Erzbergwerke im Revier Freiberg

Erzgebirge

In der Himmelfahrt Fundgrube mit dem Abraham Schacht, nordöstlich der Freiberger Altstadt, wurden über 800 Jahre Erze abgebaut. Die zahlreichen kleinen Bergwerke des Mittelalters wurden im Laufe der Jahrhunderte zum größten und modernsten Verbundbergwerk Europas vereint. Dazu gehören die Schachtanlagen Reiche Zeche, der Abraham Schacht, der David Schacht und die Alte Elisabeth.

Zahlreiche gut erhaltene bergmännische Anlagen und die Haldenzüge dieser Bergbaulandschaft zeugen von dieser Entwicklung. Die Sachzeugnisse belegen die außergewöhnliche Vielfalt an Maschinentechniken vom 18. und 19. Jh. und sind Bestandteil der Objektliste vom UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge

Alte Zeche in Freiberg

Schachtanlage "Reiche Zeche"

Die "Reiche Zeche" gehört zur Himmelfahrt Fundgrube, ein ehemaliges Erzbergwerk in Freiberg im Erzgebirge. Ab 1384 gibt es den schriftlichen Nachweis der "Vorderen Reichen Zeche" und der "Hinteren Reichen Zeche". Zusammen mit der Schachtanlage "Alte Elisabeth" entwickelte sich die Zeche zum bedeutendsten Freiberger Bergwerk und zählte zu den größten Silberbergwerken Europas. Zwischen 1840–1896 hatte die Grube eine Silberausbringung von 448 Tonnen.
Durch Preisverfall sank zum Beginn des 20.Jahrhunderts die Rentabilität der Gruben in Freiberg. Der Betrieb auf der "Himmelfahrt Fundgrube" wurde 1913 planmäßig stillgelegt.
Die Bergakademie beschloss 1905 die wissenschaftliche Nutzung der Schachtanlagen "Reiche Zeche" und sie umfasste die Lehrausbildung in den Bereichen Maschinentechnik, Bergtechnik und Markscheidewesen im Schacht.

1937 erfolgte die Wiederaufnahme des Bergbaus der Grube und wurde bis 1969 fortgeführt. Dabei erhielt 1953 die "Reiche Zeche" ein neues eisernes Fördergerüst, welches heute als Wahrzeichen des Freiberger Bergbaus gilt.

Die heutige Nutzung als Lehr- und Forschungsbergwerk ist in seiner Art einzigartig, da es zum Zwecke von Lehre, Forschung und Bildung an der Universität in Freiberg betrieben wird. Schwerpunkt der Lehre ist die Ausbildung in geowissenschaftlichen und geotechnischen Studiengängen. Darüber hinaus zählen Erhaltung, Pflege und Erschließung historischer Sachzeugen zu den Aufgaben.

Schachtanlage "Alte Elisabeth"

Schachtanlage "Alte Elisabeth"


Die "Alte Elisabeth" gehörte zur "Himmelfahrt Fundgrube", ein ehemaliges Erzbergwerk in Freiberg. Sie gab es ab 1511. In 150 Jahren erbrachte sie eine Ausbeute von 3,7 t reines Silber. Seit 1808 ist die Anlage des Schachtes am heutigen Standort.

Hauptschacht war der "Abrahamschacht" und ein zweiter Hauptschacht war der ab 1835 abgeteufte "Davidschacht". Zusammen mit der Schachtanlage "Reiche Zeche" entwickelte sich beide Anlagen zum bedeutendsten Freiberger Bergwerk und zählten zu den größten Silberbergwerken Europas. Zwischen 1840-1896 hatte sie eine Fördermenge von 448 Tonnen reines Silber.

Huthaus und Schachtgebäude vom Abrahamschacht

Huthaus (li) und Schachtgebäude vom Abrahamschacht

Am Schacht "Alte Elisabeth" ist das Schwarzenberg-Gebläse ausgestellt, welches als eines der historisch bedeutendsten Werke der deutschen Maschinenbaukunst gilt und es wurde vom Wasserrad getrieben. Gebaut wurde das Gebläse in dem Eisenwerk in Morgenröthe und im Sommer 1831 auf der Antonshütte in Betrieb genommen. Dort war es bis 1860 im Einsatz. 1862 erfolgte die Umsetzung zur Halsbrücker Hütte, wo es bis 1925 arbeitete und 1936 zur Anlage "Alte Elisabeth".

Die touristische Nutzung der ehemaligen Erzbergwerke Über- und Untertage erfolgt durch den Freiberger Förderverein Himmelfahrt Fundgrube e.V.

Hüttenkomplex in Muldenhütte

Hüttenkomplex in Muldenhütte

Ursprünglich wurden die Erze des Freiberger Bergbaugebiets an vielen unterschiedlichen Standorten in der Region verhüttet. Im Zuge staatlicher Reformen blieben letztendlich zwei Hüttenkomplexe übrig, wovon sich der ältere in Muldenhütten befindet. Am ehemals größten und bedeutendsten Hüttenkomplex des Erzgebirges werden seit mindestens 600 Jahren bis heute Buntmetalle verarbeitet. Zahlreiche neue Technologien wurden von hier aus entwickelt. Von 1887 bis 1953 war Muldenhütten Standort der Sächsischen Staatsmünze bzw. einer der Münzstandorte der DDR.

Heute gilt der Industriekomplex als einer der ältesten Hüttenstandorte der Buntmetallurgie in Deutschland, der noch in Betrieb ist.


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