Burg Wildenstein mit Kuhstall

Im Kirnitzschtal in der Sächsischen Schweiz
Im Kirnitzschtal


Mit dem Ausbau einer Straße durch das Kirnitzschtal im 19. Jh. begann der touristische Aufschwung. Seit 1898 fährt die Kirnitzschtalbahn durch das herrliche Wald- und Wiesental bis zum Lichtenhainer Wasserfall.

Von hier führt ein Weg zum Kuhstall. Dies ist das nach dem Prebischtor das zweitgrößte Felsentor im Elbsandsteingebirge. Der Name Kuhstall wird auf zwei Ursachen zurückgeführt. Der Überlieferung nach versteckte die Bevölkerung der umliegenden Orte während des Dreißigjährigen Krieges in der Höhle ihr Vieh. Eine andere Ursache könnte sein, dass die Burganlage ein Raubritternest war und die Höhle als Versteck für geraubtes Vieh diente.

Das Felsmassiv weist weiter Höhlen und Überhänge auf wie das Schneiderloch und das Wochenbett. Schon frühzeitig war der Kuhstall eine der Attraktionen der Sächsischen Schweiz und eine wichtige Station am Fremdenweg. Schon 1819 besuchte August von Goethe diesen Felsen, welcher schon eine Bewirtung hatte. Ab 1824 gibt es hier ein Berggasthaus, welches mehrmals umgebaut und erweitert wurde.

An der linken Seite geht es auf der "Himmelsleiter" hinauf zur Felsplattform, auf den Neuen Wildenstein (337 m ü. NN).

KuhstallKuhstall im Kirnitzschtal

 

Hier befinden sich die Reste der Burganlage Wildenstein, welche 1410 erstmalig urkundlich erwähnt wurde und das ehemalige Zentrum der Herrschaft der von der Duba war. Es sind nur noch Balkenlager, Mauerreste, Stufen und Felszeichnungen von der Burg vorhanden.

Die Burg wurde im Auftrag des böhmischen Adligen Hinko II. Berka von der Duba um 1409 errichtet. Zur Herrschaft Wildenstein gehörten die Städte Neustadt und Sebnitz und 18 Dörfer mit insgesamt 233 zinspflichtigen Männern. Durch die ständige Teilung des Besitzes waren die Herrschaften nicht lebensfähig. Die ständigen Übergriffe der Ritter auf fremde Territorien und die Händler aus den Lausitzer Städten führte zu Kriegszügen von sächsischen, bischöflich-meißner und Truppen des Lausitzer Sechs-Städtebundes gegen die Berka von der Duba und den Wartenbergern auf Decin.

Wechselnde Kriegszüge, Verwüstungen der Orte und Burgen folgten über 25 Jahre. Die Herrschaft der Berka von der Dubá endete in diesem Gebiet, als 1451 die Herrschaft Wildenstein an die Wettiner überging. Um dem Raubgesindel ihre Verstecke zu nehmen, wurden die Burgaufbauten aus Holz und Fachwerk geschliffen.

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