Dresdner Heide

Dresdner Heide

Die Dresdner Heide ist das größte Naherholungsgebiet der Landeshauptstadt Dresden (ca. 17 % der Stadtfläche) und einer der größten Stadtwälder in Deutschland. Die Unterschutzstellung des Waldgebietes begann 1969 und 2008 wurde das Gebiet vergrößert. Heute sind 6133 ha als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Dresdner Heide

Dresdner Heide

Die Dresdner Heide ist das größte Naherholungsgebiet der Landeshauptstadt Dresden (ca. 17 % der Stadtfläche) und einer der größten Stadtwälder in Deutschland. Die Unterschutzstellung des Waldgebietes begann 1969 und 2008 wurde das Gebiet vergrößert. Heute sind 6133 ha als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Flora und Fauna

Die Dresdner Heide enthält Pflanzenarten, die regional gefährdet oder bedroht sind. Sie markiert geobotanisch den Übergang vom Tiefland zum Mittelgebirge. Somit ist auch eine Mischung der Pflanzengemeinschaften feststellbar. Ursprünlich gab es hier einen Mischwald. Erst durch die Forstwirtschaft entstand teilweise eine Monokultur. Hauptbaumarten sind Kiefern und Traubeneichen. Im Norden gibt es naturnahe Gemeinschaften von Rotbuchen und Fichten, durchsetzt von Schwarzerlen, Stieleichen und Birken. Im Osten in den nährstoffreicheren Gebieten sind Hainsimsen-Buchenwälder, die mit Winterlinden, Faulbaum, Bergahorn und Eiben eine Pflanzengemeinschaft bilden. Die ehemals vorhandene Weißtanne wurde durch Raubbau fast vollständig eliminiert. Die Krautschicht ist mitunter auf den trockenen Böden sehr wenig ausgeprägt und besteht aus Gräsern, Heidekraut sowie Preisel- und Heidelbeeren. Besonders artenreich sind die Feuchtniederungen und Moore.

Landschaft

Die Dresdner Heide ist nicht eine Heide-Landschaft im klassischen Sinn. Das Gebiet bildet den geologischen Übergang vom Norddeutschen Tiefland zum Mittelgebirge. Sie ist größtenteils dem Westlausitzer Hügel- und Bergland zuzurechnen und ist mit dem Lausitzer Bergland der westliche Ausläufer der Sudeten. Ein Großteil der Dresdner Heide gehört zur Lausitzer Platte. Und wird von der Lausitzer Verwerfung durchzogen. Der Untergrund ist felsig, bestehend aus Granodiorit und Syenit, von Sand überlagert, und reicht bis an den Elbtalkessel heran. An den Südrändern sind dünenartige Sandablagerungen aus der Saale- und Elster-Eiszeit. Die Mittel- oder Heidesandterrasse, sowie fast der gesamte Großteil der Junge Heide werden der Dresdner Elbtalweitung zugerechnet.

Die Dredner Heide besteht aus zwei Teilen:

  • Alte Heide bildet den Hauptteil und gehört administrativ zum Ortsamtsbereich Loschwitz und ist 4836 Hektar groß.
  • Junge Heide ist der westliche kleinere Teil, auf Grund früherer Rodungen durch den Heller räumlich zerschnitten, und gehört zu den Ortsämtern Dresden Neustadt und Klotzsche sowie der Stadt Radeberg.

Im Süden grenzt an das Gebiet das Landschaftsschutzgebiet Dresdner Elbhang. Im Westen sind die Elbhänge der Lößnitz. Das Gebiet wird nur von zwei Straßen durchquert, die Radeberger Landstraße, die diagonal durch den Wald von der Neustadt nach Radeberg verläuft und die Moritzburger Landstraße.
Die Dresdner Heide besitzt ein komplexes System historischer Wege. Bis heute haben sich die historischen Wegezeichen erhalten, dessen Symbolik sich von heutigen Wanderwegzeichen unterscheidet.

