Brocken im Harz

Kategorie: Aussichtsberge
Region: Harz

Der Brocken ist mit 1142 m der höchste Berg im nördlichsten Mittelgebirge Deutschlands. Er gehört zur Gemarkung Schierke, einem Ortsteil der Stadt Wernigerode. Vom seinem Gipfel ist bei guter Sicht der Große Inselsberg im Thüringer Wald, der Petersberg bei Halle, der Kötersberg im Weserbergland und bei besonderen Wetterlagen sogar der Fichtelberg und Keilberg im Erzgebirge zu sehen.

Im Harz gibt es eine lange Siedlungsgeschichte. Besonders der Bergbau und die Waldwirtschaft prägte die Orte in der Umgebung. In der Neuzeit entwickelte sich der Tourismus und der Wintersport.
Das Naturschutzgebiet besteht seit 1937.

 

Auf dem Brocken - Blick zum Brockenhaus

Die Geschichte des Berges

Die erste bekannt gewordene Besteigung des Berges war um 1572. Der Stolberger Arzt Johannes Thal erforschte die Flora um und auf dem Brocken. Graf Christian Ernst von Stolberg-Wernigerode ließ 1736 auf dem Gipfel das Wolckenhäuschen und auf der Heinrichshöhe ein Unterkunftshaus erbauen. Das erste Gasthaus auf dem Gipfel entstand 1800. 1775 erfolgte die erste Höhenvermessung und im Dezember 1777 bestieg Goethe den Brocken.

Der Mathematiker Carl Friedrich Gauß nutzte den Gipfel für die Dreiecksmesssung der Gaußchen Landesaufnahme des Königreichs Hannover. Nach einem Brand wurde 1862 das Brockenhotel eingeweiht. 1890 entstand der erste deutschen Alpengarten. Seit 1895 erfolgte die systematische Wetterbeobachtung auf dem Gipfel.

 

Seit den 1930er Jahren bestehen Sendeanlagen mit großer Reichweite und 1935 gelang die erste Fernsehübertragung vom Brocken mit einem mobilen Sender. Im Jahr darauf errichtete man den ersten Fernsehsendeturm.

Bei einem Luftangriff der US Air Force wurden das Brockenhotel und die anderen Gebäude am 17. April 1945 zerstört. 1947 erfolgte die Übergabe an die Sowjetarmee. Von 1948 bis 1959 war eine Teilfläche des Brockens wieder für Touristen zugänglich. Ab dem 13. August 1961 wurde der Brocken zum militärischen Sperrgebiet erklärt und der Gipfel militärisch ausgebaut. Zuletzt war er von einer drei Meter hohen Sperrmauer umgeben. Die Sicherung des Gipfels erfolgte durch einen Zug der 7. Grenzkompanie aus Schierke, welcher im ehemaligen Bahnhof untergebracht war. 1987 wurde der Güterverkehr zum Brocken aufgrund des schlechten Gleiszustandes eingestellt.

Die Anlagen der Sowjetarmee waren zusätzlich durch einen Doppelzaun abgeriegelt. Eine Abhörstation des sowjetischen Militärgeheimdienstes GRU und eine zweite des MfS nutzten die exponierte Lage, um den Funkverkehr in großen Teilen Westeuropas abzuhören.

Am 3.12.1989 suchten 6.000 Demonstranten bei einer Stern-Wanderung den Gipfel auf. Ab 1990 erfolgte schrittweise der Abbau der Sicherung- und Geheimdienstsanlagen. Der letzte russische Soldat verließ den Brocken am 30. März 1994. Die Brockenkuppe wurde renaturiert.

Blick zum Brocken

 

Vom Westen führt der Hirtenstieg auf den Brocken. Heute ist der Bergsteig ein beliebter Wanderweg. Der Wanderweg „Grünes Band Deutschland“ führt ebenfalls über den Brocken. Das Brockenhaus ist das Informationszentrum des Nationalparks Harz. Das Gebäude, auch „Stasi-Moschee“ genannt, war die Abhörzentrale. Die historischen Antennenanlagen können besichtigt werden. Hinter dem Gebäude befindet sich die Stempelstelle Nr. 9 der Harzer Wandernadel.

Reiseführer Brocken

Wandertafel Brocken

Reiseführer Brocken

TourMedia, Siedlerweg 5, 01809 Heidenau

03529 511954



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