Burg- und Klosterruine auf dem Oybin

Burgruine Oybin im Zittauer Gebirge

Auf dem Berg Oybin, direkt oberhalb der gleichnamigen Ortschaft, befinden sich auf einem Felsen die Ruinen der Burg Oybin und die eines ehemaligen Klosters der Cölestiner. Die Burganlage nimmt den gesamten Gipfelbereich des Berges ein. Am Hang befindet sich die Bergkirche Oybin mit wertvollen Innenmalereien.
Nachgewiesen wurden bei archäologischen Grabungen eine bronzezeitliche Besiedlung aus dem 11. und 12. Jh. v. Chr. Auch wurde eine slawischen Besiedlung gefunden. Früheste Bauspuren der Ruinenanlage stammen aus dem 13. Jh..

Die Burg- und Klosteranlage auf dem markanten Felsplateau, welcher einem Bienenkorb ähnlich ist, nutzen die Maler der Romantik Johann Alexander Thiele, Caspar David Friedrich und Carl Gustav Carus für ihre Bilder. Heute sind die inzwischen rekonstruierten Ruinenreste eine eindrucksvolle Kulisse für Filme und zahlreiche Veranstaltungen.

Veranstaltungen

  • Am 1. und 3. Samstag von Mai bis Oktober begrüßt die Burgherrschaft die kleinen und großen Besucher zu Burg- und Klosterzügen.
  • Mitte Juli gibt es das Burg- und Klosterfest - ein Spektakel mit alter Handwerkskunst, historischem Markttreiben, Ritterlager, Feuershow und Gaukeleien.
  • Regelmäßige Klassikkonzerte zur "Abendmusik bei Kerzenschein" in der barocken Bergkirche am Oybin.
  • Am 3. Oktober wird entlang der Hauptstraße der "längste Pflaumenkuchen" angeschnitten.
  • Mit der Kaiserweihnacht wird alljährlich daran erinnert, dass Kaiser Karl IV am 25.12.1369 den Ort Oybin besuchte.

Burg- und Klosterruine Oybin

Aus der Geschichte

Urkundlich nachgewiesen war die Zerstörung der ersten Raubritterburg durch die Stadt Zittau im Jahr 1291.
Von 1311 bis 1316 wurde die Burg zum Schutz der nahe gelegenen Handelswege durch Heinrich von Leipa auf Anweisung des Böhmenkönigs Johann von Luxemburg neuerrichtet. 1364 ließ der deutsche Kaiser Karl IV. das Kaiserhaus als seinen Altersruhesitz bauen. 1366 folgte der Bau der gotischen Kirche unter Beteiligung des Prager Baumeisters Heinrich Parler. 1369 stiftete Kaiser Karl dem Orden der Cölestiner das Kloster auf dem Oybin.

In den Hussitenkriegen versuchten diese zweimal, 1429 auch Prokop der Große, vergeblich die Burg einzunehmen. Sie zogen erfolglos ab und brandschatzten die Klosterbesitzungen. In der kriegerischen Zeit lagerte ein Teil des Prager Domschatzes auf dem Oybin. Die Burg wurde bis in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts weiter ausgebaut. Im Zuge der Reformation erfolgte die Auflösung des Kloster und der Verfall begann.
Die Kirche brannte 1577 nach einem Blitzeinschlag ab. Weitere Zerstörungen brachte 1681 ein Felssturz. Die Burg war unbewohnt und wurde von den Bewohnern als Steinbruch genutzt.

Ab den 1830-iger Jahren begannen die Aufräumungs- und Erhaltungsmaßnahmen und die Burg wurde nach und nach touristisch erschlossen. Es war oft ein Wettlauf mit der Zeit. 1936 kam es zu großen Verlusten des Museumsbestandes, als die Erben des Museumsgründers viele Sammlungsstücke verkauften und 1945 wurde das Museum geplündert.

Ab 1971 werden die Klosterruine als Konzertplatz genutzt. Seit 1991 wird systematisch die Anlage saniert. Heute besuchen über 100.000 Besucher jährlich die Burg- und Klosterruine Oybin.