Historische Bahn

Fichtelberg-Dampfbahn

Erzgebirge

Die Fichtelbergbahn ist eine mit einer Dampflok betriebene Bahn. Sie fährt von Cranzahl im Sehmatal bis zum Kurort Oberwiesenthal durch die Wälder und das Pöhlbachtal. Seit mehr als 120 Jahren schnauft die Dampfbahn ihre 17,4 km lange Strecke entlang, wofür die Schmalspurbahn ca. 1 Stunde benötigt.

Ein besonderes Erlebnis ist die Fahrt in den Sommermonaten im offenen Aussichtswagen, wenn der Fahrtwind und Lokomotivendampf um die Nase bläst. Es besteht auch die Möglichkeit, den Ausflug zur Fichtelbergbahn mit einer Wanderung entlang des Erlebnispfades Bimmelbahn oder einer rasanten Monsterroller-Tour zu kombinieren.

Fichtelbergbahn

Streckenverlauf

Die Streckenführung der Schmalspurbahn beginnt am Bahnhof Cranzahl bei 654 m ü. NN an der Normalspurbahnstrecke Vejprty – Annaberg-Buchholz. Die Strecke folgt dem rechten Hang des Sehmatales oberhalb von Neudorf. Der Haltepunkt Vierenstraße ist Ausgangspunkt für Wanderungen ins Fichtelberggebiet. Die Strecke steigt auch danach noch weiter an, überquert die Wasserscheide zum Pöhlbachtal und erreicht Niederschlag. Es folgt ein Gefälle hinab ins Pöhlbachtal. Die Bahn quert die B 95 und fahrt entlang der Staatsgrenze am Pöhlbach wieder bergwärts. Nach dem Haltpunkt Unterwiesenthal windet sich die Bahn wieder aus dem Pöhlbachtal heraus.
Nach der erneuten Querung der Bundesstraße führt die Bahnlinie über einen großen, 100 m langen und 20 m hohen, stählernen Gerüstpfeiler-Viadukt und erreicht den Endbahnhof Kurort Oberwiesenthal.

Höhepunkte

  • Aussichtswagen von Mai bis Oktober
  • Sonderzüge mit Programm, z. B. Ostern, Himmelfahrt
  • Dampfzugfahrten ins Suppenland
  • Dampf- u. Räuchertouren, Walderlebnistouren
  • Nikolausfahrten, Werkstattführungen

Aus der Geschichte

Trotz Silberfunden im 16. Jahrhundert um Oberwiesenthal blieb das Abbaugebiet für eine Bahnstrecke stets unbedeutend. Die hohe Lage im Gebirge benachteiligte auch die Landwirtschaft und es erfolgte keine Industrieansiedlung. Nach der Eröffung der Eisenbahnlinie Annaberg-Chemnitz entwickelte man Projekte zum Anschluss an die nordböhmische Bahn. 1872 wurden die Bahnstrecken Weipert-Annaberg und Weipert-Komotau eröffnet.

Um die Jahrhundertwende entwickelte sich durch die bessere Verkehrsanbindung der Ausflugsverkehr ins Fichtelberggebiet. Die Planung zum Eisenbahnbau begann 1893. Der Sächsische Landtag bestätigte 1894 einen Plan für die Variante von Cranzahl durch das Sehmatal. Noch im Sommer 1894 begannen erste Vermessungsarbeiten. Offizieller Baubeginn war im April 1896. Es konnte der Bahnbau im Juli 1897 abgeschlossen werden.

Die Strecke kostete fast zwei Millionen Mark. Damit lagen die Kosten pro Kilometer Bahnstrecke höher als bei anderen sächsischen Schmalspurbahnen. Mit der Eröffnung erhielt die Schmalspurbahn das Kürzel CW für Cranzahl–Wiesenthal.

1899 begann der Rollbockverkehr im Güterverkehr, welcher 1906 durch Rollwagenverkehr ersetzt wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg stieg der Ausflugsverkehr an. Pläne einer Normalspurbahn von Bärenstein nach Joachimsthal zerschlugen sich. Die Schmalspurstrecke musste zu Beginn des Zweiten Weltkriegs einen großen Verkehrsrückgang hinnehmen, denn der Ausflugsverkehr brach fast völlig zusammen. Ende April/Anfang Mai 1945 wurde der Zugverkehr gänzlich eingestellt.

Am Ende 1947 begann im Revier Bärenstein – Niederschlag der Abbau von Uran. Es gab Zugangsbeschränkungen für das Gebiet. Die Schmalspurbahn übernahm den Abtransport des geförderten Erzes. In der Blütezeit des Reviers waren ca. 3.000 Bergleute im Abbaugebiet beschäftigt.

Schmalspurbahn Fichtelberg

Mitte der 1950-er Jahre erfolgte die Einstellung des Bergbau und die Sperrzone wurde 1955 wieder aufgehoben. Damit war die Ausübung des Wintersports möglich.
Eine um 1965 erstellte Studie empfahl die Streckenstilllegung. Aber es mangelte an Kapazitäten im Kraftverkehr sowie am nötigen Straßenausbau. Im Juli 1992 wurde der verbliebene Güterverkehr eingestellt und seitdem befördern Güterwagen nur für betriebliche Zwecke. Nach 1994 orientierte sich der nunmehrige Eigentümer Deutsche Bahn AG auf eine baldige Stilllegung oder Privatisierung.

Das einhundertjährige Bestehen der Bahn wurde 1997 mit einer Festwoche begangen. Am 1. Juni 1998 übernahm die neu gegründete BVO Bahn GmbH, seit 2007 Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft (SDG), die Strecke.


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