Historische Wegenetz der Dresdner Heide

Historische Wegenetz der Dresdner Heide

Die Dresdner Heide besitzt ein komplexes historisches Wegenetz. Schon in vorgeschichtlicher Zeit gab es Pfade, die die nachgewiesenen jungsteinzeitlichen - oder bronzezeitlichen Siedlungen verbanden. Die bis heute erhaltenen Strecken waren spätmittelalterliche Steige. Dazu zählen beispielsweise der Kolmische und Tarische Weg, der Rennsteig und der Diebsteig.
Um 1560 erschuf Johannes Humelius unter Kurfürst August ein Sternflügelsystem. Es war 1589 in der ersten Karte von Matthias Oeder vermerkt. Sein Zentrum befand sich im früheren Dresdner Saugarten in der Mitte der Heide. Von dort gingen im Abstand von jeweils 45 Grad acht Hauptachsen aus.Diese Flügel waren im Uhrzeigersinn durchnummeriert, beginnend mit 1 im Osten. Die Achse 4 zeigt genau nach Südwesten auf den Hausmannsturm des Dresdner Schlosses.

Fünf, achteckige Ringwege, die man als Kreuz 2 bis Kreuz 6 bezeichnete, umgaben das Zentrum. An den Kreuzungen mit den Sternflügeln knickten sie jeweils 45 Grad ab. Mit der Zeit gingen die drei innersten Ringe verloren, die anderen vier blieben jedoch erhalten. Von allen Sternflügeln sind mehr oder weniger große Teile übrig, die heute als Alte 1 bis Alte 8 bezeichnet werden. Im Zentrum dieses sogenannten Hellensystems steht eine Steinsäule mit den Zahlen 1 bis 8. Im nahen Moritzburg befindet sich eine vergleichbare Anlage.
Heinrich Cotta, der Gründer der Forsthochschule in Tharandt, reformierte um 1832 das System der Wege. Dies hatte forstwirtschaftliche Gründe. Gekennzeichnet waren sie von A im Südosten bis M bei Radebeul. Den Flügel D ließ Cotta aus, da sich in seinem Bereich die Radeberger Landstraße befand. Im rechten Winkel dazu entstanden von Ost nach West nummerierte Schneisen, 20 davon liegen in der Dresdner Heide, 21 bis zur 29, in der Jungen Heide. Dieses System wird bis heute forstwirtschaftlich genutzt.
In späterer Zeit entstanden weitere Waldwege nach den Bedürfnissen der sächsischen Armee und der Naherholung. In den 1970er Jahren wurden im Zuge der Bildung des Landschaftsschutzgebietes neue Wanderwege und Markierungen geschaffen. Mit der Lausitzer Schlange quert auch ein Fernwanderweg die Dresdner Heide.

Wegezeichen

Bis heute haben sich die historischen Wanderwegezeichen erhalten, dessen Symbolik sich sehr von heutigen Wanderwegzeichen unterscheidet. Dazu entrindeten Ortskundige stückweise die Bäume, schnitten Symbole ein und malten diese rot aus. Dies geschah wahrscheinlich erstmals im 12. oder 13. Jahrhundert und daraus entwickelte sich der Beruf des Waldzeichenschneiders. Aus den amtlich-kursächsischen Vermessungsunterlagen, deren Erstellung Kurfürst August im 16. Jh. anordnete, ging ein Waldzeichenwesen hervor, das sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Zenit seiner Entwicklung befand.


TK dresdner heide 236
Dresdner Heide
1:10 000 / 5,50 €

SK Dresdner Heide
Dresdner Heide
1:15 000 / 5,90 €

Weitere Erläuterung sind auf den Wanderkarten Dresdner Heide von GeoSN und von Sachsenkartographie.

zurück

TourMedia, Siedlerweg 5, 01809 Heidenau

03529 511954



Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.