Historische Bahn

Lößnitzbahn Radebeul

Sächsisches Elbland

Die Lößnitzgrundbahn ist eine Dampfbahn von Radebeul Ost nach Radeburg mit einer Spurweite von 750 mm und wird volkstümlich Lößnitzdackel genannt. Seit 1974 gibt es den Traditionsverkehr mit historischen Lokomotiven und Wagen aus der Anfangszeit der sächsischen Schmalspurbahnen. Die Bahnanlage ist als Kulturdenkmal eingeordnet.

Einmal jährlich gibt es ein Erlebnis der besonderen Art. Während der Karl-May-Festtage wird der Traditionszug von den Indianern überfallen und von den mitfahrenden Cowboys und Marshalls verteidigt.
Der Traditionsverein hat seinen Sitz im Historischen Güterschuppen Radebeul beim Bahnhof Radebeul Ost, wo sich auch die historischen Lokomotiven und Wagen befinden.

Streckenführung

  • Start in Radebeul Ost mit Schmalspurbahnmuseum
  • Haltepunkte Lößnitzgrund und Friedewald
Lößnitzbahn Radebeul
Loessnitzdackel von Radebeul

Aus der Geschichte

Um 1870 begannen Planungen, um Radeburg und Schönfeld mit einer Bahn zu erschließen und 1881 wurde 1881 die Schmalspurbahnstrecke durch den Lößnitzgrund genehmigt. Die Vermessung begannen 1882 und der Baubeginn war ein Jahr später. Eine besondere Anforderung waren die Schüttung der Dämme durch den Dippelsdorfer und den Großteich. Im August 1884 erreichte erstmals ein Bauzug Radeburg. Der Bau hat insgesamt 783.906,91 Mark gekostet.

Am 15. September 1884 fand die feierliche Eröffnung statt. Arbeiten zur Verlängerung der Schmalspurbahn begannen im Jahr 1920. Da aber das Bahnprojekt Priestewitz-Kamenz-Löbau eingestellt wurde, erfolgte der Abbau vom Anschluss Radeburg-Nord. Nach Kriegsende Ende Mai / Anfang Juni 1945 wurde der Verkehr wieder aufgenommen. Es kam oft zu Zugausfällen. An einen Ausflugsverkehr war vorerst nicht zu denken. Mit der wirtschaftlichen Stabilisierung wurde ein regelmäßiger Verkehr möglich. Im Jahr 1955 fuhren acht werktägliche Reisezugpaare. An Sonn- und Feiertagen im Sommerhalbjahr wurden auch wieder drei zusätzliche Ausflüglerzüge zwischen Radebeul und Moritzburg eingesetzt.

Angesichts des Trends zur Verlagerung der Transporte von der Schiene auf die Straße beschloss 1964 die DDR-Regierung die Stilllegung aller Schmalspurbahnen bis 1975. Es erfolgten für die Schmalspurbahn Radebeul Ost–Radeburg keinerlei Investitionen mehr.


Unerwartet musste man 1966 größere Probleme wegen der schlechten Straßenzustände im Umfeld der Bahn feststellen. Dieses machte die Unmöglichkeit für einen Wechsel auf die Straße deutlich.
Anfang der 1970er Jahre mehrten sich die Stimmen, die eine Erhaltung einiger Schmalspurbahnen als touristische Attraktion forderten. Im August 1974 verkehrte dank des Engagements von Eisenbahnfreunden erstmals ein Traditionszug.

Diese Fahrten wurden in den nächsten Jahren regelmäßig durchgeführt. Die Schmalspurbahn Radebeul Ost–Radeburg war die erste Eisenbahnstrecke mit regelmäßigem musealen Betrieb in der DDR.

Die Deutsche Reichsbahn modernisierte den vorhandenen Bestand an Reisezugwagen. Nach der Ölkrise im Jahr 1981 stieg die Güterverkehrsleistung wegen der staatlich verordneten Verlagerung von Transporten von der Straße auf die Schiene wieder an.


Güterschuppen in Radebeul

Ein herausragendes Ereignis in der Geschichte der Schmalspurbahn Radebeul Ost–Radeburg war die 100-Jahr-Feier im Jahr 1984 mit einer Eisenbahnfahrzeugausstellung auf dem Bahnhof Radebeul Ost mit über 50.000 Gästen. Die Wende 1989/90 brachte für die Schmalspurbahn Radebeul Ost–Radeburg erhebliche Veränderungen. Der Personen- und Güterverkehr brach drastisch ein. 1993 endete der Güterverkehr. Mit der Gründung der Deutschen Bahn AG 1994 plante man die Stilllegung oder Privatisierung.

Der Verkehrsverbund Oberelbe verhinderte die Einstellung. Eine Tochter der DB übernahm den Betrieb 2000 und 2004 die BVO Bahn GmbH die Schmalspurbahnen Fichtelbergbahn, die Weißeritztalbahn und die Lößnitzgrundbahn. Durch die BVO wurden bis 2008 insgesamt 2,7 Millionen Euro in neue Gleise und Anlagen investiert.

2007 benutzten insgesamt 176.056 Fahrgäste die Züge der Lößnitzgrundbahn. Im selben Jahr firmierte die BVO Bahn in Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft (SDG) um. Der Verkehrsverbund Oberelbe übernahm 35 % der Gesellschafteranteile. Mit 261.000 Fahrgästen erzielte die Bahnstrecke im Jahr 2014 einen Fahrgastrekord.


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