottleuba 174 mm Niederschlag pro m². In Bad Gottleuba wurde ein Abfluss von 100 m³/s registriert. In Pirna wurde die komplette Innenstadt überflutet, zahlreiche Gebäude und eine Eisenbahnbrücke der Elbtalbahn wurden zerstört. Die Sachschäden betrug 1 Millionen Goldmark.

1927: In der Nacht vom 8. zum 9. Juli 1927 fielen in wenigen Stunden über 200 mm Niederschlag pro m², davon allein 100 mm innerhalb von 25 Minuten. Insgesamt gingen im Quellgebiet der Gottleuba 3,6 Mill. m³ Wasser nieder. Durch den Bruch eines Treibgutstaus ergoss sich über Berggießhübel eine mehrere Meter hohe Flutwelle mit einer geschätzten Abflussstärke von 400 m³/s, die allein hier 88 Menschen in den Tod riss und das Stadtzentrum weitgehend zerstörte. Im gesamten Gottleubatal kamen etwa 120 Menschen ums Leben. Das Tal war nach der Katastrophe weitgehend verwüstet, zahlreiche Gebäude und Brücken waren zerstört und die Trassen der Talstraße und der Gottleubatalbahn über weite Abschnitte aufs schwerste beschädigt.

1957:Im Juli 1957 und August 1958 ereigneten sich durch überdurchschnittliche Regenfälle wieder starke Hochwasser, welche große Teile der Altstadt überfluteten und Zerstörungen verursachten. Dabei zerbarst die Eisenbahnbrücke der Bahnstrecke Dresden – Prag an der Dampferanlegestelle. Die Wasserbauarbeiten für die Rückhaltebecken und die Talsperre wurden danach bis 1974 ausgeführt.

Gottleubatalbahn

1879 wurde das Gesetz über den Sekundärbahnbau Pirna-Berggießhübel beschlossen und die Bahn war vorrangig für den Güterverkehr konzipiert. Bis November 1879 war der Oberbau auf einer Länge von knapp acht Kilometern bis Neundorf fertiggestellt. Die Stahlbrücken baute die Königin-Marien-Hütte aus Cainsdorf, welche auch das Blaue Wunder von Dresden fertigte. Die Strecke wurde im Juli 1880 feierlich in Betrieb genommen. Die Baukosten betrugen 760.688 Mark. Sie war damit eine der preiswertesten Strecken in Sachsen.

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